Nein, ihr seid nicht die besten Freunde eurer Kinder. Ihr seid ihre Eltern, und genau deshalb ist es eure Aufgabe, Grenzen zu setzen. Eure Kinder schreien euch an, randalieren im Supermarkt, patschen alles mit ihren ungewaschenen Fingern an. Und ihr Super-Mamis und -Papis? Ihr steht daneben, schaut weg, lächelt und versucht, alles mit ein paar netten Worten regeln zu wollen. Aber das funktioniert nicht.
Manieren sind heute ein Fremdwort
Jeder von uns kennt diese Situationen. Ob beim Einkaufen, beim Café-Besuch, im Restaurant, im Park oder in der eigenen Wohnung: Immer häufiger habe ich den Eindruck, dass viele Kinder sich kaum noch benehmen können. Sie waschen sich nicht die Hände, denn das ist nur in ihrem eigenen Zuhause Pflicht. Scheiben, Obst, Gemüse und andere Dinge werden alle angepatscht. Und die Eltern machen nichts.

Ob ihre verzogenen Mini-Versionen das halbe Restaurant auseinandernehmen oder nicht, ist ihnen vollkommen egal. Mein Vater hat selbst ein Restaurant. Wie oft habe ich schon unzählige Kinder gesehen, die an unserer Deko ziehen, mit Schuhen auf die teuren Lederstühle steigen und ihre Tomatensoße am liebsten noch unserem Koch auf den Kopf schmieren wollen?
Und egal, wie oft man die Eltern darauf hinweist, bittend rüberschaut oder sogar die Kinder in freundlichem Ton ermahnt, es ändert sich nichts. Denn die Super-Mamis und -Papis greifen nicht mehr durch. Sie sind zu antiautoritären Weltverbesserern geworden, dabei sind sie für das Verhalten ihrer Kinder verantwortlich. Kinder sind das, was sie zu Hause gelernt haben.
Meine Erziehung war sehr locker, aber ich wusste, wo meine Grenzen sind. Meiner Mutter war Hygiene schon immer wichtig, meine Eltern achteten auf unsere Manieren. Keine Ellenbogen auf dem Tisch, kein Schmatzen, kein Herunterwürgen von Essen, und sobald wir nach Hause kamen, mussten immer die Hände gewaschen werden. Das galt nicht nur woanders, sondern vor allem zu Hause.
Kinder können sich trotz Regeln frei entfalten
Der Schwachsinn, der dann von den antiautoritären Super-Eltern kommt, wenn man ihre Kinder ermahnt, ist immer derselbe: „Mein Kind soll sich frei entfalten.“ Ja, Nadine, das kann es aber auch, indem es klare Regeln bekommt. Heute wird alles zu locker gesehen. Wir hatten damals auch Regeln und konnten uns dennoch frei entfalten.
Natürlich sind nicht alle Kinder so. Und selbstverständlich darf ein Kind laut sein, spielen und auch mal einen schlechten Tag haben. Das ist schließlich das, was eine Kindheit ausmacht, aber Kinder sollten trotzdem ihre Grenzen kennen.

Kinder werden viel zu häufig vor das Handy gesetzt
Allerdings sollten sich manche Eltern auch nicht wundern, wenn die Sozialkompetenz des Kindes nicht die ist, die sie sich wünschen würden. Ist Ihnen auch schon häufiger aufgefallen, dass den Kindern, egal welchen Alters, heute am liebsten die Handys oder Tablets in die Hand gedrückt werden? Früher haben unsere Eltern Spielzeuge, Malzeug oder Kartenspiele mit in den Urlaub, ins Restaurant etc. genommen.
Heute wird sich kaum noch mit den Kleinen unterhalten. Stattdessen dürfen sie irgendwelche Cartoons auf YouTube oder Netflix gucken. Selbstverständlich sind hiermit nicht alle Eltern gemeint. Es gibt nach wie vor die Vorbild-Eltern, die auf die Manieren ihrer Kinder achten und sie in ihrer Motorik fördern. Aber es gibt eben auch diese vielen Super-Mamas und -Papas, die ihre Kinder durch mangelnde Autorität einfach verderben.



