Im Volkspark Allende-Viertel in Köpenick herrscht Fassungslosigkeit: Kaum eröffnet, ist die neu gestaltete Jugendecke schon Opfer von Vandalismus geworden. Dabei war das ein echtes Vorzeigeprojekt. Seit 2023 wurde der Park Schritt für Schritt modernisiert, Ende 2025 folgte das große Finale – die Jugendecke.
Ein Projekt für die Jugend – mit viel Herz und Geld
Wie das Bezirksamt von Treptow-Köpenick berichtet, war die Umsetzung alles andere als billig: 237.000 Euro Fördermittel aus dem Programm „Stärkung Berliner Großsiedlungen“ flossen in die Neugestaltung, dazu kamen mehr als 35.000 Euro aus eigenen Mitteln des Amts. Das Ziel: attraktive Aufenthaltsräume für junge Menschen schaffen. Und das Konzept ging auf – zumindest zunächst.

Die Jugendecke entstand mit den Ideen der Jugendlichen selbst. Die Mobile Jugendarbeit (Sylvester e.V.) organisierte Workshops, in denen Wünsche und Vorschläge gesammelt wurden. Das Ergebnis: eine moderne Calisthenics-Anlage, ein gemütlicher Holzpavillon, zwei Outdoor-Kickertische und eine Tischtennisplatte – ein Ort, der Bewegung und Begegnung vereint.
Zerstörung nach wenigen Wochen
Doch die Freude währte nur kurz. Bereits wenige Wochen nach der Freigabe zum Jahresende 2025 kam die Ernüchterung: Beide Kickertische sind demoliert, die Tischtennisplatte ist beschädigt. Für viele im Allende-Viertel ein Schlag ins Gesicht. Der Volkspark gilt als Herzstück der Naherholung – gerade für Jugendliche, die hier dringend Freiräume brauchen.

Dr. Claudia Leistner, Bezirksstadträtin für Stadtentwicklung, Straßen, Grünflächen und Umwelt, bringt die Enttäuschung auf den Punkt: „Gerade für Jugendliche besteht hier seit Jahren ein großer Bedarf an attraktiven, frei zugänglichen Aufenthaltsräumen. Umso trauriger machen nun diese Vorfälle, denn solche Orte entstehen nicht zufällig.“
Appell an die Vernunft: Schützt, was für alle geschaffen wurde
„Wenn Einrichtungen, die gemeinsam mit Jugendlichen entwickelt wurden, mutwillig zerstört werden, trifft das nicht nur die Verwaltung, sondern vor allem die jungen Menschen selbst“, ärgert sich Leistner. „Wer unsere öffentlichen Räume beschädigt, beschädigt das soziale Miteinander in unserem Bezirk.“
Das Bezirksamt und die sozialraumorientierte Planungskoordination appellieren eindringlich an die Bürgerinnen und Bürger: „Respektiert die neuen Angebote und helft mit, sie zu bewahren. Denn öffentliche Räume, die mit großem Aufwand und viel Engagement entstehen, verdienen Wertschätzung – nicht Zerstörung.“


