Berlin

13.000 Demonstranten protestieren gegen digitale Gewalt gegen Frauen: Solidarität mit Collien Fernandes

In Deutschland wächst der Protest gegen sexualisierte digitale Gewalt. Berlinerinnen und Berliner setzen am Brandenburger Tor ein deutliches Zeichen.

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Tausende demonstrieren vor dem Brandenburger Tor gegen Gewalt gegen Frauen. Ausgelöst wurde der Protest, weil Collien Fernandes (Foto, Mitte) mutig an die Öffentlichkeit ging.
Tausende demonstrieren vor dem Brandenburger Tor gegen Gewalt gegen Frauen. Ausgelöst wurde der Protest, weil Collien Fernandes (Foto, Mitte) mutig an die Öffentlichkeit ging.Koall/dpa, koch/imago

500 Demonstranten waren angekündigt. Doch es sind weit mehr gekommen, wie unsere KURIER-Reporterin vor Ort berichtet. Die Veranstalter sprechen sogar von 13.000 Teilnehmern, die „Gegen sexualisierte digitale Gewalt – Solidarität mit allen Opfern“ auf die Straße gegangen sind. Fake-Profile, Deep Fakes, Scham – Betroffene berichten davon bei der Demo am Brandenburger Tor.

„Gewalt gegen Frauen gefährdet Demokratie“

Ein Skandal bewegt Deutschland. Frauen und Männer. Die Schauspielerin Collien Fernandes (44) hat ihren Ex-Mann, den „Jerks“-Star Christian Ulmen (50), angezeigt. Es geht um sexualisierte Gewalt im Internet.

Fernandes erhob im Interview mit dem Spiegel drastische Anschuldigungen gegen den Vater ihrer Tochter und wirft ihm vor, sie „digital vergewaltigt“ zu haben. Sie geht mutig an die Öffentlichkeit. Ihr Ziel: Bewusstsein schaffen. Den ihr Schicksal ist kein Einzelfall.

„Gewalt gegen Frauen gefährdet Demokratie“

Nicht nur Frauen sind zur Demonstration „Gegen sexualisierte digitale Gewalt – Solidarität mit allen Opfern“ am Brandenburger Tor gekommen. Auch zahlreiche Männer zeigen sich mit den Opfern sexualisierter Gewalt im Internet solidarisch.

Auf Transparenten stehen Parolen wie: „Hört ihr lautes Schweigen“. Oder: „Gewalt gegen Frauen gefährdet Demokratie“. Und: „Wer Täter schützt ist Mittäter“.

Eine Bohne ist aufgebaut. Hier sollen prominente Frauen sprechen. Unter ihnen sind auch die Klimaschutzaktivistinnen Luisa Neubauer und Theresia Crone. Beide sind Opfer sexualisierter Gewalt im Internet und sprechen als Betroffene.

Auch werden mehrere Musikerinnen erwartet, die lautstark auf die Missstände im Internet Hinweisen wollen. Organisiert wird die Kundgebung von der Initiative „Nur Ja heißt Ja“ und dem neuen Bündnis „Feminist Fight Club“.

Der Anlass der Demo: die aktuelle Debatte über sexualisierte Gewalt im Internet, die vor allen Frauen trifft. Die Veranstalterinnen wollen ihre Solidarität mit der Moderatorin und Schauspielerin Collien Fernandes zeigen.

Collien Fernandes rief zur Demo auf

Fernandes hatte schwere Vorwürfe gegen ihren Ex‑Partner, Schauspieler Christian Ulmen, erhoben. Zuerst berichtete der Spiegel darüber. Ulmens Anwalt weist die Darstellung zurück. Er spricht von „unzulässiger Verdachtsberichterstattung“ und „unwahren Tatsachen“, die auf einer einseitigen Schilderung beruhten. Juristische Schritte seien angekündigt.

Collien Fernandes mit ihrem damaligen Ehemann Christian Ulmen 2017 bei einem Event in Berlin.
Collien Fernandes mit ihrem damaligen Ehemann Christian Ulmen 2017 bei einem Event in Berlin.VISTAPRESS/imago

Fernandes selbst rief in sozialen Netzwerken zur Teilnahme an der Demo auf. Auf Instagram schreibt sie, sexuelle, physische und psychische Gewalt seien weiter verbreitet, als viele glaubten. Sie fänden mitten in der Gesellschaft statt.

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