Nach der dramatischen Wolfs-Attacke mitten in Hamburg stellen sich viele Menschen jetzt genau diese eine Frage. Kann sich ein Wolf auch in Berlin in die Innenstadt verirren und gefährlich werden? Die kurze Antwort der Experten klingt erstmal beruhigend. Ganz ausschließen lässt es sich aber nicht.
Warum der Hamburg Fall nicht auf Berlin übertragbar ist
In Hamburg war die Situation besonders. Wie das Brandenburger Landesamt für Umwelt erklärt, wurde der Wolf offenbar durch die breite Elbe an seiner Wanderung gehindert. Das Tier steckte mehrere Tage in dicht besiedelten Gebieten fest. Der Stress nahm immer weiter zu. Am Ende verirrte sich der Wolf in eine Einkaufspassage und verletzte eine Frau.
Eine solche Barriere gibt es in Berlin und Brandenburg nicht. Flüsse wie Spree oder Havel können von Wölfen problemlos durchschwommen werden. Genau deshalb ist die Wahrscheinlichkeit hier sogar höher, dass ein Tier die Stadt schnell wieder verlässt oder sie großräumig umgeht.
Das bedeutet aber nicht, dass Wölfe gar nicht in Stadtnähe auftauchen. Im Gegenteil. In den vergangenen Jahren wurden immer wieder Tiere in Orten wie Rathenow oder Frankfurt an der Oder gesichtet. Auch am Rand von Potsdam und Berlin gab es Begegnungen. Meistens blieben diese unbemerkt oder dauerten nur wenige Stunden.

Warum kommen Wölfe überhaupt so nah an Städte heran? Die Behörde sagt, dass dahinter kein aggressives Verhalten steckt. Junge Wölfe verlassen ihr Rudel, sobald sie geschlechtsreif sind. Dann ziehen sie oft hunderte Kilometer durch die Landschaft auf der Suche nach einem eigenen Revier.
Dabei folgen sie keinem festen Plan. Sie orientieren sich an Nahrung, Gerüchen und natürlichen Wegen. Manchmal führt sie das zufällig auch in Richtung einer Stadt. Wenn dann noch Hindernisse oder Stress dazukommen, kann es zu ungewöhnlichen Situationen kommen.
Experten sprechen von absoluter Ausnahme
Der Fall in Hamburg ist deshalb eine absolute Ausnahme. Laut den Experten handelt es sich um ein höchst seltenes Ereignis. Der Wolf habe nicht gezielt angegriffen, sondern aus Angst reagiert, als er sich bedrängt fühlte und keinen Fluchtweg mehr hatte.


