Ein ungewöhnliches Blitzerfoto sorgt in Freiburg für Gesprächsstoff. Nicht ein Auto, nicht ein Motorrad, sondern ein Pferd hat dort die Geschwindigkeitsmessung ausgelöst. Zuerst hatte die „Badische Zeitung“ über den kuriosen Vorfall berichtet.
An der Stelle gilt nur Tempo 10
Vor der Reitschule von Martina Scherrer gilt Schrittgeschwindigkeit, genauer Tempo 10. Doch nach Angaben der Reitlehrerin halten sich viele Verkehrsteilnehmer nicht daran. Autos und Radfahrer seien regelmäßig zu schnell unterwegs. Als die Stadt einen mobilen Blitzer an der Straße aufstellte, habe sie das ausdrücklich begrüßt.
Reflektierende Nierendecke statt Nummernschild
Dann kam ihr eine Idee. Um herauszufinden, ob auch ein Pferd vom Radar erfasst wird, testete Scherrer ihre 20 Jahre alte Stute. Ganz ohne Vorbereitung ging das allerdings nicht. Damit das Messgerät überhaupt auslösen konnte, musste eine reflektierende Fläche her – als Ersatz für ein Nummernschild.
Der erste Versuch mit einer kleinen Warnweste und Reflektoren an den Beinen des Tieres blieb erfolglos. Schließlich band Scherrer ihrem Pferd vorne eine reflektierende Nierendecke um. Im Trab – und damit deutlich schneller als Schrittgeschwindigkeit – löste der Blitzer tatsächlich aus.
Blitzerfoto wohl ohne Geldstrafe
Ein offizieller Brief wegen des „Geschwindigkeitsvergehens“ vom vergangenen Freitag ist bei der Reitlehrerin bislang nicht eingegangen. Das dürfte auch so bleiben: Eine Sprecherin der Stadt Freiburg bestätigte auf Anfrage, dass das Pferd tatsächlich geblitzt wurde.
Ein Bußgeld oder Strafzettel sei in diesem Fall jedoch nicht zu erwarten. Der ungewöhnliche Test sorgt nun nicht nur für Schmunzeln, sondern lenkt auch die Aufmerksamkeit auf ein ernstes Anliegen der Reitlehrerin: mehr Rücksicht und langsameres Fahren vor der Reitschule.


