Bei Sammys Berliner Donuts wird der traditionelle Berliner Pfannkuchen neu erfunden. Neben dem Klassiker mit Marmeladenfüllung bekommt man hier auch ausgefallene Kreationen wie den „Cheesecake Blueberry Donut“, den „Lotus Biscoff Donut“ oder den Donut mit Vanille-Butterstreusel-Topping. Alle handgemacht und einfach lecker. Hinter dem Erfolgskonzept steckt Inhaberin und Gründerin Samantha-Josephine Sawadsky. Im KURIER-Interview beschreibt sie ihren Weg zur selbstständigen Geschäftsfrau.
Warum sich mehr Berlinerinnen selbstständig machen sollten
Viele Frauen träumen von der Selbstständigkeit, trauen sich aber nicht. Was würden Sie ihnen heute sagen? „Selbstständigkeit war für mich nie eine Mutprobe, sondern einfach die Entscheidung, meinen eigenen Weg zu gehen. Nicht jeder versteht das – und das ist auch okay“, betont Samantha-Josephine Sawadsky von Sammys Berliner Donuts. „Wichtig ist nur, dass man selbst dahintersteht und bereit ist, Verantwortung zu übernehmen.“
„Viele Frauen managen jeden Tag Familie, Termine, Verantwortung und tausend Dinge gleichzeitig. Diese Stärke ist längst da“, weiß Sawadsky. Frauen, die sich wie sie selbstständig machen wollen, rät sie: „Nutzt sie auch für euch selbst. Wartet nicht auf den perfekten Moment – der kommt sowieso nicht. Wenn der Wunsch bleibt, dann geht los. Man wächst da rein. Nicht ohne Risiko, aber mit jeder Entscheidung.“
Berliner Pfannkuchen kennt jeder – aber nicht als Donut
Was war der Moment, in dem Sie beschlossen haben: „Ich mache das jetzt. Ich eröffne meine eigene Donut-Bude“? „Einen einzelnen Moment gab es so nicht. Ich hatte mit 19 mein erstes Café und habe früh gelernt, was es heißt, Verantwortung zu tragen. Später war ich alleinerziehend mit drei Kindern, eines davon ist neurodivergent“, schildert die Geschäftsfrau und Mutter. „Da wird einem schnell klar, wie wichtig Flexibilität und eigene Entscheidungsfreiheit sind.“
„In Berlin bin ich ins Bäckereiumfeld gekommen und habe gemerkt: Ich will Fokus. Kein riesiges Sortiment mehr, sondern ein klares Produkt mit einer starken Identität“, schildert Sawadsky. „Berliner Pfannkuchen kennt jeder. Aber sie werden selten wirklich als Marke gedacht.“

„Gleichzeitig habe ich gemerkt, wie sehr ich es liebe, ein Produkt zu entwickeln. An Rezepturen zu feilen“, schwärmt die Berliner Gründerin. „Zu sehen, wie jemand reinbeißt – und dieser Moment im Gesicht passiert, wenn es wirklich schmeckt. Das war für mich immer das Größte.“
Der Berliner Markt ist hart für Gastronomen
Gab es eine Situation, in der Sie dachten: „Vielleicht schaffe ich das nicht“ – und was hat Sie weitermachen lassen? „Ja, die gab es. Gerade in den ersten Jahren war der Druck hoch. Ich hatte von Anfang an hohe Fixkosten und musste ein bestimmtes Produktionsvolumen erreichen, damit sich alles trägt“, betont Sawadsky. „Gleichzeitig habe ich – bis heute – keinen Bankkredit erhalten. Das heißt: Jeder nächste Schritt musste aus eigener Leistung finanziert werden.“

„Das bedeutet auch, dass jede Entscheidung gut überlegt sein muss. Wachstum klingt immer positiv, aber wenn man alles selbst finanziert, trägt man das Risiko unmittelbar“, mahnt die Berliner Donut-Königin. „Große Fehler kann man sich nicht oft leisten. Genau das hat mich gezwungen, sehr klar zu kalkulieren und bewusst zu entscheiden.“
„Es gab Phasen, die wirklich schwer waren. Aber ich hatte keinen Plan B. Nicht, weil ich naiv war, sondern weil ich genau wusste, welches finanzielle Fundament ich für mich und meine Kinder schaffen wollte“, berichtet Sawadsky. „Aufgeben war keine Option. Also habe ich weitergemacht.“ Ihre Schilderungen zeigen deutlich, wie stark sie ist. Ein Vorbild für alle Frauen, die sich selbstständig machen wollen.
Donuts in Berlin-Ost und Berlin-Mitte
Die erste Sammys-Filiale hat in dem ehemaligen Berliner Pfannkuchen Café in der Sophienstraße eröffnet. Mittlerweile gibt es zwei weitere Läden, einen ganz in der Nähe (Rosenthaler Straße) und einen weiteren auf der Frankfurter Allee. Wer mag, kann Sammys Berliner Donuts auch über Uber Eats bestellen.
„Die Entscheidung für die Sophienstraße in Berlin-Mitte war wirtschaftlich“, erklärt Sawadsky. „Die Lage bringt Laufkundschaft, Büros und internationales Publikum zusammen. Gleichzeitig ist die zentrale Position wichtig für Lieferplattformen wie Uber Eats und für Catering-Strukturen. Es war keine emotionale Entscheidung, sondern eine strategische.“ Trotzdem sind ihr die Ostberliner sicherlich dankbar für ihre Standortwahl.
Warum die Geschäftsfrau dankbar für ihren Erfolg ist
Was bedeutet Ihnen Erfolg – Geld, Freiheit, Anerkennung oder etwas ganz anderes? „Erfolg ist für mich nichts, was man einmal erreicht und dann abhakt. Ich arbeite immer noch daran. Die letzten sieben Jahre waren hart und intensiv“, beteuert Sawadsky. „Aber heute steht etwas, das Substanz hat.“

„Für mich bedeutet Erfolg, gestalten zu können. Entscheidungen aus Stärke zu treffen – nicht aus Druck. Und jeden nächsten Schritt bewusst zu gehen“, sagt sie abschließend. Damit spricht sie sicherlich vielen Frauen direkt aus der Seele.


