Es ist ein beeindruckendes Monument mitten in Berlin – und hat sich in den vergangenen Monaten in einen Schandfleck verwandelt: Das Ernst-Thälmann-Denkmal an der Greifswalder Straße in Prenzlauer Berg. Schon seit Jahren gibt es Pläne, das Denkmal zu sanieren, seit Monaten ist es nun eingezäunt – und einfach nichts passiert. Was ist da los? KURIER hat nachgefragt und verrät, was hier passieren soll und warum trotz Bauzäunen nichts in Bewegung kommt.
Thälmann-Denkmal eingezäunt, aber nichts passiert
Es sieht ziemlich traurig aus, das Ernst-Thälmann-Denkmal in der Greifswalder Straße. Rund um das Mahnmal am Rand des Ernst-Thälmann-Parks sind Bauzäune aufgestellt – und das schon seit Wochen. Nur: Wenn da schon die Zäune sind, wo bleiben die Bauarbeiter?
Schon vor Monaten wurde berichtet, dass jetzt endlich der Sanierung begonnen werden soll. Doch es tut sich nichts um das Monument, das 1986 zu Ehren des früheren KPD-Vorsitzenden errichtet wurde – und daran erinnert, dass Thälmann ein Opfer der Nationalsozialisten war.
Nur ein einsames Schild verkündet am Zaun vor dem Monument in Prenzlauer Berg, was hier eigentlich passieren soll. „Das Ernst-Thälmann-Denkmal ist Teil der seit 2014 unter Denkmalschutz stehenden Gesamtanlage Ernst-Thälmann-Park“, heißt es dort.
„Nach der Errichtung im Jahr 1986 und einer nunmehr 40-jährigen Standzeit sind an der Stutzkonstruktion erhebliche substanzielle Schäden festgestellt worden.“ Als Beleg dient ein Foto, das die komplett verrostete Stahlkonstruktion im Inneren zeigt. „Um die Standsicherheit weiterhin zu gewährleisten, wird die Stützkonstruktion saniert.“

Aber: Wann geht es hier endlich los? Das Bezirksamt Pankow verweist auf Anfrage des KURIER an die zuständige Senatsverwaltung für Stadtentwicklung. Von hier heißt es, man habe das Denkmal „aus Sicherheitsgründen sowie zur Einhaltung von Schutz‑ und Befahrungsauflagen“ mit einem Bauzaun gesichert. „Aktuell werden die Ausschreibungen für die Metallrestaurierungs‑ und Trockenstrahlarbeiten vorbereitet“, heißt es aus der Pressestelle.
Thälmann-Denkmal: noch kein Zeitplan für Sanierung
Ein genauer Zeitplan für die Sanierung könne allerdings erst vorgelegt werden, wenn eine entsprechende Firma beauftragt wurde. „Die lange Vorlaufzeit ergibt sich aus den komplexen Abstimmungen und der notwendigen fachlichen Vorbereitung.“
Weitere Maßnahmen als die Sanierung der Stützkonstruktion im Inneren des Ernst-Thälmann-Denkmals seien vor Ort nicht geplant. „Die geschätzten Gesamtkosten liegen bei ca. 200.000 Euro“, teilt die Pressestelle der Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mit.

Berichtet wurde bereits, dass zunächst der Rost vom Stahlfundament entfernt werden soll. Spannend: In einem Bericht der „Berliner Zeitung“ (erscheint, wie der KURIER, im Berliner Verlag) war vor Monaten noch die Rede von einer umfangreichen Sanierung.
Thälmann-Denkmal wird nicht mehr gereinigt
Demnach sollte auch die Bronze-Fassade gereinigt und zum Schutz vor der Witterung mit einer Wachsschicht überzogen werden. Graffiti-Schmierereien gehören beim Ernst-Thälmann-Denkmal zum Standard – schon seit Jahrzehnten zieht das Monument Sprayer magisch an. Im Juni 2022 hieß es vom Bezirksamt Pankow deshalb, dass das Denkmal nicht mehr gereinigt werde, weil die Kosten zu hoch seien.


