Die Protz-Karre geliehen, seine Raserei verheerend: Mit fast 100 Sachen erfasste Malik O. (28) einen Fußgänger, fuhr ihn tot. Dann ergriff er feige die Flucht. Der Raser knapp zwei Jahre später vor dem Amtsgericht: Stütze-Empfänger, keinen Beruf erlernt, will „vielleicht mal in die Sicherheitsbranche oder Personenbeförderung“. Er wirkt äußerlich gelassen, als der Staatsanwalt die Anklage wegen fahrlässiger Tötung und Unfallflucht verliest.
Freundin als Ausrede für die tödliche Raserei
Seine Ausrede für die tödliche Raserei: „Ich war auf dem Weg zu meiner schwangeren Freundin. Ich sollte sofort kommen.“ Sie habe ihm die Pistole auf die Brust gesetzt – „sonst würde sie meinen Eltern von der Schwangerschaft erzählen.“
Der 26. Juni 2024 gegen 23 Uhr. Auf der Hermannstraße bejubelten türkische Fußballfans einen Sieg ihrer Nationalmannschaft. Fliesenleger Said T. (67) war nicht mehr weit von seinem Zuhause entfernt. Der dreifache Vater wollte die Straße überqueren.
Plötzlich tauchte ein schwarzer Protz-Sportwagen auf. O. am Steuer eines Mercedes AMG SL 63 (585 PS). An der Kreuzung Biebricher Straße konnte sich Said T. nicht mehr in Sicherheit bringen. Er wurde mehr als 20 Meter durch die Luft geschleudert. Der Familienvater schlug zwischen geparkten Autos auf. Jede Hilfe kam zu spät. Er verstarb trotz Reanimationsversuchen noch am Unfallort.

Der Raser stoppte, stieg aus. Ein Augenzeuge filmte die Szene. O. wurde wütend, brüllte: „Hör auf zu filmen, du kleiner Bastard!“ Dann stieg er in das Auto eines Bekannten, machte sich aus dem Staub. Eine Stunde später ging er allerdings mit seinem Vater zur Polizei: „Ich bin der Unfallfahrer.“
Der tödliche Luxus-Schlitten war ein Leihwagen
Kein eigenes Geld verdient, aber Luxus-Schlitten – „ein Leihwagen“. Er sei als zweiter Fahrer eingetragen gewesen. Sein Geständnis: „Ich habe Fehler gemacht.“ Er bereue. Auf der Hermannstraße habe sich wegen des gewonnenen EM-Spiels der Türkei eine Kolonne gebildet – „ich wollte vorbei, gab an einer Ampel Gas, überholte links“.
Plötzlich sei da der Fußgänger gewesen – „ich habe noch eine Vollbremsung gemacht, habe ihn aber erwischt“. Danach sei er wie im „Schockzustand“ gewesen.


