Eisbären-Torwart Leon Hungerecker gibt im Spiel bei den Bietigheim Steelers sein DEL-Debüt. Foto: Imago/Pressefoto Baumann

Schwach gestartet und nicht wirklich gut nachgelegt ... Die Eisbären gewinnen auch Spiel drei nach der Deutschland-Cup-Pause, bei Aufsteiger Bietigheim Steelers reicht es aber nur zu einem 5:4  n.P. (2:2, 1:0, 1:2/0:0/1:0). Der wahre Meister gegen den der DEL2, Topteam gegen Tabellenschlusslicht -  im Matsch der Premieren ist ein Klassen-Unterschied aber nicht zu sehen.   

Der EHC ohne vier, also muss Trainer Serge Aubin umstellen. Weil neben Kevin Clark („verletzt“) und Marco Baßler (Verdacht auf Gehirnerschütterung) mit Blaine Byron (Hüfte) auch weiter der eigentliche Center der ersten Reihe fehlt und Vertreter Zach Boychuk (Unterkörper) ebenfalls verletzt passen muss, stellt Aubin NHL-Haudegen Frans Nielsen (949 Spiele) zwischen Marcel Noebels und Leo Pföderl. Wohl dem, der so tauschen kann. 

Bennet Roßmy trifft erstmals

Und: Trotz der Ausfälle bietet Aubin ein komplettes Line-up auf, lässt in der vierten Reihe mit Center Sebastian Streu die gelernten Verteidiger Eric Mik und Korbinian Geibel stürmen. Im Tor gönnt er Mathias Niederberger an dessen 29. Geburtstag eine Pause. So kommt Leon Hungerecker (23), die eigentliche Nr. 3, zu seinem DEL-Debüt.

Und vorneweg: Er macht seine Sache gut, obwohl er (noch) zu viele Pucks nach vorn abprallen lässt. Bei den Gegentoren von Sheen zum 0:1 (6.) und 3:3 (46.) sieht er nicht wirklich gut aus. Trotzdem wehrt Hungerecker insgesamt 33 Schüsse ab, klärt in einigen brenzligen Situationen klasse. Wie auch in der Verlängerung, im Penaltyschießen hält Leon dann sogar alle drei Versuche der Steelers. Beim 0:2 durch Ex-Eisbär Ranford (9.) ist er machtlos.

Dieses 0:2 ist der Weckruf für den EHC. Bennet Roßmy (18) sorgt für den Anschluss (13.) und somit für die zweite Premiere des Abends. Im 19. Spiel ist es das erste DEL-Tor des gebürtigen Zittauers. Nur 44 Sekunden später staubt Noebels zum 2:2 ab (14.).

Leo Pföderls tolles Solo

Dann ist Pföderl dran: Der schnappt sich den Puck im eigenen Drittel, kurvt bis vors Bietigheim-Tor und schiebt Steelers-Goalie Aittokallio die Hartgummischeibe mit der Rückhand durch die Schoner - 3:2 (28.). Jetzt läuft doch!? Na ja, die zuvor in elf Spielen nur einmal siegreichen Steelers um Kapitän Tine Braun (fünfmal Meister mit den Eisbären) sind nicht mal platt, als Jonas Müller zum 4:3 (58.) einhämmert.  

Bietigheim geht alles oder nichts, nimmt exakt zwei Minuten vor Ultimo Aittokallio für einen sechsten Feldspieler vom Eis und gleicht 15 Sekunden später durch Stretch tatsächlich aus - 4:4 (59.). Verlängerung. Es geht hin und her, Tore fallen aber nicht. Im Penaltyschießen glänzt dann Hungerecker, Matt White besorgt den Extrapunkt.

Am Sonntag geht es weiter mit dem Heimspiel gegen Nürnberg (19 Uhr, MB-Arena).