Sachsen

Feuerwehrmann in Taucha geblitzt: Ein Bußgeldbescheid sorgt für Aufregung!

Trotz Blaulicht und Martinshorn wird ein Feuerwehrmann zur Kasse gebeten. Der Fall wirft rechtliche Fragen auf und hat bereits erste Konsequenzen im Rathaus.

Author - Tobias Esters
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Ein Feuerwehrfahrzeug ist mit Blaulicht im Einsatz unterwegs. Immer wieder kommt es dabei zu heiklen Situationen im Straßenverkehr. (Symbolbild)
Ein Feuerwehrfahrzeug ist mit Blaulicht im Einsatz unterwegs. Immer wieder kommt es dabei zu heiklen Situationen im Straßenverkehr. (Symbolbild)Monika Skolimowska/dpa

Ein Bußgeldbescheid gegen einen Feuerwehrmann sorgt in Sachsen für Diskussionen. In Taucha bei Leipzig wurde ein Einsatzfahrer geblitzt und anschließend zur Kasse gebeten. Nun zieht die Stadt erste Konsequenzen.

Feuerwehr im Einsatz geblitzt und trotzdem bestraft

Der Fall sorgt für Unverständnis weit über die Region hinaus. Ein Feuerwehrmann war im Mai vergangenen Jahres auf dem Weg zu einem Einsatz unterwegs, als er in einer Tempo-30-Zone mit deutlich erhöhter Geschwindigkeit erfasst wurde. Laut einem MDR-Bericht fuhr das Fahrzeug mit 69 Kilometern pro Stunde. Blaulicht und Martinshorn waren eingeschaltet.

Trotzdem stellte die Stadt einen Bußgeldbescheid aus. 340 Euro sowie ein Monat Fahrverbot. Ein Vorgehen, das innerhalb Sachsens als ungewöhnlich gilt. Denn Einsatzfahrzeuge dürfen laut Straßenverkehrsrecht unter bestimmten Bedingungen von Regeln abweichen.

Rechtliche Grundlage dafür ist die Straßenverkehrs-Ordnung. In Paragraf 35 ist festgelegt, dass Feuerwehr, Polizei und Rettungsdienste Sonderrechte haben, wenn höchste Eile geboten ist. Gleichzeitig gilt aber auch, dass andere Verkehrsteilnehmer nicht gefährdet werden dürfen.

Taucha bei Leipzig: In der sächsischen Kleinstadt sorgt <a href="https://www.berliner-kurier.de/berlin/brandenburg/politisch-motivierter-brand-in-wandlitz-indymedia-bekennerschreiben-aufgetaucht-li.10024288"></a><a href="https://www.berliner-kurier.de/berlin/brandenburg/politisch-motivierter-brand-in-wandlitz-indymedia-bekennerschreiben-aufgetaucht-li.10024288">ein Bußgeldbescheid gegen einen Feuerwehrmann</a> aktuell für Diskussionen.
Taucha bei Leipzig: In der sächsischen Kleinstadt sorgt ein Bußgeldbescheid gegen einen Feuerwehrmann aktuell für Diskussionen.Gabriele Hanke/IMAGO

Nach dem öffentlichen Druck reagiert nun Tauchas Bürgermeister Tobias Meier. Er übernimmt ab sofort persönlich die Verantwortung für den Bereich Feuerwehr sowie Brand- und Katastrophenschutz. Ziel sei es, die Kommunikation zwischen Verwaltung und Einsatzkräften zu verbessern und ähnliche Konflikte künftig zu vermeiden.

Kritik von der Feuerwehr

Auch innerhalb der Feuerwehr wird der Fall intensiv diskutiert. Der Präsident des Landesfeuerwehrverband Sachsen, Gunnar Ullmann, spricht in dem Bericht von einem Einzelfall. Gleichzeitig wirft er die Frage auf, ob ein milderes Vorgehen angemessener gewesen wäre.

Unterstützung kommt auch aus der juristischen Perspektive. Der Leipziger Verkehrsrechtsanwalt Martin Stolpe betont im MDR, dass Sonderrechte zwar gelten, aber immer im Einzelfall bewertet werden müssen. Entscheidend sei die konkrete Gefahrenlage. Wer mit Blaulicht unterwegs ist, dürfe Verkehrsregeln übertreten, aber nicht rücksichtslos handeln.

Wie schwierig diese Abwägung ist, zeigt auch ein Blick auf die Unfallstatistik bei Einsatzfahrten. Dabei sind laut der Deutschen Gesetzlichen Unfallversicherung (DGUV) besonders kritisch Geschwindigkeit, Vorfahrtsverletzungen, Rotlicht-Situationen, Überholen an problematischen Stellen und Fahren entgegen der Fahrtrichtung.

Die DGUV Studie zu Sondersignalfahrten zeigt außerdem, dass das Unfallrisiko bei solchen Fahrten deutlich erhöht ist. Sie nennt ein 17-fach erhöhtes Risiko für Sachschäden, ein 8-fach erhöhtes Risiko für Schwerverletzte und ein 4-fach erhöhtes Risiko für tödliche Folgen im Vergleich zu Normalfahrten.

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