Neue Baustelle

Wegen Terrorangst: Hier stockt der Verkehr in Berlin über Monate!

Ab Montag, 27. April, wird am Breitscheidplatz gebaut, der Verkehr ist für mehrere Monate eingeschränkt.

Author - Stefan Doerr
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Rund um die Gedächtniskirche wird es an der Tauentzienstraße eng.
Rund um die Gedächtniskirche wird es an der Tauentzienstraße eng.Monika Skolimowska/dpa

Auf Berlins berühmtester Flaniermeile droht der nächste Verkehrsfrust. Am Kurfürstendamm, genauer gesagt in der Ranke- und Tauentzienstraße, wird ab Montag, 27. April 2026, gebaut. Und das monatelang!

Nadelöhr für Autofahrer bis zum November

Erst Ende des Jahres soll alles fertig sein. Autofahrer und Fußgänger müssen sich also auf ein langes Nadelöhr einstellen! Die Verkehrs­informations­zentrale Berlin (VIZ) kündigte an, dass die Arbeiten bis November 2026 dauern sollen.

Grund für die Großbaustelle: Unter der Straße müssen Leitungsträger umgebaut werden, um Platz zu schaffen für den geplanten dauerhaften Terrorschutz am Breitscheidplatz.

Poller sichern den Breitscheidplatz seit dem verheerenden Terroranschlag ab.
Poller sichern den Breitscheidplatz seit dem verheerenden Terroranschlag ab.Markus Wächter/Berliner Zeitung

Nur noch einspurig Richtung Wittenbergplatz

Während der Bauphase wird der Bereich für Autofahrer und Fußgänger zur Geduldsprobe. Während der Arbeiten wird die Fahrbahn in Richtung Wittenbergplatz auf nur noch einen Fahrstreifen verengt. Gerade in einem der ohnehin meistbefahrenen Bereiche der Hauptstadt dürfte das für zusätzliche Staus sorgen.

Auch Fußgänger müssen sich auf Behinderungen einstellen, weil einzelne Wege zeitweise eingeschränkt werden können. Das Straßen- und Grünflächenamt von Charlottenburg-Wilmersdorf bat Anwohner und Verkehrsteilnehmer bereits vorsorglich um Verständnis für die Belastungen in den kommenden Monaten.

Das Bauprojekt zum Terrorschutz hat einen Hintergrund, der 2016 ganz Deutschland erschütterte. Der islamistische Terroranschlag auf den Weihnachtsmarkt am Berliner Breitscheidplatz am 19. Dezember war einer der schwersten in Deutschland.

Der Tunesier Anis Amri hatte einen Lkw gekapert und steuerte den Lastwagen in die Menschenmenge an der Kaiser-Wilhelm-Gedächtniskirche. 13 Weihnachtsmarkt-Besucher wurden getötet und mehr als 70 verletzt. Tage später wurde der Täter in Italien erschossen.

Damit sich so ein Anschlag nie wiederholen kann, wird nun unter der Straße gebaut. Bis Jahresende dürfte die Geduld vieler Verkehrsteilnehmer allerdings auf eine harte Probe gestellt werden.

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