Was krabbelt wo? Der Schädlingsreport 2026 macht sichtbar, welches Ungeziefer bundesweit dominiert und wo sich besonders ausgeprägte regionale Schwerpunkte und Ausreißer zeigen. Berlin und Brandenburg stehen bei zwei Schädlingsarten an der Spitze. Was wir dagegen tun können.
Bundesweite Trends und regionale Ausreißer
Der Schädlingsreport 2026 von SchädlingsHero zeigt nicht nur klare bundesweite Entwicklungen, sondern auch bemerkenswerte regionale Extreme. Während Rheinland‑Pfalz weiterhin Spitzenreiter beim Wespenaufkommen bleibt, hält Berlin seinen wenig ruhmreichen Titel als Hotspot der Bettwanzen.

Gleichzeitig breiten sich Silber- und Papierfischchen nahezu überall in Deutschland stärker aus – ein Trend, der sich quer durchs Land zieht und auf den viele gerne verzichten würden.
Deutlich regionaler zeigt sich hingegen der Eichenprozessionsspinner: Er bleibt vor allem in einzelnen Schwerpunktgebieten ein massives Problem, allen voran in Brandenburg, wo sich die Population erneut auffällig konzentriert.
Wespen auf Platz 1 der Schädlingsstatistik
Sie sind die schlimmsten Störenfriede! Wie schon in den Vorjahren führen Wespen erneut die Schädlingsstatistik an. Rund 30 Prozent aller bundesweiten Meldungen entfallen auf sie – etwas weniger als 2024, aber weiterhin mit großem Abstand Spitzenreiter. Besonders deutlich zeigt sich der Trend in Brandenburg, wo mit 41 Prozent der höchste Wespenanteil Deutschlands registriert wurde.

In Bayern dagegen brach die Zahl der Anfragen ein: 2025 lag der Anteil nur noch bei 29 Prozent, nach zuvor 42 Prozent. Großstädte wie Berlin bleiben weiterhin Schlusslicht. Ein klarer Hinweis auf die starke Stadt-Land-Differenz bei dieser Art.
Auffällig ist zudem die verschobene Saison: Statt im Hochsommer, wie noch 2024, häuften sich die Wespenanfragen 2025 bereits im Frühsommer, vor allem im Juni und Juli. Wahrscheinlich begünstigt durch frühe Wärmeperioden und ideale Nistbedingungen.
Bettwanzen holen auf: Berlin ist urbaner Hotspot
Auf Rang zwei folgen erneut die Bettwanzen. Ihr Anteil an den bundesweiten Anfragen stieg leicht von 18 auf knapp 19 Prozent. Neben dem moderaten Mengenwachstum fällt vor allem der frühere und längere Saisonverlauf ins Auge: Hauptmonate waren bereits Juni und Juli, mit einem weiteren Höhepunkt im September. Zudem blieben die Anfragen bis November und Dezember auf einem konstanten Niveau.

Besonders stark betroffen sind urbane Räume. Berlin weist mit 37 Prozent weiterhin die höchste Bettwanzenquote bundesweit auf. Der prozentuale Anteil liegt damit unter dem Vorjahreswert (2024: 42 Prozent), was jedoch vermutlich hauptsächlich auf Verschiebungen im gesamten Schädlingsmix zurückzuführen ist.
Fischchen auf dem Vormarsch
Hinter den Spitzenreitern folgen im bundesweiten Ranking Ratten auf Platz drei mit sieben Prozent, dicht gefolgt von Kakerlaken und Mäusen, die jeweils bei sechs Prozent liegen. Insgesamt zeigen alle drei Arten eine stabile Entwicklung.

Deutlich dynamischer sieht es auf Platz sechs aus: Silber- und Papierfischchen erreichen ebenfalls sechs Prozent und zählen inzwischen zu den am häufigsten gemeldeten Schädlingen. Ihr Anteil steigt nahezu überall – besonders in Niedersachsen, Nordrhein‑Westfalen, Hessen und Bayern, wo die Fischchen deutlich über dem Bundesschnitt liegen.
Was Berliner gegen Bettwanzen tun können
Wie Schädlingsexpertin Sophie Scharrer betont, müssen die Berliner sich nicht wegen ihres Bettwanzen-Problems schämen: „Unsere Daten belegen sehr klar: Schädlingsbefall ist kein Hygieneproblem, sondern vor allem eine Folge von Klima, Lebensformen und Mobilität.“
Weiter erklärt Scharrer: „Gerade Bettwanzen und zunehmend auch Silber- und Papierfischchen werden häufig unbemerkt eingeschleppt.“
Hier kann man aber gut präventiv arbeiten mit sorgfältigen Hygienemaßnahmen auf Reisen: Wichtig ist es, das Hotelzimmer vor Bezug auf Wanzen/Kot zu prüfen, den Koffer nie auf dem Bett zu lagern und Kleidung nach der Reise heiß zu waschen. Vorsicht gilt außerdem bei gebrauchten Möbeln.





