Dieser Vorfall zeigt deutlich, was rücksichtslose Raserei anrichten kann. In Berlin-Friedenau hat ein Mietwagenfahrer am Mittwochabend nicht nur sich selbst, sondern auch weitere Berliner Verkehrsteilnehmer in Gefahr gebracht. Was bisher über den schweren Autounfall bekannt ist.
Unfallverursacher 70 km/h zu schnell unterwegs
Unser KURIER-Reporter berichtet: Gegen 19:30 Uhr am Mittwoch wurde die Berliner Feuerwehr zum Südwestkorso Ecke Laubacher Straße in Friedenau (Tempelhof-Schöneberg) alarmiert – wegen eines schweren Verkehrsunfalls.
Ein Auto einer Mietwagenfirma soll laut Augenzeugen mit weit über 100 km/h auf einen stehenden SUV an der Ampel aufgefahren sein. Erlaubt sind hier maximal 30 km/h, der Raser war also rund 70 km/h zu schnell unterwegs. Der betroffene SUV – mit vier Leuten besetzt – schleuderte daraufhin 40 m nach vorn.

Eine lebensgefährliche Situation. Nicht auszudenken, was passiert wäre, wenn es sich bei dem vorderen Auto um ein weniger stabiles Modell gehandelt hätte.
Zwei Verletzte durch den schweren Aufprall, Kind erleidet Knalltrauma
Bei dem Unfall wurde der Beifahrer des SUV verletzt und musste in ein Krankenhaus gebracht werden. Der Fahrer des Mietwagens wurde ebenfalls schwerstverletzt in ein Krankenhaus gebracht.
Besonders übel: Ein Kind, das sich zufällig an der Kreuzung befand, wurde ebenfalls wegen eines Knalltraumas behandelt, konnte aber mit seinen Eltern nach Hause gehen. Ein Knalltrauma ist eine plötzliche Schädigung des Gehörs durch einen extrem lauten Knall (z. B. Explosion, Böller, Schuss). Typische Folgen sind Hörminderung, Tinnitus und Druckgefühl im Ohr.

An der Einsatzstelle wurde eine Drohne für Übersichtsaufnahmen eingesetzt. Ein Unfall-Sachverständiger und der Verkehrsunfalldienst der Berliner Polizei sicherten bis spät in die Nacht Spuren an der Einsatzstelle.
Welche rechtlichen Folgen auf den Raser zukommen könnten
Wer rund 70 km/h zu schnell fährt und dadurch einen schweren Unfall verursacht, muss mit gravierenden Folgen rechnen: Neben einem hohen Bußgeld und Punkten drohen oft ein Entzug der Fahrerlaubnis sowie eine mögliche MPU (medizinisch‑psychologische Untersuchung, auch „Idiotentest“ genannt).

Kommen Personen zu Schaden, wird daraus schnell ein Strafverfahren – etwa wegen fahrlässiger Körperverletzung oder sogar fahrlässiger Tötung, was Geldstrafen oder Freiheitsstrafen nach sich ziehen kann. Zusätzlich kann die Versicherung den Fahrer finanziell in Regress nehmen.


