Ein Name, der für Millionen Deutsche zum Alltag gehört, verschwindet ab September. Die Aktionäre der Deutschen Post AG haben am 5. Mai 2026 auf der Hauptversammlung in Bonn mit einer Mehrheit von 99,95 Prozent für eine Umfirmierung des Gesamtkonzerns in DHL gestimmt. Der gelbe Riese heißt künftig DHL AG.
80 Prozent des Geschäfts ist international
Der Schritt kommt nicht überraschend. Der Logistiker macht nur noch etwa ein Fünftel seines Geschäfts mit seinem traditionellen Postgeschäft – dem Transport von Briefen und Paketen. Der Rest entfällt auf globale Konzernbereiche wie das Express- und Frachtgeschäft. Konzernchef Tobias Meyer brachte es auf der Hauptversammlung auf den Punkt: Es sollte auch draufstehen, was drin ist.
Schon seit rund zwei Jahren arbeitet der Konzern nicht mehr als Deutsche Post DHL Group, sondern schlicht als DHL Group. Die Umbenennung der Holding zur DHL AG ist der nächste konsequente Schritt dieser Markenbereinigung.
Der Name verschwindet nicht, er wandert eine Etage nach unten. Der Unternehmensbereich Post und Paket Deutschland, das nationale Brief- und Paketgeschäft mit rund 182.000 Beschäftigten, soll im Wege der Ausgliederung auf eine neu gegründete Deutsche Post AG übertragen werden. Wer also künftig ein Paket aufgibt oder einen Brief verschickt, tut das weiterhin bei der Deutschen Post – nur steht dahinter nun eine Tochtergesellschaft der DHL AG.

Für die Angestellten ergeben sich laut Unternehmensangaben keine Änderungen. Die bestehenden Arbeitsverhältnisse und Arbeitsbedingungen der Beschäftigten werden laut Vereinbarung unverändert fortgeführt.
SPD und Investoren schlagen Alarm
Nicht alle sind begeistert. Der SPD-Bundestagsabgeordnete Sebastian Roloff bezeichnete es als schwer verständlich, dass sich die Deutsche Post im internationalen Bereich von dieser starken Marke trennt. Und auch von Investorenseite kam kritische Töne: Hendrik Schmidt vom Vermögensverwalter DWS sagte, die Umbenennung könne als ein Schritt hin zu einer Verselbstständigung des Stammgeschäfts verstanden werden. Konzernchef Meyer wies das zurück und betonte, man habe keine Absicht, das deutsche Post- und Paketgeschäft zu verkaufen.


