Neuer Winterdienst

Berlin will nach Glatteis-Chaos Bußgelder erhöhen

CDU und SPD stellen den Winterdienst auf den Prüfstand, Privatleute sollen bei Verstößen härter bestraft werden.

Author - Stefan Doerr
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Ein Mitarbeiter der BSR streut am Reichstag.
Ein Mitarbeiter der BSR streut am Reichstag.Sebastian Gollnow/dpa

Unterschiedliche Zuständigkeiten, mangelndes Pflichtbewusstsein, schlechte Organisation – beim Winterdienst in Berlin lief zuletzt vieles schief. Glatte Gehwege, überforderte Rettungskräfte und jede Menge Ärger bei den Bürgern. Jetzt wollen CDU und SPD gegensteuern.

Neue Regeln zum Winterdienst werden heute beraten

„Wir kümmern uns um Verbesserungen beim Winterdienst, insbesondere auf den Fußwegen“, sagte CDU-Fraktionsvorsitzender Dirk Stettner über einen Antrag von CDU und SPD zur Änderung des Straßenreinigungsgesetzes, der heute im Abgeordnetenhaus erstmals beraten wird. Ziel sei es, die bisherigen Regelungen auf den Prüfstand zu stellen, Schwachstellen zu beheben und Berlin besser auf kommende Winter vorzubereiten.

Streusalz soll künftig in Berlin auch auf Gehwegen eingesetzt werden dürfen.
Streusalz soll künftig in Berlin auch auf Gehwegen eingesetzt werden dürfen.Christophe Gatea/dpa

Hohe Belastung von Krankenhäusern durch Verletzte

Auch die SPD drängt auf einen Neustart. „Berlin darf nicht von einer Krise in die nächste schlittern. Deshalb bleiben wir nicht bei Sofortmaßnahmen stehen, sondern haben die Regierung mit einer grundsätzlichen Reform beauftragt“, erklärte SPD-Fraktionschef Raed Saleh.

Konkret verlangen die Koalitionsfraktionen vom Senat zunächst umfassende Zahlen und Fakten. Gefordert wird unter anderem eine detaillierte Übersicht zu Glatteisunfällen sowie zu verhängten Bußgeldern wegen Verstößen gegen die Räumpflicht in den vergangenen fünf Jahren. Zudem soll ausgewertet werden, wie stark Feuerwehr, Rettungsdienste und Krankenhäuser durch winterliche Unfälle belastet waren. Kliniken meldeten großen Andrang von Patienten, die sich bei Stürzen verletzt hatten.

Tagelang waren die Gehwege an vielen Orten in Berlin spiegelglatt.
Tagelang waren die Gehwege an vielen Orten in Berlin spiegelglatt.Markus Wächter/Berliner Zeitung

Mehr Kontrollen der Räumpflicht

Auf Basis dieser Daten soll der Senat Vorschläge für mögliche Gesetzesänderungen vorlegen. Die Richtung ist klar: mehr Kontrolle, mehr Durchsetzung. Kontrollen und Bußgelder bei Verstößen gegen die Räumpflicht sollen deutlich verschärft werden.

Zugleich soll ein Konzept entstehen, das einen qualifizierten Winterdienst nach einheitlichen Standards garantiert. Dabei rückt auch die Berliner Stadtreinigung (BSR) stärker in den Fokus. Der Senat soll prüfen, ob die BSR personell und technisch so ausgestattet werden kann, dass sie bei Bedarf zusätzliche Aufgaben übernimmt – vor allem auf öffentlichen Flächen.

Streusalz-Verbot soll geändert werden

Ein besonders heikler Punkt: das Streusalz. Bislang ist der Einsatz auf Gehwegen aus Umweltgründen grundsätzlich verboten. Künftig könnten Ausnahmen möglich werden, wenn außergewöhnliche Wetterlagen mit Eis und Schnee die Lage zuspitzen. Die Tausalz-Beschränkung für die BSR soll neu geregelt werden.

Bereits in der vergangenen Woche hatten CDU und SPD einen Antrag zur Änderung des Berliner Straßenreinigungsgesetzes eingebracht. Danach soll der Einsatz von Streusalz auf Gehwegen nicht länger grundsätzlich untersagt sein.

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