Bahn-Streik

So viel verdient ein BVG-Fahrer wirklich

Wenn sie nicht streiken, halten sie Berlin zu jeder Tageszeit am Laufen. Ein Blick in die Tarifverträge verrät, wie viel man als Fahrer bei der BVG verdient.

Author - Jana Hollstein
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Die Fahrer der BVG streiken momentan für bessere Arbeitsbedingungen.
Die Fahrer der BVG streiken momentan für bessere Arbeitsbedingungen.Political-Moments/imago

Sie halten Berlin am Laufen – frühmorgens, spät nachts, bei Regen, Hitze und im Dauerschichtdienst. Erst letzte Woche haben Fahrer der Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) für neue Tarifverträge gestreikt. Doch was kassieren eigentlich die Fahrer von Bus, Tram und U-Bahn?

Gehalt bei der BVG richtet sich nach Tarifvertrag

Klar ist: Reich wird bei der BVG als Fahrer niemand. Schlecht bezahlt sind die Jobs aber auch nicht. Das Gehalt richtet sich nach dem Tarifvertrag für den Berliner Nahverkehr. Entscheidend sind Erfahrung, Einsatz und Betriebszugehörigkeit. Wer frisch ausgebildet ans Steuer darf, landet direkt in Entgeltgruppe 5, Stufe 3, und bekommt rund 3180 Euro brutto im Monat.

Busse und Bahnen in Berlin standen am letzten Wochenende still.
Busse und Bahnen in Berlin standen am letzten Wochenende still.Henk Hogerzeil/Berliner Zeitung

Obendrauf gibt’s bares Extra: 225 Euro Fahrdienstzulage, bis zu 80 Euro für Dienstkleidung und saftige Zuschläge. Nachtschichten bringen 25 Prozent mehr, Wochenenden ebenfalls bis zu 25 Prozent, an Feiertagen klingelt die Kasse richtig – mit 135 Prozent Zuschlag.

Und damit nicht genug: Zum Jahresende winken 2000 Euro Weihnachtsgeld, im Juni kommen 500 Euro Urlaubsgeld dazu. Außerdem haben BVG-Fahrer 30 Tage Urlaub im Jahr. Gearbeitet wird in Vollzeit 37,5 Stunden pro Woche, die Probezeit beträgt sechs Monate.

Zusätzlich zum Gehalt: Hier zahlt die BVG

Auch bei den Extras zeigt sich die BVG spendabel: Freifahrt-Ausweis, betriebliche Altersvorsorge, vermögenswirksame Leistungen, Fahrrad-Leasing, Gesundheitstage, kostenlose Grippeschutzimpfung – und sogar eigene Fitnessstudios stehen den Mitarbeitern offen. Vielleicht kein Luxusjob, aber ein sicherer Verdienst mit vielen Zuschlägen – und einer Aufgabe, ohne die Berlin stillstehen würde.

Die Fahrer streiken in Berlin übrigens nicht für einen höheren Lohn, sondern um den sogenannten Manteltarifvertrag, der die Arbeitsbedingungen der Beschäftigten regelt. Die Gewerkschaft Verdi fordert unter anderem zusätzliche Urlaubstage, eine verbindliche Mindestruhezeit von elf Stunden zwischen zwei Schichten sowie höheres Urlaubsgeld mit der Option auf Umwandlung in freie Tage. Zudem soll die sogenannte Wendezeit – die Pause am Ende einer Strecke vor der Rückfahrt – mindestens sechs Minuten betragen. Das hält die BVG nicht für realisierbar.

Die nächste Verhandlungsrunde ist für den 4. und 5. März geplant.

Was ist Ihre Meinung zu dem Thema? Schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com