Florida

Horror-Eltern misshandelten Adoptivtochter – während die leiblichen Kinder normal lebten

Über Jahre soll die Adoptivtochter eingesperrt, vernachlässigt und bestraft worden sein. Nun muss sich ein Ehepaar wegen schwerer Misshandlungsvorwürfe vor Gericht verantworten.

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Polizeifotos von Joel und Jennifer Kohnert aus Coral Springs in Florida. Der Feuerwehrmann und die Hausfrau sind angeklagt wegen Misshandlung ihrer Adoptivtochter.
Polizeifotos von Joel und Jennifer Kohnert aus Coral Springs in Florida. Der Feuerwehrmann und die Hausfrau sind angeklagt wegen Misshandlung ihrer Adoptivtochter.Broward Sheriff’s Office

Was ein adoptiertes Mädchen in den USA erleiden musste, ist unfassbar. Seine Adoptiveltern sollen die heute Zwölfjährige über Jahre hinweg körperlich und psychisch misshandelt haben. Seine sechs leiblichen Kinder soll das Ehepaar dagegen gut und normal behandelt haben. Nun müssen sich die Horror-Eltern vor Gericht verantworten.

Nachts eingesperrt, keine Toilette

Jahrelang soll das Mädchen in dem Einfamlienhaus in Coral Springs im US-Bundesstaat Florida wie eine Gefangene gelebt haben. Aufgedeckt wurde der Fall, nachdem sich die Zwölfjährige in der Schule an eine Vertrauensperson gewandt hatte. Nun sitzen  die Adoptiveltern Joel und Jennifer Kohnert hinter Gittern, angeklagt wegen schwerer Kindesmisshandlung.

In den Gerichtsakten wird aufgeführt, was dem Mädchen in den vergangenen Jahren angetan worden sein soll. Regelmäßig wurde die Adoptivtochter nachts eingeschlossen. Die Tür ließ sich  nur von außen öffnen, zudem war das Fenster so gesichert, dass sie nicht flüchten konnte.

Weil sie so eingesperrt nachts nicht auf die Toilette konnte, musste sie ihre Notdurft im Zimmer verrichten. Am nächsten Morgen habe sie Urin und Kot selbst beseitigen müssen – teilweise mit ihrer eigenen Kleidung. Anschließend soll sie die verschmutzten Sachen draußen in einem Eimer gewaschen haben.

Keine Spielsachen, Schläge und Beleidigungen

Das Mädchen soll auf einer Luftmatratze geschlafen haben. In ihrem Zimmer habe es nur wenige Möbel, keine Spielsachen und kaum persönliche Gegenstände gegeben. Teilweise sei der Raum sogar als Lagerfläche genutzt worden. 

Zu den Strafen, mit denen das Mädchen gequält wurde, gehörte immer wieder das Abschreiben von Bibelversen. Oder eine Dreiviertelstunde am Stück im Pool Wasser zu treten. Die Adoptivtocher musste draußen im Garten baden oder duschen – selbst bei schlechtem Wetter und  nur mit Badebekleidung.

Die Ermittlungsakten enthalten darüber hinaus Vorwürfe körperlicher Übergriffe. Jennifer Kohnert soll das Mädchen an den Haaren gezogen, geschlagen und getreten haben.  Außerdem soll die Adoptivmutter das Kind immer wieder beschimpft und erniedrigt haben. Sie soll dem Mädchen belastende Informationen über seine biologischen Eltern erzählt haben, um es emotional zu verletzen.

Leibliche Kinder hatten ein normales Zuhause

Die Geschwister des Mädchens bestätigten die Misshandlung und sagten den Ermittlern, dass sie „den größten Teil ihrer Zeit isoliert in ihrem Zimmer verbringt und Sprüche schreibt und nur selten an normalen Familienaktivitäten wie gemeinsamen Mahlzeiten oder dem Spielen mit ihren Geschwistern teilnehmen darf“, heißt es in der eidesstattlichen Erklärung.

Die leiblichen Kinder des Ehepaares hatten offenbar ein ganz normales Zuhause. Ihre Zimmer waren laut Polizei normal eingerichtet und wurden nachts nicht verschlossen. Die strengen Bestrafungen und Einschränkungen sollen ausschließlich die Adoptivtochter betroffen haben.

Adoptivvater Joel Kohnert arbeitete zum Zeitpunkt seiner Festnahme als Feuerwehr-Offizier bei Broward Sheriff Fire Rescue. Nach Bekanntwerden der Vorwürfe wurde er vom Dienst freigestellt. Sämtliche sieben Kinder wurden aus dem Haushalt genommen. Dem Ehepaar drohen erhebliche Haftstrafen.