Erschütternde Zustände in Ohio

16 Kinder lebten in Horror-Haus – Nachbarn sahen nie ein einziges!

Bei einer Hausdurchsuchung entdeckten Behörden 16 Kinder im Alter von einem bis 18 Jahren. Ermittler berichten von schweren Verwahrlosungszuständen.

Author - Paula Hitzemann
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In diesem Haus in Ohio wurden 16 verwahrloste Kinder gefunden.
In diesem Haus in Ohio wurden 16 verwahrloste Kinder gefunden.Carolyn Kaster

Der Fall erschüttert die Kleinstadt Hamden im US-Bundesstaat Ohio. Behörden holten dort 16 Kinder aus einem Wohnhaus, in dem sie nach Angaben von Polizei und Staatsanwaltschaft unter schweren Missständen gelebt haben sollen. Vier Erwachsene wurden festgenommen. 

Kinder wurden zufällig gefunden

Fäkalien, Müll und Kinder auf engstem Raum: Die Zustände in einem Haus in Ohio erschütterten selbst die erfahrenen Ermittler. Bei einer Hausdurchsuchung fanden die Behörden 16 stark verwahrloste Kinder zwischen einem Jahr und 18 Jahren alt. Englischen Medienberichten zufolge sollen sich die Minderjährigen über einen Zeitraum von rund vier Jahren überwiegend in einem Raum von knapp 3,5 mal 3,5 Meter aufgehalten haben.

Blick in das vermüllte Haus, in dem 16 Kinder und offenbar auch eine Katze lebten.
Blick in das vermüllte Haus, in dem 16 Kinder und offenbar auch eine Katze lebten.Carolyn Kaster

Das Haus wurde am Dienstag durchsucht. Warum die Behörden auf die Familie aufmerksam wurden, teilten die Ermittler zunächst nicht mit.„Wir wussten nicht, dass dort 16 Kinder sein würden“, sagte Ohios Generalstaatsanwalt Andy Wilson.

Das Haus liegt am Rand der kleinen Ortschaft Hamden im US-Bundesstaat Ohio.  Trotz der überschaubaren Nachbarschaft und der gut einsehbaren Lage des Grundstücks blieb das Schicksal der Kinder offenbar jahrelang unbemerkt. Ein Nachbar sagte der Nachrichtenagentur AP, er habe seit dem Einzug der Familie vor sechs Jahren „überhaupt keine Kinder“ gesehen.

Ermittler schildern erschütternde Zustände

Nach Angaben der Ermittler lagen Fäkalien und Müll in dem Wohnhaus herum. „Ich konnte nicht in diesen Raum gehen, ich habe nur zur Tür hineingeschaut“, sagte Wilson. „Das war gestern, und ich kann den Geruch immer noch nicht aus der Nase bekommen." 

Die Zustände im Haus beschrieben die Verantwortlichen als dramatisch. Sheriff Ryan Cain vom Vinton County sagte auf einer Pressekonferenz: „Ein Großteil unseres Viehs wird unter besseren Bedingungen gehalten als die Kinder.“ Die Ermittler zeigten sich erschüttert von dem, was sie vorfanden. Die Szene sei „einfach widerlich“ gewesen und die Kinder hätten „fast wie verwilderte Tiere“ ausgesehen.

Das Haus war vermüllt und stinkend, die Kinder teilweise in schlimmen gesundheitlichen Zuständen.
Das Haus war vermüllt und stinkend, die Kinder teilweise in schlimmen gesundheitlichen Zuständen.Carolyn Kaster

Einige von den Kindern konnten laut Behörden nicht sprechen, eine Jugendliche konnte nicht einmal ihren Namen schreiben. Sieben Kinder mussten in Krankenhäuser nach Columbus gebracht werden, zwei wurden mit Rettungshubschraubern transportiert.

Wilson machte deutlich, wie ernst die Lage gewesen sein soll. „Hätten wir noch weitere 24 Stunden gewartet, hätte es einen Todesfall gegeben, da bin ich mir ziemlich sicher.“ Die Kinder wurden medizinisch untersucht und versorgt. Nach Behördenangaben befinden sie sich inzwischen in einer sicheren Umgebung.

Anscheinend waren die Kinder nicht in Schulen angemeldet und es existierten kaum behördliche oder medizinische Unterlagen. „Diese Leute waren ziemlich gut darin, die Kinder zu verstecken“, so Wilson. Die Familie soll in den vergangenen zwei Jahrzehnten mehrfach innerhalb Süd-Ohios umgezogen sein.

4 Erwachsene festgenommen

US-Medienberichten zufolge wurden Gary Siders Jr., Gary Siders Sr., Christina Siders und Elizabeth Siders angeklagt. Es soll sich bei den Personen um die Eltern und Großeltern handeln. Alle vier plädieren für unschuldig, die Ermittlungen laufen weiter.

Nach Angaben von Staatsanwalt William Archer sehen die Behörden derzeit keine Gefahr für andere Kinder außerhalb der Familie. „Es handelt sich nicht um Menschenhandel, das ist ein innerfamiliärer Vorfall“, sagte Archer. Weitere Details zu den familiären Verhältnissen wurden zunächst nicht bekanntgegeben. 

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