Teils heftige Schneefälle haben der Hauptstadt ein Winterkleid verpasst. Was in den Parks bei Tageslicht einfach nur schön aussieht, kann man auf den Straßen nun wirklich nicht gebrauchen. In Berlin krachte es in der Nacht teilweise heftig.
Auf dem Friedrich-Olbricht-Damm rammte gegen 0:50 Uhr ein Autofahrer einen Jeep, der sich wiederum in einem anderen PKW schob. Der Verursacher kam auf der gegenüberliegenden Seite zum Stehen und die Person auf den hinteren Sitzen konnte nicht mehr den Wagen verlassen. Die Feuerwehr musste die Person aus dem Fahrzeug rausholen, indem die hintere Tür entfernt wurde. Insgesamt wurden zwei Personen bei dem Unfall verletzt.

Kurz nach Mitternacht kam es auf der A100 Höhe Spandauer Damm zu einem Verkehrsunfall mit mehreren PKWs. Rettungskräfte hatten durch die Baustelle Probleme zur Einsatzstelle durchzukommen und hingen dann auch etwas länger an der Einsatzstelle fest, weil es aufgrund der Glätte weder vor noch zurück ging. Die Autobahn war in Fahrtrichtung Nord mindestens zwei Stunden voll gesperrt.

Kurz nach 23:00 Uhr kam von der Bornholmer Brücke kommend ein PKW aufgrund des starken Schneefalls von der Straße ab, überschlug sich und blieb auf den Gleisen der Tram liegen. Die drei Insassen konnten sich selber aus dem Auto befreien, wurden vom Rettungsdienst gesichtet und mussten nicht in ein Krankenhaus gebracht werden. Die Feuerwehr konnte den Wagen stabilisieren und dann mit dem Rüstwagen wieder aufrichten. Für die Dauer der Bergungsarbeiten blieb der Tram-Verkehr für ca. eine Stunde gesperrt.
Berlin ist mit den Schnee-Unfällen in bester Gesellschaft. In ganz Deutschland kam es zu Unfällen wegen vereisten und zugeschneiten Straßen. In Bayern und Norddeutschland blockierten Lkw Autobahnen, die dann für Aufräumarbeiten gesperrt wurden. In Hamburg waren bereits am Freitagnachmittag Dutzende Fahrzeuge auf der Köhlbrandbrücke stecken geblieben.

Lastwagen kippt um - Lachs fällt auf Autobahn in Bayern
Auf der A 93 in der Oberpfalz kippte ein Lastwagen mit Lachs um. Durch den Unfall war der Anhänger des Lastwagens aufgeplatzt und der Fisch verteilte sich über die Fahrbahn. Die Autobahn war bei Wernberg-Köblitz (Landkreis Schwandorf) für mehr als zehn Stunden gesperrt. Der Fahrer blieb unverletzt.
Auch auf der A1 kurz vor Bremen rutschte ein Lastwagen auf der glatten Straße und kollidierte unter anderem mit einem LED-Schild und der Leitplanke. Der Fahrer blieb unverletzt. Die Beamten sperrten die Autobahn. Um die Fahrbahn von Eis und Schnee zu befreien, musste die Polizei die Streufahrzeuge durch die Rettungsgasse zum Unfallort lotsen.
Auch in Mecklenburg-Vorpommern kam es zu zahlreichen Glätteunfällen. Die Polizeidirektion in Neubrandenburg zählte in der Nacht zwölf Unfälle wegen glatter Straßen. Die Direktion in Rostock registrierte 57 Unfälle in den vergangenen 24 Stunden. Dabei wurden neun Menschen leicht verletzt.
In Hamburg bleiben Fahrzeuge an Brücke stecken
Bereits am Freitagnachmittag hatte das Wetter auch für ein größeres Chaos in Hamburg gesorgt. Auf der Köhlbrandbrücke, die die Hansestadt mit der A7 verbindet, blieben Dutzende Lastwagen und Autos stecken. Sie schafften es nicht mehr, die Brücke nach oben zufahren. Ein Lastwagen war auch ins Rutschen gekommen und hatte sich gedreht. Die Polizei war mehr als sechs Stunden damit beschäftigt, den Verkehr zu regeln. Erst als der Winterdienst die Brücke streute, konnten Fahrzeuge die Brücke wieder passieren. Zu Unfällen sei es nicht gekommen.
Nacht zu Sonntag wird wieder glatt
Im Laufe des Vormittags soll das Eis nach Prognosen des Deutschen Wetterdienstes (DWD) auf den Straßen wegtauen. Nur im Süden kann es bei Frühwerten bis zu minus neun Grad glatt bleiben. In Teilen Norddeutschlands soll es immer wieder Schneeschauer und kurze Graupelgewitter geben. Gegen Abend werden an der Nordsee schwere Sturmböen erwartet.
