Es ist ein historisches Treffen von Ost und West: Am 2. März treffen im Theater Ost in Berlin-Adlershof die beiden Verleger Holger Friedrich und Mathias Döpfner aufeinander. Friedrich hat mit dem Berliner Verlag (hier erscheinen auch Berliner KURIER und Berliner Zeitung) gerade die neue Ostdeutsche Allgemeine Zeitung an den Start gebracht, Döpfner ist als langjähriger Lenker von Axel Springer bekannt. Es dürfte eine spannende Debatte werden.
Holger Friedrich und Mathias Döpfner: Gleiche Branche, unterschiedliche Perspektiven
Und das schon deshalb, weil hier zwei Männer auf einer Bühne sitzen werden, die zwar in der gleichen Branche regieren, aber trotzdem völlig unterschiedliche Perspektiven mitbringen. Auf der einen Seite Mathias Döpfner, der in Bonn geboren und in der alten Bundesrepublik sozialisiert wurde, seit 2002 Vorstandsvorsitzender der Axel Springer SE ist. Auf der anderen Seite Holger Friedrich, ein ostdeutscher Unternehmer, der im Jahr 2019 mit seiner Frau Silke Friedrich den Berliner Verlag kaufte.

Und der den Anspruch formuliert, dass der Osten für deutsch-deutsche Fragen auch ein eigenes Sprachrohr haben muss. Auch deshalb ging erst in der vergangenen Woche die neue Ostdeutsche Allgemeine Zeitung an den Start – mit täglichen Digitalausgaben und einer gedruckten Zeitung zum Wochenende. Ein großer Schritt auch für das deutsche Tageszeitungsgeschäft, das bisher zu großen Teilen in westdeutscher Hand war.
Die Ostdeutsche Allgemeine Zeitung soll auch dafür sorgen, dass der Osten nicht mehr nur in der Rolle des Beobachters auftreten will, wenn es um gesamtgesellschaftliche Fragen geht. Und damit auch das neue Leitmedium von Ostdeutschland werden.
Das Blatt läutet ein neues Kapitel im deutschen Journalismus ein. „Es benötigt ein ostdeutsches Leitmedium, um emanzipiert an gesellschaftlichen Debatten teilnehmen und eigene Perspektiven einbringen zu können – ohne Denunziation, ohne Verzerrung und ohne Framing“, schrieben Silke und Holger Friedrich in einem Text zum Start des neuen Blattes.
Döpfner entschuldige sich für Aussagen zum Osten
Und was sagt Mathias Döpfner dazu? Der Springer-Vorstandsvorsitzende hatte sich vor Jahren fragwürdig über die Ostdeutschen geäußert. In Chats, die von der Wochenzeitung „Die Zeit“ geleakt wurden, schrieb er: „Die Ossis sind entweder Kommunisten oder Faschisten.“ Und: „Dazwischen tun sie es nicht“. Später schrieb er in BILD zu seinen Aussagen: „Ich bitte um Entschuldigung dafür, dass ich mit meinen Worten viele gekränkt, verunsichert oder verletzt habe.“
Über was zwischen den beiden Leadern in der Berliner Medienwelt noch zu debattieren sein wird, zeigt der 2. März: Da treffen Friedrich und Döpfner im Theater Ost in Berlin-Adlershof aufeinander. Die Veranstaltung startet und 19.30 Uhr und ist ausverkauft. Das Gespräch wird aber auf der Website der Berliner Zeitung und bei der Ostdeutschen Allgemeinen Zeitung live übertragen.




