In diesem Jahr wird das 35-Jahre-Jubiläum der Wiedervereinigung gefeiert – 35 Jahre ist es also her, dass die DDR begann, sich langsam in Luft aufzulösen. Viele Dinge, die den Menschen im Osten damals die Welt bedeuteten, verschwanden nach und nach aus dem Alltag. Nur in den Museen sind sie heute noch zu finden. Allerdings wird es nach und nach schwerer, Exponate für die Ausstellungen zu entdecken. Das DDR Museum Berlin ist momentan auf der Suche nach neuen Objekten, die die riesige Sammlung des Museums ergänzen sollen. Wenn Sie DIESE Dinge noch zu Hause haben, dann hüten Sie einen echten DDR-Schatz!
DDR Museum Berlin auf der Suche: Es wird immer schwerer, DDR-Produkte zu finden
Immer wieder tauchen sie auf Dachböden, Flohmärkten oder bei Haushaltsauflösungen auf: Die letzten Relikte aus der DDR. Doch je weiter wir uns von der Wende entfernen, desto schwieriger wird es für Museen, die entsprechenden Dinge aufzutreiben. Denn wer hat heute noch Tempo-Bohnen, Haarspray der Marke Action oder sogar Tampons aus der DDR im Schrank? Genau danach suchen die Macher des DDR Museum Berlin aktuell aber mit Hochdruck. Grund ist eine neue Ausstellung.
Was genau mit den Dingen passieren soll, wird aktuell noch nicht verraten. Nur so viel: Sie könnten schon bald Teil einer neuen Installation im Museum in der Karl-Liebknecht-Straße werden. Die Frage ist: Finden sich die gesuchten Gegenstände, die es früher in nahezu jedem Laden gab, heute noch in Haushalten irgendwo im Osten Deutschlands? „Bürgerinnen und Bürger, die einen Beitrag zur Bewahrung der DDR-Geschichte leisten möchten, sind herzlich eingeladen, Objekte aus dem DDR-Alltag zu spenden“, heißt es vom Museum.
Kennen Sie Tempo-Bohnen und Wofasept? Diese Produkte aus der DDR werden gesucht
Zu den gesuchten Dingen gehören unter anderem die berühmten Tempo-Bohnen – Tempo-Erbsen und Tempo-Linsen finden sich bereits im Depot des DDR Museum Berlin, doch bei den Bohnen klafft noch eine Lücke im Katalog. Heute haben sie Seltenheitswert, in der DDR hingegen durften sie in keinem Haushalt fehlen. „Mit nur 10 Minuten Kochzeit bildeten sie eine gute Grundlage für die schnelle Küche“, sagt Sammlungsleiter Eric Strohmeier-Wimmer. Auch die Club-Cola stand in so manchem Kühlschrank, das DDR-Museum würde den eigenen Kühlschrank in der Sammlung nun gern auffüllen. „Sie war die Antwort der DDR auf das Modegetränke aus dem Westen, wurde entwickelt im Auftrag der SED“, sagt der DDR-Experte.




In den Badezimmern der DDR fanden sich unter anderem die Kosmetik-Produkte der Marke „Action“. Die Macher des Museums suchen aktuell vor allem nach Haarspray und Deospray, die bunten Flaschen dürften bei vielen Erinnerungen an längst vergangene Zeiten wecken. „Sie waren ein typisches Produkt der 1980er Jahre, hatten ein poppiges Design mit hohen Wiedererkennungswert. Die Zielgruppe waren vor allem junge Menschen“, sagt Strohmeier-Wimmer. Verschiedene Produkte der Marke Action – darunter auch Lippenstift und Lidschatten-Paletten, sind schon heute Teil der riesigen Sammlung des DDR Museum Berlin.
Berühmter Kaffee aus der DDR: Kaffee-Mix wurde auch „Erichs Krönung“ genannt
Gesucht wird auch der „Kaffee-Mix“, ein Kaffee-Ersatzprodukt, das die Reaktion der DDR auf die Kaffeekrise von 1977 darstellte. „Der Kaffee-Mix bestand nur zu 51 Prozent aus Kaffee“, sagt Eric Strohmeier-Wimmer. „Der Rest war eine Mischung aus Roggen, Gerste und Rübenschnitzeln.“ Das besondere Produkt wurde auch als „Erichs Krönung“ bezeichnet, ist noch heute Teil vieler lustiger Anekdoten aus der damaligen Zeit. Den Geruch der DDR verbinden viele hingegen mit Wofasept, einem Reinigungs- und Desinfektionsmittel, das in der Farbenfabrik Wolfen, die 1969 im VEB Chemiekombinat Bitterfeld aufging.



Tampons von Imuna und Binden von Perfekt waren in der DDR Mangelware
Und: Sogar so vermeintlich einfache Dinge wie Tampons werden gesucht! „Tampons und Damenbinden galten ständig als Mangelware“, sagt Eric Strohmeier-Wimmer. „Trotz der Tatsache, dass Heerscharen von Funktionären der SED in den 1980er-Jahren mit der Lösung der Versorgungsprobleme befasst waren.“ Für die Ausstellung suchen die Macher des DDR Museum Berlin speziell nach Damenbinden der Marke Perfekt und Tampons der Marke Imuna. Auf dem Wunschzettel für die neue Installation finden sich aktuell außerdem Würfelzucker aus der DDR, Speisewürze, Speisesalz und Babynahrung.
- „Action“ Haarspray und Deospray
- Würfelzucker
- Speisesalz
- Kaffee und „Kaffee-Mix“
- Club Cola
- Tempo Bohnen
- Speisewürze
- „Wofasept“-Flaschen
- Babynahrung aus den 1970er- und 1980er-Jahren
- „Perfekt“ Damenbinden
- „Imuna“ Tampons



