Lichterfelde

Großeinsatz für Helfer bei Stromausfall in Lichterfelde

Nach dem Blackout im Südwesten Berlins werden Klinikpatienten und Heimbewohner aus dem Gebiet evakuiert.

Author - Stefan Doerr
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Rettungsdienste brachten Klinikpatienten und Bedürftige in andere Berliner Stadtgebiete.
Rettungsdienste brachten Klinikpatienten und Bedürftige in andere Berliner Stadtgebiete.Axel Billig/Pressefoto Wagner

Der Mega-Stromausfall hält den Südwesten Berlins in Atem. Mehrere hundert Feuerwehrleute und zahlreiche weitere Helfer sind im Dauereinsatz, um die Folgen für rund 45.000 Haushalte abzufedern. Besonders betroffen ist der Bezirk Steglitz-Zehlendorf und der Blackout wird wohl tagelang dauern.

Neben der Berliner Feuerwehr sind auch Freiwillige Feuerwehren, das Technische Hilfswerk und weitere Hilfsorganisationen mobilisiert worden. „Wir sind mit der Berufsfeuerwehr dabei, wir haben Freiwillige Feuerwehren alarmiert, das Technische Hilfswerk und weitere Organisationen sind ebenfalls aktiv“, sagte Feuerwehr-Sprecher Vinzenz Kasch.

Klinikpatienten werden evakuiert

Die Situation gilt als besonders heikel, weil sich mehrere Pflegeheime und Krankenhäuser im betroffenen Gebiet befinden. Nach Angaben der Feuerwehr mussten bereits Bewohner und Patienten aus zwei Einrichtungen in andere Heime verlegt werden. Weitere Maßnahmen werden derzeit geprüft. Die Lage entwickle sich ständig weiter und bleibe schwer einschätzbar.

Und für viele bedeutet der Stromausfall, dass sie tagelang im Kalten sitzen müssen. Nach Einschätzung von Stromnetz Berlin könnte er bis nächsten Donnerstag, 8. Januar, dauern. Das wäre der längste Stromausfall in Berlin seit dem Zweiten Weltkrieg. Grund ist der sehr aufwendige Bau von Ersatzleitungen nach dem Brand einer Kabelbrücke über den Teltow-Kanal, wie ein Sprecher mitteilte. Der Netzbetreiber hofft aber, rund 10.000 Haushalte ab Samstagabend, 3. Januar, aus anderen Netzteilen wieder zu versorgen.

Zurnhallen oder andere passende Gebäude sollen bis zum Abend als Notunterkünfte bereitgestellt und eingerichtet werden, hieß es von der Feuerwehr.

Wegen des Stromausfalls wurden Heimbewohner aus dem Gebiet evakuiert.
Wegen des Stromausfalls wurden Heimbewohner aus dem Gebiet evakuiert.Axel Billig/Pressefoto Wagner

Busfahrer setzten Notruf für Bedürftige ab

Die Feuerwehr appellierte an die Bevölkerung, aufmerksam zu sein und hilfsbedürftige Nachbarn zu unterstützen. Gasbetriebene Heizgeräte sollten keinesfalls in Innenräumen genutzt werden. Falls das Telefonnetz ausfällt, können sich Betroffene in Notfällen direkt an die nächste Feuer- oder Polizeiwache wenden. Auch Busfahrer können einen Notruf absetzen. Berlinerinnen und Berliner außerhalb des betroffenen Gebiets wurden gebeten zu prüfen, ob Angehörige oder Bekannte im Südwesten der Stadt Hilfe benötigen könnten.

Geschäfte und Supermärkte mussten wegen des Stromausfalls schließen.
Geschäfte und Supermärkte mussten wegen des Stromausfalls schließen.Michael Kappeler/dpa

Erst am Abend könnte Strom wieder fließen

Stromnetz Berlin veröffentlichte unterdessen auf seiner Internetseite eine Karte des betroffenen Gebiets. Demnach liegt der Schwerpunkt des Stromausfalls im Ortsteil Lichterfelde im äußersten Südwesten der Hauptstadt.

Der Stromausfall seit etwa 6.00 Uhr morgens betrifft die Stadtteile Nikolassee, Zehlendorf, Wannsee und Lichterfelde. Der Brand einer Kabelbrücke über den Teltowkanal hat mehrere Kabel zum nahegelegenen Kraftwerk Lichterfelde beschädigt. Das Feuer ist gelöscht. Die Polizei ermittelt wegen Verdachts auf Brandstiftung.