Klaus Wowereit, bis 2014 Regierender Bürgermeister von Berlin, plauderte jetzt im Riverboat - und berichtete auch, wie sehr er noch heute unter dem Verlust seines Lebensgefährten leidet. Berliner KURIER/Paulus Ponizak

Er war der wohl legendärste Regierende Bürgermeister von Berlin, prägte mit dem Slogan „arm, aber sexy“ und mit seinem Outing („Ich bin schwul, und das ist auch gut so“) die Entwicklung dieser Stadt mit. Seit 2014 genießt er den Ruhestand – doch 2020 der Schock: Wowereit verlor seinen Lebensgefährten Jörn Kubicki an das Coronavirus. Nun war der Ex-Regierende auf dem „Riverboat“ zu Gast – und verriet, wie es ihm nach dem schweren Verlust heute geht.

Klaus Wowereit: Im Riverboat erzählt er vom Verlust seines Mannes

Gleich zu Beginn der Corona-Pandemie hatte sich Kubicki mit dem Virus infiziert. Am 28. März 2020 starb er an der darauffolgenden Krankheit. 27 Jahre lang waren Wowereit und Kubicki ein Paar – der Verlust traf den ehemaligen Bürgermeister dementsprechend schwer. „Ich kann das nicht verarbeiten, es ist einfach furchtbar“, sagte er im Gespräch mit Moderatorin Kim Fisher. Er wisse auch nicht, ob man so etwas überhaupt verarbeiten könne.

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„Sieben Wochen zuvor hatten wir noch eine tolle Reise nach Neuseeland unternommen, als das Virus sich gerade erst in Asien ausbreitete.“ Da sei es hierzulande noch harmlos gewesen. Am Abend, an dem sich Kubicki mutmaßlich ansteckte, sei auch Wowereit anwesend gewesen. Doch es war Glück im Unglück, dass weder er, noch die anderen Gäste des Abends sich mit dem Virus ansteckten.

Aber: „Durch seine Vorerkrankung war er wie ein offenes Tor dafür“, sagt Wowereit über seinen Lebensgefährten. „Es ist furchtbar. Der Mensch fehlt, das wissen viele, die das erlebt haben oder immer noch erleben. Das kann man nicht ersetzen und darüber kommt man auch nicht weg.“ Als Wowereit davon erzählt, kämpft er mit den Tränen – „und auch Fisher fällt es schwer. „Komm, wir trinken mal auf ihn“, sagt sie.

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Doch was zählt, seien die guten Erinnerungen. „Und ihr hattet auch einen guten Humor miteinander, mein lieber Scholli. Wann immer ich euch getroffen habe, ich hatte das Gefühl, ihr zwei seid euch einig.“ Er sei dankbar für die vielen Jahrzehnte, sagt Wowereit. Er wolle auch nicht zu traurig wirken. „Weil: Ich habe einen großen Freundeskreis und Familie, die helfen da schon. Aber: Trotzdem kommst du nach Hause und dein Partner ist nicht mehr da“, sagt Wowereit.

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