Kaum haben sich die Berliner von den letzten Bauarbeiten rund um den Nollendorfplatz erholt, schon die nächste Hiobsbotschaft: Ab heute, Freitag, dem 5. Juni, fahren die U-Bahnlinien U1 und U3 erneut nicht nach regulärem Plan. Grund ist eine sogenannte Langsamfahrstelle zwischen Kottbusser Tor und Hallesches Tor – und die hat massive Auswirkungen auf den Betrieb.
Einschränkungen für Fahrgäste von U1 und U3
Die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) haben die Bremse gezogen, im wahrsten Sinne des Wortes: Auf dem Gleisabschnitt zwischen Kottbusser Tor und Hallesches Tor schleichen die Züge ab sofort mit gerade mal 25 km/h dahin. Für Fahrgäste bedeutet das längere Fahrzeiten, für die BVG offenbar akuten Handlungsbedarf. Um wenigstens einen halbwegs verlässlichen Betrieb aufrechtzuerhalten, wird die U1 unter der Woche kurzerhand am Nollendorfplatz abgewürgt.
Was das konkret heißt? Die U1, die normalerweise von der Uhlandstraße bis zur Warschauer Straße fährt, endet montags bis freitags bis auf Weiteres bereits am Nollendorfplatz. Den kompletten Abschnitt zwischen Nollendorfplatz und Warschauer Straße übernimmt in dieser Zeit die U3 im Alleingang. Immerhin: Die BVG verspricht dort einen Fünf-Minuten-Takt mit voller Zuglänge, also acht Wagen.

Für die Fahrgäste bedeutet das trotzdem Umsteigen und Umplanen. Wer von der Uhlandstraße oder anderen westlichen Stationen Richtung Kreuzberg oder Friedrichshain will, muss am Nollendorfplatz in die U3 wechseln. Die BVG bittet die Fahrgäste entsprechend, für Fahrten zwischen Nollendorfplatz und Warschauer Straße die Linie U3 zu nutzen.
Am Wochenende läuft der Betrieb normal weiter
Ein kleiner Trost für alle, die am Wochenende unterwegs sind: Samstags und sonntags bleibt alles beim Alten. U1 und U3 verkehren dann weiterhin regulär im Zehn-Minuten-Takt auf ihren gewohnten Strecken. Die Einschränkungen betreffen also zunächst nur den Berufsverkehr an Werktagen – was die Sache für Pendler aber natürlich nicht weniger ärgerlich macht.

Die Langsamfahrstelle wurde laut BVG im Vorfeld einer Instandhaltungsmaßnahme an den Gleisanlagen eingerichtet. Was genau repariert oder erneuert werden muss, darüber schweigt sich das Unternehmen bislang aus. Auch ein konkreter Zeitplan für das Ende der Einschränkungen fehlt. Die Vorbereitungen für die eigentlichen Arbeiten laufen noch, heißt es lediglich.
BVG lässt Fahrgäste über Dauer im Unklaren
Wann die U1 wieder durchfährt? Ungewiss. Die BVG kündigt lediglich an, zu informieren, sobald eine belastbare Zeitschiene für den Abschluss der Arbeiten absehbar ist. Für die leidgeprüften Berliner U-Bahn-Nutzer bedeutet das: abwarten, umsteigen und hoffen, dass die Instandhaltung nicht wieder Wochen oder gar Monate dauert.



