Der Angeklagte am Freitag beim Prozess. Pressefoto Wagner

Seine Nachbarn sahen sich ängstlich um, wenn sie das Haus betraten: Malte B. (39) soll gepoltert, genervt, mit Gewalt gedroht haben. Nun steht er vor Gericht.

Ein Nachbarschreck. So sehen es Zeugen aus dem Haus mit 18 Mietparteien. Ingrid R. (57): „Es herrschte Angst.“ B. habe sich ständig über Lärm aufgeregt – und anderen die Ruhe genommen.

Zeugin R.: „Er warf auch Gläser in den Hausflur.“ Er habe mit einem Schraubendreher in der Hand gedroht: „Kommt raus, ich steche euch ab.“ Klingeln, Briefkästen, Namensschilder seien beschädigt worden.

Um drei Vorfälle in dem Haus in Lichterfelde geht es nun. Am 4. Februar soll B. gegen 23.20 Uhr durchs Treppenhaus gepoltert sein – wie zum Angriff gerüstet.

Bewaffnet mit zwei Küchenmessern

Die Anklage: „Er schlug gegen die Türen.“ Bewaffnet mit zwei Küchenmessern habe er Todesdrohungen gebrüllt. Dann soll er das Tor zum Grundstück mit einem Fahrradschloss blockiert haben – „die Mitbewohner konnten das Gelände nicht mehr verlassen“.

20 Tage später wieder Stunk im Haus – „kommt raus, ich drehe euch den Hals um …“ Mit Wucht sei er gegen eine Tür gesprungen. Schließlich Droh-Attacken im April.

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Seit Jahren soll der Nachbarschreck nerven. Immer wieder wurde die Polizei gerufen. Bewohner Andreas K. (63): „Kaum war die Polizei weg, schrie er wieder.“ Und drohte: „Wer hat die Polizei gerufen? Jetzt könnt ich was erleben!“

Todesdrohungen gegen Nachbarn

Er lebt seit Jahren in dem Haus, wohl allein. Als Kurierfahrer war er zuletzt tagsüber tätig. Nachts soll er gepoltert haben – „er fing dann an zu waschen, er schmeißt Türen zu auch gegen zwei Uhr morgens“. Zeuge K.: „Wenn man mit ihm darüber reden will, sagt er, der Lärm komme von oben.“

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Freiheitsberaubung und Bedrohung lauten nun die Vorwürfe. Die Richter prüfen im Prozess auch, ob B. ein Fall für die Gerichtspsychiatrie ist. Fortsetzung: Freitag.