Ein Spezialkommando der Polizei stürmt ein Objekt (Symbolfoto). Imago/Held

Und wieder führten die Spuren in das kriminelle Milieu arabischstämmiger Clans: Vier Monate nach einem millionenschweren Einbruch in eine Bank nahe Hamburg ist die Kriminalpolizei mit einer Razzia in Berlin gegen Verdächtige vorgegangen. Tatverdächtig ist wieder der Clan der R.,  aus deren Kreis auch die Diebe der Goldmünze aus dem Berliner Bode-Museum und die Verdächtigen vom Diamanten-Diebstahl aus dem Grünen Gewölbe in Dresden gehören, wie die Bild-Zeitung schreibt. 

Ein SEK durchsucht mehrere Wohnungen

Mehrere Wohnungen wurden Freitagmorgen von Spezialeinsatzkommandos (SEK) und Kripo durchsucht. Die Polizei aus Schleswig-Holstein arbeitete dabei mit den Berliner Kollegen zusammen. Durchsucht wurde auch ein Juweliergeschäft in Charlottenburg.

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Der Einbruch in die Sparkasse in Norderstedt nördlich von Hamburg im August erinnert an den Einbruch in die Steglitzer Volksbank vom 14. Januar 2013. In beiden Fällen arbeiteten sich die Diebe mit einem Kernbohrer durch dicken Beton und räumten dann Schließfächer leer. In Norderstedt hatten sich die Täter im Mai unter einem falschen Namen eine Wohnung über dem Tresorraum der Sparkasse gemietet.  Von dort bohrten sie sich durch den Boden in den Raum mit den Schließfächern. Sie brachen mehr als 600 Fächer auf und stahlen Beute im Wert von mehreren Millionen Euro – in Medienberichten war von elf Millionen Euro die Rede. Die gemietete Wohnung zündeten sie an, um Spuren zu vernichten.

Die ZDF-Sendung „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ berichtete am Mittwoch über den Fall

 „Aktenzeichen XY ... ungelöst“ berichtete am Mittwoch im ZDF über den Fall. Die Hamburger Sparkasse und die Staatsanwaltschaft Kiel setzten 55.000 Euro Belohnung für Hinweise aus. Eine Bankmitarbeiterin hatte bereits im Frühjahr 2020 einen Mann bemerkt, der sich auffällig im Bereich vor dem Tresorraum umgesehen hatte. Die Polizei sucht die Täter mit Phantombildern und Bildern aus Überwachungskameras. Wohl mit Erfolg, wie die Razzia in Berlin zeigt. 

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Wie beim Einbruch in eine Steglitzer Volksbank wurde wieder ein Kernbohrer benutzt

Möglicherweise gibt es Verbindungen zu einem versuchten Einbruch in eine Bank in Hamburg-Altona im Oktober 2020. In dem Fall nahm die Polizei im November einen Verdächtigen in Berlin fest, der jetzt in Untersuchungshaft sitzt. Auch bei dieser Tat war ein großer Kernbohrer benutzt worden. Die Täter mussten allerdings ohne Beute flüchten. „Wir prüfen Zusammenhänge“, sagte ein Sprecher der Hamburger Polizei.

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Der Rechtsanwalt Michael Plassmann kennt sich mit beiden Einbrüchen aus. Er vertrat die Kunden der Berliner Volksbank und vertritt jetzt die einer Sparkasse in Norderstedt bei Hamburg, wo eine Bande mit einem Kernbohrer durch die Decke brach und 600 Schließfächer plünderte. „Das Problem bei solchen Fällen ist, dass die Kunden beweisen müssen, welche Werte sie in den Fächern hatten“, sagte er in der Berliner Zeitung. Die Volksbank kam den geschädigten Kunden „aus Kulanz“ entgegen und erstattete einen Teil der gestohlenen Werte.