Mobilitätsstandorte

3000 Standorte! So viele Parkplätze fallen für die E-Scooter-Stationen weg

Die Parkplatzsituation ist in Berlin ohnehin schon angespannt. Die neue Regelung für E-Scooter wird sie weiter zuspitzen.

Author - Sharone Treskow
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Eine Jelbi-Station der BVG. Bis 2035 dürfen E-Scooter nur noch an festgelegten Standorten geparkt werden. Dafür werden einige Parkplätze wegfallen.
Eine Jelbi-Station der BVG. Bis 2035 dürfen E-Scooter nur noch an festgelegten Standorten geparkt werden. Dafür werden einige Parkplätze wegfallen.Jürgen Held/Imago

Sie polarisieren die ganze Stadt: Laut einer aktuellen Auswertung der Senatsverkehrsverwaltung sind derzeit rund 47.000 E‑Scooter in Berlin unterwegs. Viele von ihnen stehen oder liegen im Weg herum. Deshalb hat der Berliner Senat beschlossen, dass bis 2035 alle E-Scooter von den Gehwegen verschwinden müssen und nur noch an festgelegten Orten abgestellt werden dürfen. Doch diese sogenannten Mobilitätsstandorte werden etliche Parkplätze kosten.

3000 Standorte in ganz Berlin für Mobilitätsstandorte

Der KURIER hat bei der Senatsverwaltung für Mobilität, Verkehr,
Klimaschutz und Umwelt nachgefragt, wo die ganzen E-Scooter-Stellflächen entstehen sollen – und wie viele es werden. Sprecher Michael Herden erklärt: „Die Sharing-Strategie sieht vor, ein Netz von Mobilitätsstandorten für Sharing-Fahrzeuge zu errichten. Geplant werden rund 3000 Standorte über die ganze Stadt verteilt.“

Roller und Räder statt Autos. Die verbleibenden Parkplätze werden in Zukunft noch härter umkämpft sein als bisher.
Roller und Räder statt Autos. Die verbleibenden Parkplätze werden in Zukunft noch härter umkämpft sein als bisher.Rolf Kremming/Imago

Unterschieden werden dabei Mobilitätspunkte für E-Scooter und (E-) Fahrräder (rund 2.500) sowie Mobilitätsstationen für E-Scooter, (E-)Fahrräder und Carsharing-Fahrzeuge (rund 500).

Senat bestätigt: Für die E-Scooter werden auch Parkplätze draufgehen

„Wo die Standorte im Einzelnen entstehen, hängt von verschiedenen Faktoren und den Gegebenheiten vor Ort ab. Wir gehen heute davon aus, dass ein Großteil der Standorte im öffentlichen Straßenraum errichtet wird“, ergänzt Herden. „Daneben werden aber auch Standorte auf privaten Grundstücken in Verbindung mit entsprechenden Standortpartnerschaften eine Rolle spielen.“

Weiter erklärt der Sprecher: „Im öffentlichen Straßenraum sollen die Standorte auch auf dem Parkstreifen auf der Fahrbahn errichtet werden, sodass hiervon auch Stellplätze im öffentlichen Raum betroffen sein werden.“

Der Senat bestätigt, dass die E-Scooter Berlin einige Parkplätze kosten werden.
Der Senat bestätigt, dass die E-Scooter Berlin einige Parkplätze kosten werden.T.Seeliger/Imago

Der Aufbau erfolgt schrittweise und gestuft. „Eine entsprechende Umwandlung erfolgt damit verträglich für das Umfeld und die Wohnbevölkerung. In den vergangenen Jahren sind bereits rund 560 Mobilitätsstandorte von der BVG im Rahmen von Jelbi oder den Bezirken errichtet worden“, berichtet Herden. Die bisherigen Erfahrungen aus der Umnutzung der dafür verwendeten Stellplätze im öffentlichen Raum seien „positiv“.

Berliner Autofahrer total genervt

Zwar freuen sich viele KURIER-Leser, dass die E-Scooter-Plage in Berlin offiziell angegangen wird – aber die Autofahrer unter ihnen ärgern sich natürlich über den Wegfall der Parkplätze. Ein Leser schreibt auf der KURIER-Facebook-Seite: „Noch mehr Parkplätze für Autos vernichten, damit die ekelhaften Dinger dem Vermieter Geld in die Tasche bringen? Scooter hätten niemals erlaubt werden dürfen.“

„In Mitte [...] sucht man sich eh schon den Arsch ab nach Parkplätzen und jetzt sollen noch mehr wegfallen für diese blöden Teile? Schmeißt die einfach ganz aus Berlin raus, wie in anderen Städten!“, fordert ein anderer.

Besonders Autofahrer ärgern sich über den Wegfall der Parkplätze.
Besonders Autofahrer ärgern sich über den Wegfall der Parkplätze.Stefan Zeitz Photography/Imago

Ein weiterer Umstand, der die KURIER-Leser und sicherlich viele weitere Berliner aufregt: dass die E-Scooter erst bis 2035 von den Gehwegen verschwinden müssen! „2035, euer Ernst, Berlin?“ und „Das ist wohl 10 Jahre zu spät. Das Bild zeigt doch den täglichen Wahnsinn auf den Straßen“, schreiben nur zwei.

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