Berlin-Tipp

Kurzurlaub für 3,80 Euro: Diese BVG-Fähren sorgen Urlaubsfeeling direkt in Berlin

Mit BVG-Fähren geht es für nur 3,80 Euro über Havel, Spree und Müggelsee. Sogar ein Ruderboot ist dabei.

Author - Sharone Treskow
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BVG-Fähren sind ein Geheimtipp für Ausflüge, die sich wie ein Kurzurlaub anfühlen.
BVG-Fähren sind ein Geheimtipp für Ausflüge, die sich wie ein Kurzurlaub anfühlen.© BVG/Jörg Pawlitzke

Sommerferien in Berlin, aber keine Reise geplant? Wer ein gültiges BVG-Ticket besitzt, kann ganz ohne Auto, Hotel oder lange Anfahrt ein paar Stunden Urlaub genießen. Von der Havel über die Spree bis zum Müggelsee gibt es Fährverbindungen, die selbst viele Berliner kaum kennen. Und eine davon fährt sogar bis heute mit einem Ruderboot.

Mit der Fähre nach Kladow fühlt sich Berlin plötzlich wie die Ostsee an

Die Berliner Verkehrsbetriebe empfehlen zum Ferienstart gleich mehrere Ausflüge ans Wasser. Das Beste daran: Für die meisten Touren reicht bereits ein Ticket im Tarifbereich Berlin AB oder das Deutschlandticket.

Wer nur eine BVG-Fährfahrt machen möchte, sollte die Linie F10 ausprobieren. Sie verbindet den S-Bahnhof Wannsee mit Alt-Kladow und gehört zu den schönsten Strecken der Hauptstadt.

Die BVG-Fähre F10 schippert von Wannsee nach Alt-Kladow.
Die BVG-Fähre F10 schippert von Wannsee nach Alt-Kladow.Sabine Gudath/Imago

Rund 20 Minuten lang geht es über den Großen Wannsee und die Havel. Segelboote gleiten übers Wasser, grüne Ufer ziehen vorbei und mit etwas Glück gibt es unterwegs Postkartenblicke auf die Villeninsel Schwanenwerder. Viele Berliner vergessen auf dieser Strecke schnell, dass sie sich noch mitten in der Hauptstadt befinden.

In Kladow warten die Uferpromenade, Restaurants, Cafés und Spazierwege direkt am Wasser. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, kann die Tour perfekt mit einer Radtour entlang der Havel verbinden. Auf der Wannsee-Seite locken wiederum das Strandbad, zahlreiche Wanderwege und weitere Ausflugsziele für einen entspannten Sommertag.

Diese historische BVG-Fähre spart Umwege und zeigt ein anderes Berlin

Deutlich kürzer, aber nicht weniger interessant ist die Linie F11 zwischen Baumschulenweg und Oberschöneweide. Die Überfahrt dauert nur wenige Minuten, blickt aber auf eine lange Geschichte zurück: Die Verbindung besteht bereits seit 1896 und gehört damit zu den traditionsreichsten Fährlinien Berlins.

Fähre der BVG: Die F11 fährt zwischen Wilhelmstrand und Baumschulenstraße am Plänterwald.
Fähre der BVG: Die F11 fährt zwischen Wilhelmstrand und Baumschulenstraße am Plänterwald.Joko/Imago

Gerade für Spaziergänger und Radfahrer ist die F11 ein echter Geheimtipp. Statt großer Umwege über Brücken geht es direkt über die Spree. Anschließend lassen sich Ausflüge in den Plänterwald, den Treptower Park oder Richtung Spreepark anschließen. Auch der beliebte Europaradweg R1 führt über diese Verbindung.

So wird aus einer simplen Spree-Überquerung überraschend schnell ein kleiner Ferienausflug mit Wasserblick und viel Grün.

Diese BVG-Linie fährt tatsächlich noch mit einem Ruderboot

Der wohl außergewöhnlichste Ausflug wartet allerdings im Berliner Südosten. Rund um Rahnsdorf und den Müggelsee wirkt die Hauptstadt plötzlich wie Brandenburg: Schilfgürtel, kleine Buchten, Waldwege und ruhige Ufer prägen die Landschaft.

Hier empfiehlt die BVG die Kombination aus F23 und F24. Die F23 verbindet den Müggelwerderweg mit Müggelhort, Neu-Helgoland und den Spreewiesen. Schon die Fahrt eignet sich hervorragend für einen Tagesausflug mit dem Fahrrad oder für einen Spaziergang entlang des Wassers.

Köpenick an der Müggelspree. Hier fährt die BVG-Fähre 23 sowie Ruderfähre 24 „Paule 3“.
Köpenick an der Müggelspree. Hier fährt die BVG-Fähre 23 sowie Ruderfähre 24 „Paule 3“.IMAGO/Jürgen Ritter

Das eigentliche Highlight folgt jedoch an den Spreewiesen. Dort wartet die F24, vermutlich die ungewöhnlichste Linie im gesamten BVG-Netz. Denn hier gibt es keinen Motor. Stattdessen werden Fahrgäste mit dem Ruderboot „Paule III“ übergesetzt.

Die Fahrt dauert nur kurz, sorgt aber regelmäßig für staunende Gesichter. Für Familien, Ausflügler und Berlin-Entdecker ist die kleine Überfahrt oft das Highlight des ganzen Tages.

Die schönsten BVG-Fähr-Ausflüge auf einen Blick:
  • F10 Wannsee – Kladow: Die klassische Sommerfähre mit viel Wasserblick und Urlaubsgefühl.
  • F11 Oberschöneweide – Baumschulenweg: Historische Spree-Querung seit 1896.
  • F23/F24 Rahnsdorf: Ausflug zum Müggelsee inklusive Überfahrt mit dem Ruderboot „Paule III“.

Bäderbusse bringen Berliner direkt zum Strand

Wer lieber schwimmen als schippern möchte, kann pünktlich zu den Sommerferien auch die Bäderbusse nutzen. Seit dem 9. Juli fahren sie wieder zu zwei beliebten Berliner Strandbädern.

Der Badebus 312 der BVG fährt direkt zum Strandbad Wannsee.
Der Badebus 312 der BVG fährt direkt zum Strandbad Wannsee.Stefan Zeitz/Imago

Die Linie 312 verbindet den S-Bahnhof Nikolassee mit dem Strandbad Wannsee. Die Linie 222 bringt Fahrgäste vom S-Bahnhof Tegel direkt zum Strandbad Tegeler See. Praktisch für Spontan-Ausflüge: Beide Linien verkehren bis zum 23. August täglich.

Gut zu wissen: So günstig ist der Kurzurlaub

Für die Fährlinien F10, F11, F23 und F24 genügt ein gültiges Ticket für den Tarifbereich Berlin AB für 3,80 Euro. Auch das Deutschlandticket wird anerkannt. Fahrräder können auf vielen Verbindungen mitgenommen werden, allerdings mit Extraticket.

Wer also am Wochenende etwas erleben möchte, muss weder weit reisen noch tief in die Tasche greifen. Manchmal beginnt der schönste Kurzurlaub in Berlin eben an einer BVG-Fähre statt am Flughafen.

Haben Sie einen Lieblingsort, den Sie mit einer BVG-Fähre erreichen? Schicken Sie uns einen Leserbrief per Mail an leser-bk@berlinerverlag.com.