„Ich bestreite, dass der Zeuge irgendeinen Sachverstand hat.“ Das rief Philip von der Meden, der Christina Blocks Ex-Mann Stephan Hensel vertritt, während der Befragung in den Gerichtssaal. Damit sorgte der Nebenklage-Vertreter im Prozess um die Entführung der Block-Kinder für Aufregung.
Der Zeuge aus Bremen hatte früher die angeklagte Mutter Christina Block beraten, nachdem der Vater die beiden jüngsten Kinder des Paares im Sommer 2021 nach einem Wochenendbesuch in Dänemark nicht mehr nach Hamburg zurückgebracht hatte. Seitdem herrscht ein Sorgerechtsstreit.
Aussage ist „unverschämt“
Die Bemerkung von der Medens sorgte für Verärgerung bei mehreren Verteidigern. Einer von ihnen bezeichnete die Aussage in Anwesenheit des Zeugen als „unverschämt“.
Ein Grund für von der Medens Äußerung war, dass sich der Kinderpsychologoe offenbar nicht mehr an alles erinnern kann. Er betreue etliche ähnliche Fälle parallel. Er sagte aber, dass er „keine persönliche Fehde“ mit Hensel hebe. Er kenne ihn gar nicht.

Psychologe erhält vernichtendes Urteil
Nach der Verhandlung zog von der Meden eine vernichtende Bilanz der Zeugenaussage. Die fachlichen Stellungnahmen des Psychologen seien wissenschaftlich völlig haltlos, sagte der Nebenklage-Vertreter. „Er versucht immer wieder das sogenannte Entfremdungsnarrativ, das wissenschaftlich widerlegt ist, zu bedienen.“
Jetzt wird ein Privatdetektiv geladen
Am Dienstag wird der Prozess fortgesetzt. Dann soll ein Privatdetektiv als Zeuge geladen werden. Block hatte Detekteien engagiert, um etwas über den Verbleib ihrer Kinder zu erfahren.
Christina Block ist die Tochter von Eugen Block, dem Gründer der Steakhaus-Kette „Block House“. Sie ist angeklagt, den Auftrag zur Entführung der beiden Kinder gegeben zu haben. Die 52-Jährige bestreitet das. Zu den weiteren sechs Angeklagten gehört auch der ehemalige Sportmoderator Gerhard Delling. Der Lebensgefährte von Block bestreitet ebenfalls, etwas Unrechtes getan zu haben.


