Er flog 20 Meter weit

Raser fuhr Familienvater tot: Das ist seine Ausrede vor Gericht!

Malik O. musste sich jetzt vor Gericht verantworten. Er hatte auf der Hermannstraße einen Fußballfan überfahren. Nun die Strafe auf Bewährung.

Author - Tanja Tal
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Für seine tödliche Raserei im Sommer 2024 musste sich Malik O. jetzt vor Gericht verantworten.
Für seine tödliche Raserei im Sommer 2024 musste sich Malik O. jetzt vor Gericht verantworten.Pressefoto Wagner

Die Protz-Karre geliehen, seine Raserei verheerend: Mit fast 100 Sachen erfasste Malik O. (28) einen Fußgänger, fuhr ihn tot. Dann ergriff er feige die Flucht. Der Raser knapp zwei Jahre später vor dem Amtsgericht: Stütze-Empfänger, keinen Beruf erlernt, will „vielleicht mal in die Sicherheitsbranche oder Personenbeförderung“. Er wirkt äußerlich gelassen, als der Staatsanwalt die Anklage wegen fahrlässiger Tötung und Unfallflucht verliest.

Freundin als Ausrede für die tödliche Raserei

Seine Ausrede für die tödliche Raserei: „Ich war auf dem Weg zu meiner schwangeren Freundin. Ich sollte sofort kommen.“ Sie habe ihm die Pistole auf die Brust gesetzt – „sonst würde sie meinen Eltern von der Schwangerschaft erzählen.“

Der 26. Juni 2024 gegen 23 Uhr. Auf der Hermannstraße bejubelten türkische Fußballfans einen Sieg ihrer Nationalmannschaft. Fliesenleger Said T. (67) war nicht mehr weit von seinem Zuhause entfernt. Der dreifache Vater wollte die Straße überqueren.

Plötzlich tauchte ein schwarzer Protz-Sportwagen auf. O. am Steuer eines Mercedes AMG SL 63 (585 PS). An der Kreuzung Biebricher Straße konnte sich Said T. nicht mehr in Sicherheit bringen. Er wurde mehr als 20 Meter durch die Luft geschleudert. Der Familienvater schlug zwischen geparkten Autos auf. Jede Hilfe kam zu spät. Er verstarb trotz Reanimationsversuchen noch am Unfallort.

Der Angeklagte Malik O. (28) vor dem Vorsitzenden Richter am Amtsgericht Berlin
Der Angeklagte Malik O. (28) vor dem Vorsitzenden Richter am Amtsgericht BerlinPressefoto Wagner

Der Raser stoppte, stieg aus. Ein Augenzeuge filmte die Szene. O. wurde wütend, brüllte: „Hör auf zu filmen, du kleiner Bastard!“ Dann stieg er in das Auto eines Bekannten, machte sich aus dem Staub. Eine Stunde später ging er allerdings mit seinem Vater zur Polizei: „Ich bin der Unfallfahrer.“

Der tödliche Luxus-Schlitten war ein Leihwagen

Kein eigenes Geld verdient, aber Luxus-Schlitten – „ein Leihwagen“. Er sei als zweiter Fahrer eingetragen gewesen. Sein Geständnis: „Ich habe Fehler gemacht.“ Er bereue. Auf der Hermannstraße habe sich wegen des gewonnenen EM-Spiels der Türkei eine Kolonne gebildet – „ich wollte vorbei, gab an einer Ampel Gas, überholte links“.

Plötzlich sei da der Fußgänger gewesen – „ich habe noch eine Vollbremsung gemacht, habe ihn aber erwischt“. Danach sei er wie im „Schockzustand“ gewesen.

Ein Gutachter errechnete: Mit bis zu 98 km/h raste Malik O. mitten in der Stadt, fuhr den Fußgänger mit noch 91 km/h um. Der Experte: „Bei dem erlaubten Tempo 50 wäre er rund 16 Meter vor dem Opfer zum Stehen gekommen.“ Der Unfall war klar vermeidbar.

Der Richter: „Die Tat lässt mich fassungslos zurück.“ Urteil: Ein Jahr und zehn Monate Haft auf Bewährung sowie Führerscheinsperre für zweieinhalb Jahre.