Berlin tappt im Dunkeln – zumindest Teile davon. Seit dem frühen Samstagmorgen gibt es in der Hauptstadt einen großen Stromausfall. Wegen eines Feuers an einer Kabelbrücke über dem Teltowkanal sind die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde ohne Strom.
Wie es heißt, werden die Reparaturarbeiten noch bis Donnerstagnachmittag dauern. Erst dann können die Haushalte wieder ans Netz gehen. Fünf Tage ohne Strom!
In den sozialen Netzwerken ist der Frust bei den Menschen groß. Viele zeigen sich fassungslos, dass es in einer Weltstadt wie Berlin fünf Tage dauern soll, bis der Schaden an der Leitung behoben ist. „Warum gibt es immer noch keine Umleitung über andere Trassen? Aus Köpenick Blackout nichts gelernt?“, fragt sich ein User auf der Instagram-Seite des Berliner KURIER.
Er bezieht sich damit wohl auf die beiden Stromausfälle im September vergangenen Jahres und auf den im Februar 2019. In beiden Fällen war der Bezirk von massiven Einschränkungen betroffen.
User fragt, warum man keine chinesischen Spezialisten einfliegen lässt
„Eine ganze Woche? Kann man keine chinesischen Spezialisten einfliegen?“, fragt sich ein anderer Instagram-User mit Blick auf die lange Wartezeit, bis der Schaden repariert sein soll. „Wieso wissen die jetzt schon, dass das bis Donnerstag dauert? Knapp ne Woche kein Strom? Und das mitten in Berlin?“, ergänzt ein weiterer Leser.
Ein anderer meint nur lapidar: „Berlin halt“. Und ein weiterer User erträgt den tagelangen Stromausfall offensichtlich nur noch mit Sarkasmus. Er meint, jetzt könne man Lichterfelde in „Lichterlos“ umbenennen – versehen mit einem lachenden Smiley.
Stromausfälle sind in Deutschland keine Seltenheit
Im sozialen Netzwerk Threads fragt sich eine Userin, „ob die Täter ein Hirn haben“. Der Account „blackout_stromausfall“ schreibt dazu: „Stromausfälle sind an der Tagesordnung. Im Jahr 2022 kam es in Deutschland zu rund 158.000 Stromausfällen laut Bundesnetzagentur (Bericht vom 07.11.2023). Die Gründe sind Kurzschluss, Überlastung, Defekte an Strom- oder Hochspannungsleitungen, Bauarbeiten, Stürme, Gewitter oder starker Schneefall.“

In Berlin hatte am frühen Samstagmorgen ein Brand an einer Kabelbrücke über den Teltowkanal zum Kraftwerk Lichterfelde mehr als ein Dutzend wichtige Leitungen beschädigt. Nach Angaben der für Energie zuständigen Wirtschaftssenatorin Franziska Giffey (SPD) wurden Brandsätze direkt unter den Kabeln platziert, die dann mit großer Hitze die Kabel zerstörten.
Der Anschlag sorgt für einen großen Stromausfall, von dem zunächst 45.000 Haushalte und mehr als 2200 Unternehmen betroffen waren. Inzwischen konnten 7000 Haushalte und 150 Gewerbekunden wieder angeschlossen werden, wie Stromnetz Berlin mitteilte. Betroffen sind die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde. Menschen sitzen dort im Dunkeln und in kalten Wohnungen. Außerdem ist das Internet gestört.
Stromausfall voraussichtlich noch bis Donnerstag
Die Schäden am Stromnetz sind nach Angaben des Betreibers Stromnetz Berlin so schwerwiegend und die Reparatur so kompliziert, dass die Notlage außergewöhnlich lange dauern wird. Erst am Donnerstagnachmittag könnten voraussichtlich alle Stromkunden wieder versorgt werden.


