In Berlin

Syrer gesteht vor Gericht: Terroranschlag in der Hauptstadt geplant

Wie knapp entging Berlin einem Terror-Anschlag durch Abdullah R. (22)? Der junge Syrer stand nun vor Gericht.

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Vor dem Landgericht gab der Syrer zu, dass er einen Terroranschlag plante.
Vor dem Landgericht gab der Syrer zu, dass er einen Terroranschlag plante.Jens Kalaene/DPA

Er duckt sich nicht, er gesteht – und schockiert: „Ich hatte die finale Entscheidung getroffen, es zu machen.“ Er habe sich radikalisiert – „der Teufel steckte in meinem Kopf“. Mit diesen Gedanken habe er einen islamistischen Anschlag verüben wollen.

Juden und Ungläubige sollten die Opfer werden

Er wollte als Märtyrer verehrt werden. Der Tat sollten in Berlin lebende Juden sowie seiner Ansicht nach „Ungläubige“ zum Opfer fallen. Einen genauen Tatort gab es wohl noch nicht.

Abdullah R. kam Ende 2023 nach Deutschland. Mit der Erlaubnis seiner Mutter. R.: „Ich wollte arbeiten, Geld verdienen, ein Auto kaufen. Doch dann änderten sich meine Träume und Ziele.“ Er habe sich radikalisiert. „Ab Ramadan 2025“, wie er sagt

Im Internet sei es geschehen – in Chats mit Islamisten, dann habe er Veröffentlichungen der Terrormiliz Islamischer Staat (IS) geschaut. Dort sei gegen Europa gehetzt worden - auch mit Bildern von Raketen.

Das Kriminalgericht in der Turmstraße in Moabit
Das Kriminalgericht in der Turmstraße in MoabitJoko/IMAGO

Syrer R.: „Ich dachte darüber nach, hier zum Märtyrer zu werden.“ Ein Chat-Partner habe ihn bestärkt. Der abscheuliche Plan: „Erst mit einem Messer, dann würde ich einen Sprengstoffgürtel einsetzen.“ Für einen Selbstmordanschlag.

Er bestellte im Internet Zutaten für eine Bombe

Immer mehr IS-Videos seien bei ihm aufgetaucht. R.: „Ich habe meine Gedanken vom IS bekommen.“ Er beschaffte sich Anleitungen zum Bau einer Sprengvorrichtun und bestellte im Internet Bomben-Zutaten.

Für sein Umfeld wohnte er unauffällig bei seinem Onkel in Neukölln, half in dessen Reisebüro als Laufbursche. Doch der mutmaßliche IS-Fanatiker war den Ermittlern in den sozialen Medien aufgefallen. Mehrfach soll R. IS-Propaganda geteilt haben.

Am 1. November seine Festnahme in einem Haus in der Neuköllner Sonnenallee. Durchsuchungen in drei Wohnungen in Neukölln und Köpenick bestätigten: R. hatte Utensilien für einen Bombenbau gehortet.

Nun beteuert er: „Ich hatte Glück, dass ich erwischt worden bin.“ Fortsetzung im Prozess um Vorbereitung einer terroristischen Gewalttat: 11. Mai.

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