Hertha BSC siegt und siegt und siegt und siegt und siegt und siegt. Haben Sie mitgezählt? Jetzt sind es nach dem 1:0 bei Holstein Kiel schon sechs Pflichtspielerfolge (inklusive dem 3:0 im Pokal gegen Elversberg). Blau-weißer Jubel, Torschütze Dawid Kownacki darf sich nach seinem Siegtor zurecht feiern lassen. Doch mir gefiel eine Szene noch viel besser.
Sechste Minute in der Nachspielzeit: Deyo Zeefuik, der schon vorher ein leichtes Zucken im Oberschenkel hatte, biss auf die Zähne und setzte zur Grätsche gegen einen Kieler an. Gefühlvoll rutschte er mit seinen letzten Kräften auf dem Boden und mit seinem linken Fuß klärte er trickreich. Er zielte auf das Kieler Bein und von dort ging der Ball ins Toraus – keine Ecke!
Zeefuik stand auf, brüllend wie ein Löwe mit geballten Fäusten feierte er sich selbst und dann kamen die Mitspieler und klatschten ab. Eine Grätsche so wie schön wie Kownackis Tor. So einen Kämpfer braucht Hertha am Dienstag auch im Pokalachtelfinale gegen Kaiserslautern.
Doch Moment mal, der Holländer ist noch immer rotgesperrt. Nach seiner dummen Kopfnuss beim Pokal-Aus aus in Köln (1:2 n.V.) gegen FC-Kapitän Timo Hübers vor einem Jahr brummt Zeefuik das dritte und letzte Spiel auf der Tribüne in dem K.o.-Wettbewerb ab. Ich vermisse das Mentalitätsmonster, besonders bei den Pokalfights.


