Sommerferien in Berlin, aber keine Reise geplant? Wer ein gültiges BVG-Ticket besitzt, kann ganz ohne Auto, Hotel oder lange Anfahrt ein paar Stunden Urlaub genießen. Von der Havel über die Spree bis zum Müggelsee gibt es Fährverbindungen, die selbst viele Berliner kaum kennen. Und eine davon fährt sogar bis heute mit einem Ruderboot.
Mit der Fähre nach Kladow fühlt sich Berlin plötzlich wie die Ostsee an
Die Berliner Verkehrsbetriebe empfehlen zum Ferienstart gleich mehrere Ausflüge ans Wasser. Das Beste daran: Für die meisten Touren reicht bereits ein Ticket im Tarifbereich Berlin AB oder das Deutschlandticket.
Wer nur eine BVG-Fährfahrt machen möchte, sollte die Linie F10 ausprobieren. Sie verbindet den S-Bahnhof Wannsee mit Alt-Kladow und gehört zu den schönsten Strecken der Hauptstadt.

Rund 20 Minuten lang geht es über den Großen Wannsee und die Havel. Segelboote gleiten übers Wasser, grüne Ufer ziehen vorbei und mit etwas Glück gibt es unterwegs Postkartenblicke auf die Villeninsel Schwanenwerder. Viele Berliner vergessen auf dieser Strecke schnell, dass sie sich noch mitten in der Hauptstadt befinden.
In Kladow warten die Uferpromenade, Restaurants, Cafés und Spazierwege direkt am Wasser. Wer mit dem Fahrrad unterwegs ist, kann die Tour perfekt mit einer Radtour entlang der Havel verbinden. Auf der Wannsee-Seite locken wiederum das Strandbad, zahlreiche Wanderwege und weitere Ausflugsziele für einen entspannten Sommertag.
Diese historische BVG-Fähre spart Umwege und zeigt ein anderes Berlin
Deutlich kürzer, aber nicht weniger interessant ist die Linie F11 zwischen Baumschulenweg und Oberschöneweide. Die Überfahrt dauert nur wenige Minuten, blickt aber auf eine lange Geschichte zurück: Die Verbindung besteht bereits seit 1896 und gehört damit zu den traditionsreichsten Fährlinien Berlins.

Gerade für Spaziergänger und Radfahrer ist die F11 ein echter Geheimtipp. Statt großer Umwege über Brücken geht es direkt über die Spree. Anschließend lassen sich Ausflüge in den Plänterwald, den Treptower Park oder Richtung Spreepark anschließen. Auch der beliebte Europaradweg R1 führt über diese Verbindung.
So wird aus einer simplen Spree-Überquerung überraschend schnell ein kleiner Ferienausflug mit Wasserblick und viel Grün.
Diese BVG-Linie fährt tatsächlich noch mit einem Ruderboot
Der wohl außergewöhnlichste Ausflug wartet allerdings im Berliner Südosten. Rund um Rahnsdorf und den Müggelsee wirkt die Hauptstadt plötzlich wie Brandenburg: Schilfgürtel, kleine Buchten, Waldwege und ruhige Ufer prägen die Landschaft.
Hier empfiehlt die BVG die Kombination aus F23 und F24. Die F23 verbindet den Müggelwerderweg mit Müggelhort, Neu-Helgoland und den Spreewiesen. Schon die Fahrt eignet sich hervorragend für einen Tagesausflug mit dem Fahrrad oder für einen Spaziergang entlang des Wassers.

Das eigentliche Highlight folgt jedoch an den Spreewiesen. Dort wartet die F24, vermutlich die ungewöhnlichste Linie im gesamten BVG-Netz. Denn hier gibt es keinen Motor. Stattdessen werden Fahrgäste mit dem Ruderboot „Paule III“ übergesetzt.
Die Fahrt dauert nur kurz, sorgt aber regelmäßig für staunende Gesichter. Für Familien, Ausflügler und Berlin-Entdecker ist die kleine Überfahrt oft das Highlight des ganzen Tages.
- F10 Wannsee – Kladow: Die klassische Sommerfähre mit viel Wasserblick und Urlaubsgefühl.
- F11 Oberschöneweide – Baumschulenweg: Historische Spree-Querung seit 1896.
- F23/F24 Rahnsdorf: Ausflug zum Müggelsee inklusive Überfahrt mit dem Ruderboot „Paule III“.
Bäderbusse bringen Berliner direkt zum Strand
Wer lieber schwimmen als schippern möchte, kann pünktlich zu den Sommerferien auch die Bäderbusse nutzen. Seit dem 9. Juli fahren sie wieder zu zwei beliebten Berliner Strandbädern.

Die Linie 312 verbindet den S-Bahnhof Nikolassee mit dem Strandbad Wannsee. Die Linie 222 bringt Fahrgäste vom S-Bahnhof Tegel direkt zum Strandbad Tegeler See. Praktisch für Spontan-Ausflüge: Beide Linien verkehren bis zum 23. August täglich.



