Leerstand seit Januar

Cinestar Treptow: Nach der Schließung des Kinos kämpfen Anwohner gegen den Investor

Direkt an der Autobahn soll ein Hotel mit 198 Zimmern gebaut werden. Doch seit dem Auszug des Kinos passiert nichts. Eine Initiative will die Kultur zurückholen.

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Ein Hotel-Hochhaus soll an der Elsenstraße 115 geplant sein. Das Kino wird dann abgerissen.
Ein Hotel-Hochhaus soll an der Elsenstraße 115 geplant sein. Das Kino wird dann abgerissen.Gudath

Das Licht ist aus, der Vorhang für immer gefallen: Mit den letzten Vorstellungen am 11. Januar hat das Cinestar am Treptower Park (Treptow-Köpenick) nach 26 Jahren dichtgemacht. Wo Berliner „Harry Potter“, „Die Tribute von Panem“ und „Herr der Ringe“ gesehen haben, herrscht jetzt Stille. Leerstand. Jetzt kämpft eine Bürgerinitiative dafür, dass hier wieder Leben einzieht.

Berlin-Treptow: Kampf gegen den Leerstand des Cinestar-Kinos

Inzwischen sind auch alle Läden in dem Gebäude leergezogen. Selbst der Bäcker „Lecker“ im Erdgeschoss musste inzwischen aufgeben. Wie der KURIER zur Schließung berichtete, ist hier ein Hotel geplant – doch passiert ist bisher nichts.

Während der Eigentümer Aroundtown bauen will – ein Bauvorbescheid vom August 2024 sieht den Umbau zu einem 198‑Zimmer‑Hotel vor – formiert sich vor Ort Widerstand. Und der wird lauter.

Die Initiative „Traumfabrik Treptow“, ein Zusammenschluss aus ehemaligen Kino-Mitarbeitern, Nachbarn und Kulturschaffenden, will das Gebäude nicht kampflos hergeben. Ihr Ziel: Das frühere Kino soll zumindest bis zum Baubeginn des Hotels ein Kultur- und Nachbarschaftsort werden, offen für alle im Treptower Norden.

Und die Voraussetzungen sind ideal. Das Haus an der Elsenstraße wurde für den Kinobetrieb gebaut, verfügt über mehrere Säle, große Foyers, Nebenräume – kurz: eine Infrastruktur, die passt. Genau das will die Initiative nutzen. Statt Hotel: Kiezkino-Abende, Schulvorstellungen, barrierearme Filmangebote. Dazu Workshops, Theater, Probenräume, Konzerte und Festivals.

„Traumfabrik Treptow“: Die Wut im Kiez ist groß

„Wir wollen hier einen offenen Kulturort schaffen, der Begegnung und Engagement stärkt“, sagt die Initiative. Medienprojekte für Kinder, Workshops für Jugendliche, Beteiligungsformate für Erwachsene – alles denkbar. Und: Kooperationen mit Schulen, Vereinen und Künstlern aus dem Kiez.

Die Initiative „Traumfabrik Treptow“ will die Säle im ehemaligen Cinestar Treptow wieder bespielen.
Die Initiative „Traumfabrik Treptow“ will die Säle im ehemaligen Cinestar Treptow wieder bespielen.Roland Weihrauch/dpa

Die Initiative fordert eine Zwischennutzung, um den Leerstand zu beleben. Bisher vergeblich. Trotz Konzept und Finanzierungsplan von „Traumfabrik Treptow“ weigere sich der Besitzer der Immobilie „sich konstruktiv an einer Lösung für die Zwischennutzung der Immobilie zu beteiligen, und lässt das Gebäude planlos verkommen“, teilt die Initiative mit.

Die Initiative will einen abtrennbaren Teil des Gebäudes erst einmal in einer Pilotphase bis Ende 2026 zwischenutzen. Anschließend könne das gesamte Gebäude mit einem „Mischkonzept aus kulturellen und sozialen Elementen“ bespielt werden. Für mindestens drei Jahre.

Am Dienstag, den 9. Juni (17 Uhr), will „Traumfabrik Treptow“ vor dem ehemaligen Kino ein Zeichen setzen – mit einer öffentlichen Aktion und dem Start einer Petition für „um den Erhalt des Kinos als Kultur- und Gemeinschaftsort“. Die Wut im Kiez ist groß, die Sorge vor einem weiteren toten Gebäude auch.

Erinnern Sie sich noch an Ihre Kino-Besuche im Cinestar? Bitte schreiben Sie uns: leser-bk@berlinerverlag.com