Schlägerei mit Folgen

Berliner Bar-Streit: Opfer nach Faustschlag arbeitsunfähig

Nach einer Schlägerei in einer Charlottenburger Bar kämpft der Vize-Empfangschef mit nachhaltigen Verletzungen.

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Dem Angeklagten Longalombo O. (36) wird vorgeworfen, am Abend des 9. Mai 2024 in einer Bar in Berlin-Charlottenburg wegen einer Getränkebestellung mit einem Mann in Streit geraten zu sein und diesen erheblich verletzt zu haben.
Dem Angeklagten Longalombo O. (36) wird vorgeworfen, am Abend des 9. Mai 2024 in einer Bar in Berlin-Charlottenburg wegen einer Getränkebestellung mit einem Mann in Streit geraten zu sein und diesen erheblich verletzt zu haben.Olaf Wagner

Nach der Arbeit im 4-Sterne-Hotel noch kurz in eine Cocktail-Bar. Doch nur Minuten später liegt der Vize-Empfangschef mit zertrümmertem Gesicht vor dem Tresen.

Eine Flasche Bier löst Schlägerei aus

Es ist das blutige Ende eines banalen Streits zwischen Finanzfachberater Longalombo O. (36) und Hotelfachmann Alexander L. (38). Beide zankten sich um eine Flasche Bier. Beide griffen zu. „Mein Bier“, rief der eine. „Nein, das ist mein Bier“, konterte der andere. Dann brach ein lauter Streit aus, O. schlug mit der Faust zu.

Beide Männer treffen sich zufällig in einer Bar

Zwei Jahre später sitzt der eine auf der Anklagebank, der andere im Zeugenstand. Für beide ist nichts mehr so, wie es vorher einmal war. Alexander L. verlor seine Gesundheit, seinen Job, auch seine Ersparnisse sind weg. „Jeden Tag Schmerzen, dazu Panikattacken – und ich bin nicht arbeitsfähig“, sagt er.

Der Angeklagte soll dem Geschädigten unvermittelt und wiederholt mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben.
Der Angeklagte soll dem Geschädigten unvermittelt und wiederholt mit der Faust ins Gesicht geschlagen haben.Olaf Wagner

Sie waren sich im Mai 2024 zufällig in einer Bar in Charlottenburg begegnet. O. soll bereits am Tresen gesessen haben, als L. mit einer Kollegin kam. Ihnen war nach einem kühlen Bier. Der Barkeeper reichte eine Flasche über den Tresen. Plötzlich kippte die Stimmung der beiden Gäste.

Etliche Brüche und Operation nach Schlägerei

Alexander L. weiß nur noch: „Ich bin zum Tresen, habe bestellt.“ Gast O., den er zuvor noch nie gesehen hatte, wollte es allerdings für sich. „Er hatte eine aggressive Aura.“ Sie hätten diskutiert, an die Worte habe er keine Erinnerung mehr. Opfer L.: „Meine Bekannte ging noch dazwischen, dann sah ich den ersten Schlag kommen.“

Alles im Gesicht war kaputt. Ich sah aus wie Quasimodo.

Alexander L., Hotelfachmann und Opfer

Etliche Brüche. Sieben Stunden dauerte die erste Operation. 24 Schrauben und zahlreiche Platten wurden eingesetzt. Opfer L.: „Alles im Gesicht war kaputt. Ich sah aus wie Quasimodo.“ Noch immer fällt es ihm schwer, zu sprechen, zu lächeln, zu schlafen. „Nichts ist normal.“ Auch ein Taubheitsgefühl vom Auge bis runter zur Lippe ist geblieben. „Und es ist finanziell für mich eine Katastrophe.“

Angeklagter beschreibt eine andere Version der Tat

Vom Angeklagten allerdings kommt eine andere Version, die in Richtung Notwehr geht: „Ich habe zur Abwehr zweimal in sein Gesicht geschlagen.“ Angefangen aber habe der andere Gast: „Ich spielte Dart, er griff nach meinem Bier, aus der Flasche hatte ich bereits getrunken.“ Freundlich will O. gewesen sein: „Wenn du Durst hast, kann ich dir eins bestellen.“

Doch der andere Gast habe ihn rassistisch beleidigt, habe eine Frau zur Seite geschoben und sei mit der Bierflasche in der Hand auf ihn zugekommen. Der Angeklagte: „Ich ging von einer Gefahr aus, schlug zu.“ Dass O. so schwer verletzt wurde, tue ihm sehr leid. Zur Anzeige kam es erst Wochen später. Vor sechs Monaten klickten für den Finanzfachberater die Handschellen. Urteil: voraussichtlich 24. Juni.

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