Beim Reinemachen im Frühling kommt es auf Details an. Da werden auch Arbeiten ausgeführt, die sonst gern vergessen werden. imago/Viennareport, imago/Neirfy

Liebe Leserinnen und Liebe Leser, die Sonne steht, wie in jedem Frühjahr, noch tief am Himmel und knallt seit Tagen durch meine blinden, verschmutzen Fenster. Es wird also Zeit, dem Abhilfe zu schaffen und traditionell startet der Frühjahrsputz ja im März. Natürlich ist es jedem selbst überlassen, wann man damit beginnt.

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Der Frühjahrsputz ist eine jahrhundertealte Tradition

Frühjahrsputz ist in vielen Kulturen eine jahrhundertealte Tradition. Als noch mit Holz und Kohle geheizt wurde, sind die Möbel durch den Ruß eingestaubt. Mit dem Ende der Heizsaison im Frühjahr lohnte es sich,  groß sauber zu machen. In vielen Familien haben sich die Frauen dabei gegenseitig unterstützt, denn so ein gründlicher Hausputz ist ja nicht an einem Tag erledigt. Der Frühjahrsputz ist eine ideale Gelegenheit, Familienbande zu stärken und sich bei der Arbeit auszutauschen.

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Ich erinnere mich beispielsweise an sehr intensive Nachmittage mit meiner Oma während des Putzens, bei denen sie mir vom Krieg erzählte. Meine Großmutter war Jahrgang 1902 und hatte also zwei Weltkriege miterlebt. Ich war ein Schulkind und habe ihre Erzählungen niemals vergessen. Das wiederholt sich nun furchtbar in der Ukraine, wie wir alle es täglich erfahren.

Bei einem Frühjahrsputz wird die ganze Wohnung auf den Kopf gestellt. Also: Ausgemistet, gefegt, gesaugt, gewischt, gewienert, gepflegt. Ecken, die beim regelmäßigen Reinemachen ignoriert werden, sind jetzt mal an der Reihe, wie hinter dem Sofa, im Kleiderschrank und oben, in der Abstellkammer. Schränke ausräumen, auswischen und mit System und Ordnung wieder einräumen. Dazu braucht man nicht Marie Kondo, die Profi-Aufräumerin. Das können wir selber!

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Hier kommt meine ultimative Frühjahresputz-Checkliste! Gardinen abnehmen und waschen, Fenster putzen. Lampenschirme samt Kabel abwischen, Heizkörper  eventuell entlüften und saubermachen, Teppiche ausklopfen, waschen oder grundreinigen, je nach Größe und Beschaffenheit. Sofa und Polstermöbel absaugen, Kissenbezüge waschen, Gefriertruhe und Kühlschrank abtauen und auswischen.

Frühjahrsputz: Auch fernab vom Wohnzimmer gibt es viel zu tun

Aber auch fernab von Küche und Wohnzimmer gibt es viel zu tun. Abflüsse reinigen, Wasserhähne und Duschkopf entkalken, Matratzen reinigen und wenden, Lattenrost und eventuell Bettkasten abwischen. Und, ganz wichtig:  Staubwischen, auch da, wo man es nicht sieht.

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Generell gilt: Bei allem Großreinemachen arbeitet man am besten von oben nach unten und von vorne nach hinten. Mit dem letzten Aufwischen ist dann alles getan für einen gereinigten Neustart. Und dem Frühling, der Zeit des Neuanfangs. Lenken Sie sich beim gründlichen Frühjahrsputz ab von der bedrückenden Gewissheit des aktuellen Krieges.

Ihre Sabine Stickforth

KURIER-Autorin Sabine Stickforth schreibt jeden Dienstag über das Leben über 50 in Berlin.
Kontakt in die Redaktion: wirvonhier@berlinerverlag.com