Mehr Sicherheit, mehr Komfort, mehr Technik: Die BVG hat gemeinsam mit der Firma Wall an der Bushaltestelle Spandauer Straße/Marienkirche eine deutschlandweit einzigartige Test-Wartehalle eröffnet.
Notrufknopf direkt zur BVG-Sicherheitsleitstelle
Das Herzstück der neuen Haltestelle in Berlin: Fahrgäste können über einen Infoknopf jederzeit direkten Kontakt zur Sicherheitsleitstelle der BVG aufnehmen. So soll das Sicherheitsgefühl auch außerhalb von U-Bahnhöfen deutlich verbessert werden.
Besonders spannend: Perspektivisch könnte die Wartehalle sogar über eine Kameraunterstützung im Notfall verfügen. Im aktuellen Testbetrieb wurde zunächst lediglich eine Kameraattrappe installiert. Künftig könnten Sicherheitsmitarbeiter nach dem Drücken des Infoknopfes die Situation vor Ort direkt sehen und schneller Hilfe leisten.
BVG-Chef Henrik Falk betont: „Sicherheit soll für unsere Fahrgäste nicht am U-Bahnhof enden.“
Defibrillator kann Leben retten
Neben den Sicherheitsfunktionen setzt die neue Wartehalle auch auf medizinische Hilfe im Ernstfall. Erstmals wurde ein Defibrillator direkt in die Haltestelle integriert. Dazu kommen weitere moderne Ausstattungsmerkmale:
- Digitale Fahrgastinformation
- USB-Lademöglichkeiten für Smartphones
- Digitaler City-Light-Screen
- Free WiFi
- Verbesserte Beleuchtung
- Direkte Sprechverbindung zur BVG-Sicherheitsleitstelle
Nach Angaben der Projektpartner ist dieser Funktionsumfang in Deutschland bislang einzigartig.
Solardach und Vogelschutz
Auch das Thema Nachhaltigkeit spielt bei dem Pilotprojekt der BVG eine wichtige Rolle. Auf dem Dach der Wartehalle wurden Solarpaneele installiert, die die Stromversorgung der Beleuchtung unterstützen.
Zusätzlich wurde die Konstruktion mit Blick auf den Vogelschutz gestaltet. Damit soll die Haltestelle nicht nur moderner, sondern auch umweltfreundlicher werden.
Kai Wegner: „Sicherheit hat oberste Priorität“
Berlins Regierender Bürgermeister Kai Wegner sieht in dem Projekt einen wichtigen Schritt für die Hauptstadt. „Sicherheit hat für den Berliner Senat oberste Priorität“, sagte Wegner bei der Eröffnung. Die Test-Wartehalle zeige, wie Fahrgastinformationen und Sicherheit durch Notrufknopf, bessere Beleuchtung, Defibrillator und perspektivisch sogar Videoüberwachung verbessert werden könnten.
Auch Verkehrssenatorin Ute Bonde lobt das Konzept. Wer den Nahverkehr attraktiver machen wolle, müsse bei den Haltestellen beginnen. Dort starte und ende schließlich jede Fahrt.

Berliner sollen mitentscheiden
Die Hightech-Wartehalle wird nun mehrere Monate im normalen Betrieb getestet. Die BVG setzt dabei ausdrücklich auf die Meinung der Fahrgäste. Über einen QR-Code an der Haltestelle können Berlinerinnen und Berliner ihre Erfahrungen und Verbesserungsvorschläge direkt mitteilen. Die Erkenntnisse sollen anschließend in die Weiterentwicklung künftiger Wartehallen einfließen.
Deutschlands modernste Bushaltestelle?
Mit Notrufsystem, Defibrillator, Solardach, WLAN, USB-Anschlüssen und digitaler Fahrgastinformation könnte die neue Wartehalle an der Spandauer Straße tatsächlich einen Vorgeschmack auf die Zukunft des Berliner Nahverkehrs geben. Jetzt muss der Praxistest zeigen, ob die innovative Haltestelle bei den Fahrgästen ankommt.


