Sami Khedira soll Herthas Truppe auf dem Rasen aus der Krise führen. Foto: dpa

Herthas Profis hatten Sonnabend erfolglos mit einem 1:3 bei Eintracht Frankfurt ihren Arbeitstag beendet. Sportdirektor Arne Friedrich hatte Sonntag seinen Hauptkampftag. Montag um 18 Uhr ist Winter-Transferschluss. Spätestens dann will er zwei Volltreffer präsentieren: Ex-Weltmeister Sami Khedira (33) und der Bremer Milot Rashica (24) sollen die Blau-Weißen vor dem Abstieg retten.

„Ich kann gerade nicht reden. Ich bin busy. Es gibt jede Menge zu tun. Wartet ab, wann wir etwas verkünden“, erklärte Friedrich dem KURIER-Reporter Sonntag um 13 Uhr.

Da war längst klar, dass Sami Khedira in der Stadt zum Medizincheck ist. Der Rio-Weltmeister, zuletzt in Diensten von Juventus Turin, klingt auf den ersten Blick nach einem Heilsbringer in höchster Not. „Wir sind in Gesprächen mit Sami. Ich hatte vor Kurzem ein längeres Telefonat mit ihm. Ich halte ihn für einen großartigen Leader“, erklärte Herthas neuer Geschäftsführer Carsten Schmidt.

Der erfahrene Mittelfeldspieler soll die Lücke in der jungen Mannschaft schließen, die im Sommer durch die Abgänge der Führungsspieler Per Skjelbred, Vedad Ibisevic und Salomon Kalou gerissen wurde. Eine Balance im Team und eine stabile Hierarchie soll durch Khedira hergestellt werden.

So weit, so gut! Doch es bleibt ein Fragezeichen. Kann Khedira sofort helfen? Wie fit ist er? Sein letztes Pflichtspiel für Juve machte er im Sommer 2020 im Pokalhalbfinale, in der Liga liegt der letzte Einsatz 14 Monate zurück. Eine Knie-OP und anschließende Adduktorenprobleme setzten ihn außer Gefecht. Schon vor diesen Leiden musste er im März 2019 zu einer Herz-OP. Khedira, der von Italiens Serienmeister Juventus die Freigabe zu Verhandlungen bekommen hatte, betonte in den letzten Wochen, dass er wieder fit ist und nach der Leidenszeit noch mal angreifen will. Vielleicht klappt es bei Hertha, es wäre ein Träumchen.

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Milot Rashica gewann Werder Bremen am 18.Spieltag mit 4:1 gegen Hertha. Jetzt soller von der Weser an die Spree kommen.

Neben Khedira soll auch Bremens Flügelflitzer Rashica kommen. Erst als Leihgeschäft bis zum Sommer, dann soll eine anschließende Kaufoption mit rund 15 Millionen Euro Ablöse greifen. Dieser Deal macht für beide Klubs Sinn. Denn Hertha bekommt im Sommer von den Hanseaten noch rund zwölf Millionen Ablöse für Stürmer Davie Selke. Jetzt können die Summen der beiden Profis verrechnet werden. Hertha hätte mit Rashica einen dringend benötigten Außenstürmer für die linke Seite. Zuletzt spielte dort Matheus Cunha als Notlösung. Der Brasilianer soll eigentlich im offensiven, zentralen Mittelfeld spielen.