Gleich werden Sie sich alt fühlen: 20 Jahre ist es jetzt schon her, dass der „neue“ Berliner Hauptbahnhof in Betrieb genommen wurde. Zuvor galt der Bahnhof Zoologischer Garten („Bahnhof Zoo“) in West-Berlin als wichtigster Fernbahnhof der Stadt. Seitdem hat der imposante Glasbau mit seinen Problemherden viele Schlagzeilen gemacht.
1. Eröffnung mit Baustellen-Flair
Eigentlich sollte alles glänzen: Im Mai 2006 wird der Berliner Hauptbahnhof rechtzeitig zur Fußball-WM eröffnet – ein Prestigeprojekt im Rampenlicht der Welt. Doch hinter der imposanten Glasfassade herrscht noch ordentlich Baustellen-Atmosphäre. Teile sind unfertig, Technik läuft nicht stabil, vieles wirkt improvisiert. Intern ist der Druck enorm: Der Bahnhof muss fertig wirken, ob er es ist oder nicht. Das Ergebnis: große Show nach außen, viel Nacharbeit im Inneren.

2. Dach-Teil stürzt ab – Sicherheitsschock kurz nach Start
Kaum eingeweiht, folgt der nächste Dämpfer: Im Januar 2007 löst sich ein tonnenschweres Stahl-Glas-Element aus der Konstruktion und stürzt herunter. Verletzt wird glücklicherweise niemand, doch der Schreck sitzt tief. Die Schlagzeilen sind entsprechend heftig, plötzlich geht es um Bauqualität und Sicherheit statt um Architekturpreise. Der neue Vorzeige-Bahnhof startet mit einem echten Image-Riss.
3. Rolltreppen-Ausfälle werden Dauerärger
Was als Kinderkrankheit beginnt, entwickelt sich schnell zum Dauerproblem: Schon in den ersten Jahren fallen immer wieder Rolltreppen und Aufzüge aus und das zieht sich bis heute durch. Mal einzelne Anlagen, mal gleich ganze Reihen – so wie seit Anfang 2026: Besonders in Stoßzeiten oder für Reisende mit Gepäck wird der Bahnhof so zum unfreiwilligen Fitnessprogramm.

4. S-Bahn-Chaos legt den Knoten lahm
Im Sommer 2009 trifft die große S-Bahn-Krise Berlin – und der Hauptbahnhof mittendrin. Technische Probleme, Wartungsmängel und Zugausfälle bringen den Nahverkehr teilweise zum Erliegen. Auch am wichtigsten Verkehrsknoten der Stadt herrscht der Ausnahmezustand: überfüllte Bahnsteige, lange Wartezeiten, genervte Reisende. Ausgerechnet das Herz des Berliner Bahnverkehrs wird zum Symbol für das Chaos.
5. Glasfassade wird zur Gefahrenzone
Das spektakuläre Glasdach sollte das Markenzeichen sein, wird aber auch zur Dauerbaustelle. Immer wieder müssen in den 2010er-Jahren Scheiben geprüft, gesichert oder ganze Bereiche abgesperrt werden. Mal lösen sich Elemente, mal gibt es Sicherheitsbedenken. Die Architektur bleibt ein Hingucker, aber eben auch ein Risikofaktor. Der Eindruck: schön, aber nicht ganz sorgenfrei.



