Film-Klassiker

„Daniel Druskat“: Warum diese DDR-Miniserie 13 Jahre unter Zensur blieb

Trotz jahrelanger Zensur begeistert die Kult-Miniserie „Daniel Druskat“ aus der DDR bis heute. Das ist ihre dunkle Geschichte.

Author - Sebastian Krause
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Hilmar Thate spielt in einer fünfteiligen DDR-Serie "Daniel Druskat".
Hilmar Thate spielt in einer fünfteiligen DDR-Serie "Daniel Druskat".imago/Berlinfoto

Mehr als ein Jahrzehnt lag die Miniserie „Daniel Druskat“ wegen der Zensur auf Eis – und wurde trotzdem zum Klassiker des DDR-Fernsehens. Ausgerechnet die prominente Besetzung sorgte damals dafür, dass sich die Verantwortlichen lange gegen eine Ausstrahlung entschieden.

Film „Daniel Druskat“ zeigt authentisches Bild

Dabei zeigt „Daniel Druskat“ ein besonders authentisches Bild vom ländlichen Leben in der DDR: Als der allseits beliebte Daniel Druskat verhaftet wird, ist die Überraschung im Dorf groß. Der Vorsitzende der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft gilt in seiner Heimat schließlich als engagierter Genosse.

Streit zwischen zwei Freunden eskaliert

Während alle rätseln, versucht seine junge Tochter Anja, die Wahrheit ans Licht zu bringen – und verdächtigt Max Stephan, den Vorsitzenden der Landwirtschaftlichen Produktionsgenossenschaft im Nachbardorf. Zwischen Druskat und Stephan herrscht seit Jahren eine ebenso tiefe Feindschaft wie Freundschaft. Zuletzt wollte Druskat die beiden Genossenschaften zusammenführen, Stephan stellte sich dagegen.

Schauspieler Manfred Krug spielt in „Daniel Druskat“ Stephan.
Schauspieler Manfred Krug spielt in „Daniel Druskat“ Stephan.imago/Peter Homann

Der Streit eskalierte öffentlich. Auch privat ist die Lage brisant: Stephans Frau war einst Druskats Jugendliebe und empfindet noch immer etwas für ihn.

Serie läuft erstmals 1976 im DDR-Fernsehen

Der Fünfteiler gilt heute als echter DDR-Klassiker. Die Hauptrollen spielen die Kult-Schauspieler Hilmar Thate als Druskat und Manfred Krug als Stephan. Regie führte mit Lothar Bellag ein im DDR-Fernsehen bestens bekannter Name. Dass die Serie bis heute Eindruck macht, zeigt auch die Bewertung: Die Filmdatenbank IMDb vergibt 7,3 von 10 Sternen.

Für Fans nostalgischer Dorfromantik und für alle, die einen Einblick ins DDR-Landleben suchen, ist „Daniel Druskat“ deshalb sehenswert. Erstmals lief die Serie 1976 im DDR-Fernsehen. Doch anders als viele andere Produktionen verschwand sie danach für Jahre aus dem Programm – aus politischen Gründen.

Film bleibt 13 Jahre lang unter Zensur

Die Hauptdarsteller Manfred Krug und Hilmar Thate sowie Angelica Domröse, die ebenfalls mitwirkte, verließen später die DDR und entschieden sich für ein Leben im Westen. Für die Verantwortlichen in der DDR war das Grund genug, diese Schauspieler nicht mehr im Fernsehen zu zeigen – und damit auch „Daniel Druskat“ aus dem Programm zu verbannen.

Ganze 13 Jahre blieb die Serie unter Zensur, bevor sie 1989 wieder ausgestrahlt wurde. Während später viele Filme über die DDR entstanden, ist „Daniel Druskat“ selbst ein filmischer Zeitzeuge.

Gedreht wird in einem Dorf an der Müritz

Gedreht wurde in einem Dorf an der Müritz, auf einem tatsächlich bewirtschafteten Bauernhof und in den echten Gaststätten der umliegenden Dörfer. Genau das macht die ländliche Szenerie so glaubwürdig. Auch die Handlung wirkt ungewöhnlich nah an der Realität, weil sie viele Begebenheiten aus der DDR aufgreift und dabei eine auffallend kritische Perspektive einnimmt.

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