Alles oder nichts

Hertha zittert: Härtefälle vor Endspiel in Dresden

Nur ein Sieg hält den Aufstiegstraum von Hertha BSC am Leben. Trainer Stefan Leitl kämpft mit Personalproblemen und schwierigen Entscheidungen.

Author - Sebastian Schmitt
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Trainer Stefan Leitl hat bei Hertha BSC vor dem Endspiel um den Aufstieg bei Dynamo Dresden einige knifflige Entscheidungen zu treffen.
Trainer Stefan Leitl hat bei Hertha BSC vor dem Endspiel um den Aufstieg bei Dynamo Dresden einige knifflige Entscheidungen zu treffen.Sebastian Räppold/Matthias Koch/imago

Jetzt zählt nur noch eins: gewinnen. Hertha BSC steht vor dem ersten echten Endspiel im Aufstiegsrennen der 2. Bundesliga. In Dresden entscheidet sich, ob der Traum von der Rückkehr in die Bundesliga weiterlebt. Trainer Stefan Leitl muss liefern – und im kniffligen blau-weißen Personal-Puzzle die richtige Elf finden.

Hertha braucht in Dresden zwingend den Sieg

Hertha BSC fährt mit Wucht nach Dresden – und mit Druck im Gepäck. Sieben Spieltage vor Schluss gibt es keine Ausreden mehr. Nur ein Sieg hält den Aufstiegstraum am Leben. Nach dem wilden 5:2 in Düsseldorf ist die Hoffnung zurück. Doch jetzt muss sie standhalten.

Das Problem: Dynamo Dresden ist alles andere als ein dankbarer Gegner. Abstiegsangst? Ja. Formkrise? Nein. Die Sachsen haben sich gefangen, kämpfen, beißen, laufen.

Dynamo Dresden kämpft ums Überleben

Hinzu kommen vor dem Alles-oder-nichts-Spiel neue Verletzungssorgen. U21-Nationalspieler und Verkaufskandidat Linus Gechter droht nach einer Schulterverletzung im EM-Qualifikationsspiel in Griechenland sogar das Saison-Aus. Für ihn dürfte Toni Leistner an die Seite von Márton Dárdai rücken. Das Gute: Der Routinier wird in seiner Heimat und gegen seinen Ex-Klub Dynamo Dresden brennen. Mehr Motivation geht nicht.

Wieder die Schulter: Linus Gechter hat sich bei der U21 des DFB im EM-Quali-Spiel gegen Griechenland verletzt und fällt in Dresden aus.
Wieder die Schulter: Linus Gechter hat sich bei der U21 des DFB im EM-Quali-Spiel gegen Griechenland verletzt und fällt in Dresden aus.Michael Taeger/imago

Dazu rückt wohl Mentalitätsmonster Deyo Zeefuik für Niklas Kolbe wieder in die Abwehr. Ansonsten wird die Startelf für Leitl ein Puzzle, das kaum aufgeht. Vor allem im Mittelfeld beginnt das große Grübeln.

Cuisance sorgt für Spannung bei Hertha BSC

Ballverteiler Michael Cuisance scharrt nach abgesessener Gelb-Sperre wieder mit den Hufen – und sorgt sofort für Spannung. Zuletzt glänzte Josip Brekalo in der Zentrale. „Beides sind sehr gute Spieler am Ball. Vergleiche sind immer schwer“, erklärt Fabian Reese. Herthas Kapitän bleibt diplomatisch: „Ich verstehe mich sehr gut mit Josip, wir reden viel auf dem Platz und ergänzen uns gut. Aber ich freue mich genauso, wenn Micka wieder dabei ist.“

Für Mittelfeld-Juwel Kennet Eichhorn (16) kommt das Spiel bei Dynamo Dresden trotz seiner Rückkehr ins Teamtraining von Hertha BSC wohl noch zu früh.
Für Mittelfeld-Juwel Kennet Eichhorn (16) kommt das Spiel bei Dynamo Dresden trotz seiner Rückkehr ins Teamtraining von Hertha BSC wohl noch zu früh.Sebastian Räppold/Matthias Koch/imago

Die Frage ist dann nur: Wen nimmt Leitl raus? Nach dem Offensivfeuerwerk in Düsseldorf eigentlich keinen. Klar ist: Reese ist gesetzt. Brekalo auch. Wenn Cuisance beginnt, rückt Brekalo wohl wieder auf den Flügel. Leidtragender wäre Marten Winkler, der zuletzt mit seinem Tor in Arjen-Robben-Manier glänzte. Kurzum: Ein Härtefall ist garantiert. Mindestens.

Wunderkind Eichhorn in Dresden wieder im Hertha-Kader

Wunderkind Kennet Eichhorn ist noch keine Startelf-Option, könnte nach seiner Sprunggelenksverletzung aber erstmals seit Mitte Januar wieder im Kader stehen – und in den kommenden Spielen Hertha BSC helfen.

Egal, wer gegen Dynamo Dresden spielt, am Ende ist die blau-weiße Rechnung simpel: Gewinnt Hertha, lebt der Traum. Patzt Hertha, platzt der Traum vom Aufstieg endgültig. Dresden wird zum Prüfstein – für die Mannschaft, für den Trainer und für den Traum Bundesliga.