„Wir freuen uns und arbeiten mit Hochdruck daran, die Eisenbahnüberführung Wiltbergstraße schnellstmöglich für Sie auszubauen!“, schreibt die Deutsche Bahn auf ihrer Projektwebseite. Doch seit nunmehr vier Jahren leiden die Bürger im Pankower Ortsteil Buch unter den Bauarbeiten an ihrer Hauptschlagader. Geplant waren anderthalb Jahre! Die Wiltbergstraße ist wegen der Bauarbeiten an der Brücke auf der Stettiner Bahn immer durchtrennt. Im August soll die Straße sogar komplett gesperrt werden. Für zwei Jahre bis 2028!
Riss durch das Zentrum
Die Wiltbergstraße ist keine Schönheit, dennoch befindet sich hier das Zentrum von Berlin-Buch. Geschäfte, Bäcker, Sparkasse, gleich nebenan das Bürgeramt. Mittendrin liegt der S-Bahnhof, in dessen Umfeld es immer wieder zu Sperrungen kommt.

Mitarbeiter und Besucher im Helios Klinikum Buch müssen deswegen kilometerlange Umwege fahren. Wegen der Sperrung auf der Wiltbergstaße bilden sich ringsum auf den Ausweichstraßen immer wieder Staus. Die Bahn saniert eine Brücke über der Straße, seit Jahren sollte das Projekt schon abgeschlossen sein. Nun nennt der CDU-Abgeordnete Johannes Kraft einen Fertigstellungstermin, der den Buchern überhaupt nicht gefallen wird. Noch bis mindestens 2028 soll die Straße unpassierbar bleiben. Auch für Radfahrer und Fußgänger!
Vollkrise wegen Vollsperrung
Dagegen wendet sich Kraft nun mit einer Unterschriftenaktion. Der Pankower CDU-Abgeordnete kritisiert die geplante Vollsperrung der Wiltbergstraße in Buch auch für Fußgänger und Fahrradfahrer bis mindestens 2028 scharf. Er wendet sich mit einem Schreiben an die Deutsche Bahn AG und die DB InfraGO und fordert darin, die Einschränkungen auf das geringstmögliche Maß zu reduzieren. Um seiner Forderung Nachdruck zu verleihen, sammelt er für dieses Schreiben nun Unterschriften.

„Eine vollständige Sperrung auch für Fußgänger und Radfahrer ist nicht akzeptabel. Das bedeutet massive Einschränkungen für den Alltag der Menschen in Buch über Jahre hinweg. Auch die geplanten Umleitungsstrecken für den Autoverkehr sind nur schwer zumutbar“, so Johannes Kraft. „Die Interessen der Menschen vor Ort müssen endlich stärker berücksichtigt und der barrierefreie Zugang zum S-Bahnhof sichergestellt werden.“
Hintergrund: Die Bahn muss in Buch vier marode Brücken auf der Stettiner Bahn erneuern. Dazu werden drei Hilfsbrücken gebaut und schließlich mit dem Neubau die Bahn für die Zukunft fit zu machen.
Die Bucher sind Einschränkungen gewohnt, doch ab Samstag, 15. August 2026, „sperren wir die Wiltbergstraße wieder komplett. Eine Trennung nach Fuß-, Rad-, und Kraftverkehr ist nicht vorgesehen. Die vollständige Aufhebung der Sperrung planen wir mit der Fertigstellung des Vorhabens ab 2028“, schreibt die Bahn. Als Ersatz soll der Pölnitzweg dienen. Auch der Radweg Röntgentaler Weg ist bis Anfang 2028 nicht passierbar. Man kann stattdessen aber durch den Bucher Schloßpark fahren.
Unerwarteter Baugrund sorgte für Verzögerungen
Und warum dauern die Bauarbeiten an der Brücke nun schon seit 2022? „Hauptgrund für die Verzögerungen sind die Baugrundverhältnisse, die aus den Planunterlagen nicht hervorgingen“, so ein Bahn-Sprecher zur BZ. „Daher mussten Planung und Bautechnologie umfassend angepasst werden.“ Nach Beginn der Bauarbeiten musste alles komplett neu geplant werden.
„Ursprünglich planten wir, die Wiltbergstraße Anfang Oktober 2025 wieder freizugeben. Die Arbeiten der Berliner Wasserbetriebe verzögerten sich jedoch durch Starkregenereignisse und Probleme mit der Trinkwasserleitung zunächst bis Anfang März 2026. Da zusätzlich die Verlegungsarbeiten der Berliner Wasserbetriebe länger dauern als geplant, verzögert sich die Straßenöffnung weiter“, erklärt die Deutsche Bahn.
