Niklas Stark (r.) und Torwart Rune Jarstein wirken enttäuscht und ratlos nach der Niederlage in Frankfurt. Foto: City-Press

Neuer Trainer, altes Leid! Hertha BSC verliert auch beim Comeback von Pal Dardai weiter. 1:3 (0:0) bei Topklub Eintracht Frankfurt und bleibt tief im Abstiegssumpf. Immerhin wirkte die Truppe lebendiger als noch unter Vorgänger Bruno Labbadia.

Dardai räumte erstmal radikal die Mannschaft um. Sechs (!) Veränderungen in der Startelf gegenüber dem 1:4 gegen Bremen. Im Tor stand die frühere Nummer 1 Rune Jarstein statt Alexander Schwolow. In der Abwehr zwei Veränderungen: Lukas Klünter, Jordan Torunarigha rein, Peter Pekarik, Omar Alderete raus. Im Mittelfeld bekam der defensive Santiago Ascacibar den Vorzug vor Vladimir Darida. Dafür rückte Matteo Guendouzi ins offensive Zentrum. Im Sturm ersetzte Kris Piatek den verletzten Jhon Cordoba und Dodi Lukebakio spielte für Maxi Mittelstädt.

Hertha begann mutig nach vorne, aber nach einer Viertelstunde drängten die Frankfurter die Blau-Weißen immer mehr in die eigene Hälfte. In der 28. Minute musste Jarstein dann seine erste Glanztat vollbringen. Daichi Kamadas Schuss aus Nahdistanz parierte er mit Blitzreflex. Der Norwegen-Keeper rettete sieben Minuten später nochmal vor Kamada.

Die Blau-Weißen überstehen die erste Hälfte mit gut organisierter Defensive, nach vorne ging trotzdem wenig. 0:0 zur Halbzeit. Immerhin! Bei den Heimpleiten gegen Hoffenheim (0:3) und Bremen lag der Hauptstadtklub schon zur Halbzeit zurück.

Im zweiten Durchgang kommt Mittelstädt für den jungen Netz und legte sofort mit einem Heber für Piatek auf. Doch der Pole verzog, der Schuss rauschte am rechten Pfosten vorbei (49.).

Dann war es soweit Piatek traf nach Cunha-Kurzpass zum 1:0 (66.). Dardai jubelt an der Außenlinie und schaut dabei Sportdirektor Arne Friedrich ganz tief in die Augen. Es sind die Augen des unbändigen Kämpfers Dardai.

Doch die Freude dauerte nur 94 Sekunden. Dann traf Frankfurts Andre Silva per Kopf zum 1:1 (67.), weil Torunarigha einen Moment nicht aufmerksam war. Doch das machte das blau-weiße Team nicht mürbe. Ganz im Gegenteil. In der Schlussphase stürmte die Truppe weiter. Mittelstädt (79.) und Piatek (80.) vergaben die Chancen. Das rächte sich. Martin Hinteregger nickte

vor Mittelstädt zum 2:1 (85.) ein. In der Nachspielzeit gab es noch den bitteren Nachschlag. Silva verwandelte einen Foulelfmeter zum 3:1 (90.+5).  Pleite Nummer 3 in Folge war endgültig perfekt. Für Dardai gibt es noch jede Menge Arbeit, um diese Hertha zu retten. Der Trainer nach dem Abpfiff: „Eigentlich war alles okay, nur das Ergebnis nicht. Wir müssen weiter arbeiten. Wir haben viele Gegentor kassiert in der ganzen Saison, dagegen müssen wir etwas tun. Aber das geht nicht nach vier Trainingstagen.“