Viele Berliner haben die letzten Anschläge auf die Stromversorgung in der Hauptstadt noch in guter Erinnerung – im September und im Januar mussten unzählige Haushalte ohne Elektrizität auskommen, nachdem es Angriffe auf eine Kabelbrücke im Südwesten der Stadt und auf einen Strommast im Südosten gab. Nun drohen Chaoten offenbar mit weiteren Angriffen auf das Stromnetz, rufen mit einem Plakat im Netz zur Sabotage auf. Der Verfassungsschutz ist bereits alarmiert. Und die Angst vor dem Stromausfall ist zurück.
Jetzt wird mit neuen Strom-Anschlägen gedroht
Grund für die Aufregung: Auf der linksextremen Plattform Indymedia tauchte jetzt ein Plakat auf, auf dem zur Sabotage aufgerufen und mit neuen Anschlägen auf die Stromversorgung gedroht wird. Unter der Überschrift „Cut the Power, so we can see the stars“ wird dort unter anderem zu Solidarität mit den Betroffenen von polizeilichen Durchsuchungen aufgerufen. Die Überschrift bedeutet übersetzt: „Schaltet den Strom ab, damit wir die Sterne sehen können.“
Die Durchsuchungen, um die es hier geht, fanden bereits am 24. März statt. An 17 Orten in ganz Deutschland – darunter neben Berlin auch Hamburg und Düsseldorf – wurden unter anderem Wohnungen durchsucht. Es seien „private Wohnungen, Wohnungen von Familienangehörigen und Friends der verdächtigten Anarchist*innen, Orte der Bewegung, wie die anarchistische Bibliothek Kalabalik sowie der Infoladen Scherer8 und der L5 Späti“ durchsucht und verwüstet worden, kritisieren die Ersteller des entsprechenden Plakats.

Von den Behörden hieß es, dass es bei den Durchsuchungen um den Anschlag auf einen Strommast in Adlershof ging. Spannend dabei: Der RBB will aus Sicherheitskreisen erfahren haben, dass das Schreiben aus dem direkten Umfeld der Verdächtigen stammen könnte. Der Grund sind die genannten Informationen über die Orte, an denen im März entsprechende Durchsuchungen stattgefunden haben.
Staatsschutz prüft das neue Droh-Plakat
Das Plakat wurde bereits vom Staatsschutz geprüft und für authentisch befunden, heißt es in Berichten. „Unsere mit den KRITIS-Betreibern abgestimmten Maßnahmen sind stadtweit auf einem hohen Niveau und wir beobachten die möglichen und bislang unspezifischen Bedrohungsszenarien durchgängig und sehr aufmerksam“, hieß es von den Behörden. KRITIS ist dabei die Abkürzung für „Kritische Infrastruktur“, gemeint sind hier also Absprachen mit den entsprechenden Netzbetreibern.

Erst im Januar gab es den letzten Strom-Anschlag
In Berlin war es im vergangenen Jahr im September und dieses Jahr im Januar zu Angriffen auf die Stromversorgung gekommen. Im September zündeten Unbekannte Stromleitungen an einem Mast im Südosten Berlins an, legten damit die Stromversorgung bei Tausenden Haushalten lahm und trafen auch den Technologiepark Adlershof. Im Januar gab es dann einen Anschlag auf eine Kabelbrücke, die zum großflächigen Stromausfall im Südwesten Berlins führte. Das Plakat der Linksextremisten dürfte die Angst vor neuen Anschlägen jetzt ordentlich anfeuern.


