Nach Strom-Blackout

Nach Strom-Chaos in Berlin: Innensenatorin kontert Wegner

Nach dem Stromausfall in Südwesten Berlins schießt Iris Spranger gegen Bürgermeister Wegner zurück – und warnt vor neuen Risiken für die Hauptstadt.

Author - Sebastian Karkos
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Kai Wegner (l.) und Iris Spranger sind offenbar nur noch Teil eines Zweckbündnisses.
Kai Wegner (l.) und Iris Spranger sind offenbar nur noch Teil eines Zweckbündnisses.Britta Pedersen/dpa

Sie werden keine Freunde mehr. Nach dem Stromausfall vor einer Woche in Steglitz-Zehlendorf erzählt Innensenatorin Iris Spranger (64/SPD) nun, wie die Krisentage abliefen. Die B.Z. hatte zuerst berichtet. Die Kommunikation zwischen Bürgermeister Kai Wegner (53/CDU) war offenbar nicht die beste …

Spranger: „Mich erreichte am Samstag, dem 3. Januar, um 7.15 Uhr die Nachricht, dass es um 6.12 Uhr zu einem Brand an einer Kabeltrasse in Berlin-Lichterfelde gekommen ist.“

Es folgte eine Telefonkonferenz: „Um 7.45 Uhr hatte ich eine erste koordinierende Schalte unter anderem mit meinem Staatssekretär für Inneres, Christian Hochgrebe, und dem Leiter der Abteilung 3 durchgeführt. Hierbei haben wir auch bereits die Strukturen zur Krisenbewältigung in meinem Haus vereinbart.“

Um 8.05 Uhr war das Telefon von Kai Wegner noch aus

Wegners Telefon war aus, als sie ihn um 8.05 Uhr anrief: „Das war noch ausgeschaltet, samstags nicht unüblich.“ Es folgte die schriftliche Benachrichtigung.

Wegner hatte Spranger zuvor kritisiert, dass er erst um 8.07 Uhr informiert wurde. Sie sagt jetzt: „Wir erleben gerade ein Windhundrennen, wer am schnellsten ist oder war. Damit ist Berlin nicht geholfen. Wahlkampfgetöse gehört nicht hierher. Und ich werde mich daran auch nicht beteiligen.“

Der dunkle und stromlose Mexikoplatz in Zehlendorf am 7. Januar 2026.
Der dunkle und stromlose Mexikoplatz in Zehlendorf am 7. Januar 2026.Emmanuele Contini/IMAGO

Unterdessen sieht Spranger nach dem Brandanschlag aufs Stromnetz die Gefahr nicht gebannt. Sie betont: „Wir geben in Berlin viel zu wenig Geld für Katastrophenschutz aus, es sind etwas mehr als drei Euro pro Kopf. Wir brauchen dringend aber fünf Euro pro Kopf.“ Nötig seien u.a. mehr Notstromaggregate, mehr Lagerkapazitäten, zusätzliche Software oder eine eigene Tanklogistik.

Von 45 Katastrophenschutz-Leuchttürmen sind nur 14 einsatzbereit

Spranger spricht die Bezirke klar an: „Es gibt Optimierungspotenzial und Sachverhalte, die künftig anders bewältigt werden müssen.“ Von den 45 sogenannten Katastrophenschutz-Leuchttürmen, also Anlaufstellen, seien in den Bezirken nur 14 einsatzbereit: in Mitte, Reinickendorf, Lichtenberg und Treptow-Köpenick. Keine gute Aussichten ...

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