Kokain, Cannabis, Ecstasy und Ketamin – und das alles offenbar nur wenige Klicks von den Konsumenten entfernt. Mit einem gewaltigen Schlag gegen die Berliner Drogenszene haben Ermittler jetzt ein mutmaßliches Netzwerk hinter den berüchtigten Koks-Taxis ins Visier genommen. Die Dimensionen sind enorm.
250 Polizisten und Staatsanwälte rücken gleichzeitig aus
Am Dienstagmorgen rückten rund 250 Polizisten und Staatsanwälte gleichzeitig in Berlin, Brandenburg und Sachsen aus. Wohnungen und andere Räume wurden durchsucht, Türen geöffnet und Beweismittel gesichert. Insgesamt 16 Objekte standen auf der Liste der Ermittler. Allein in Berlin fanden die Maßnahmen in gleich neun Stadtteilen statt. Auch in Potsdam, im Havelland und im sächsischen Chemnitz schlugen die Beamten zu.
Im Mittelpunkt der Ermittlungen steht ein gerade einmal 19 Jahre alter Mann. Trotz seines jungen Alters soll er Teil einer professionell organisierten Drogenstruktur gewesen sein. Nach bisherigen Erkenntnissen der Ermittler soll er gemeinsam mit Komplizen die Fahrer sogenannter Koks-Taxis mit Drogen versorgt haben. Die Rede ist von mehr als 400 Fällen.
Die Vorstellung dahinter wirkt erschreckend simpel: Kunden bestellen Drogen ähnlich bequem wie Essen oder Getränke. Kurze Zeit später klingelt es an der Tür oder ein Fahrer trifft am vereinbarten Ort ein. Genau gegen diese Form des schnellen Drogenhandels gehen die Behörden nun verstärkt vor.

Die Bilanz der Razzia zeigt, welche Mengen dabei offenbar im Umlauf waren. Die Beamten beschlagnahmten 1,3 Kilogramm Kokain, 20 Kilogramm Marihuana, knapp zwei Kilogramm Haschisch sowie Hunderte verkaufsfertige Portionen verschiedener Partydrogen. Darunter sollen sich unter anderem Ketamin, MDMA und Ecstasy befunden haben. Außerdem stellten die Ermittler Verpackungsmaterial, Bargeld in fünfstelliger Höhe und zwei Fahrzeuge sicher.
Polizeisprecher sagt: „Berlin ist vollgeschwemmt von Koks-Taxis“
Ein Sprecher der GdP erklärt: „Unser Dank gilt allen beteiligten Kollegen, die mit erstklassiger Ermittlungsarbeit die Durchsuchungen vorbereitet haben. Berlin ist vollgeschwemmt von Koks-Taxis. Tagtäglich werden in Berlin Fahrzeuge aus dem Verkehr gezogen, gefahren von kleinen Dealern, die in Strukturen arbeiten, in denen sie immer wieder mit Stoff versorgt werden.“



