Berlin

Polizei jagt Eisläufer und Spaziergänger von zugefrorenen Seen

Trotz eindringlicher Warnungen wagten sich Hunderte Berliner auf die Eisflächen in der Hauptstadt, zwei Menschen brachen ein

Author - Stefan Doerr
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Menschen vergnügen sich trotz aller Warnungen auf dem Eis in der Rummelsburger Bucht.
Menschen vergnügen sich trotz aller Warnungen auf dem Eis in der Rummelsburger Bucht.IMAGO/Sabine Gudath

Das klirrende Winterwetter lockt viele Berliner auf die zugefrorenen Seen – doch der Ausflug kann lebensgefährlich enden. Polizei und Feuerwehr hatten am Wochenende mehrere Einsätze, auch mit Hubschraubern, um Menschen vor dem Einbrechen ins Eis zu schützen.

Mann bricht an der Lohmühlenbrücke im Eis ein

Die Berliner Polizei warnte erneut eindringlich davor, gefrorene Wasserflächen zu betreten. Mit einem Hubschrauber waren Beamte unter anderem über der Rummelsburger Bucht und dem Zeuthener See unterwegs. Per Lautsprecher wurden Spaziergänger und Schaulustige aufgefordert, das Eis sofort zu verlassen, wie ein Polizeisprecher mitteilte.

Besonders brisant war die Lage an der Lohmühlenbrücke zwischen Neukölln und Treptow. Dort brach eine Person ins Eis ein, konnte sich aber zum Glück selbst retten. Dennoch hielten sich dort nach Polizeiangaben rund 50 bis 70 Menschen auf der gefrorenen Fläche auf – trotz klarer Warnungen.

Auch auf der Eisfläche am Maybachufer tummelten sich am Landwehrkanal Spaziergänger.
Auch auf der Eisfläche am Maybachufer tummelten sich am Landwehrkanal Spaziergänger.Stella Venohr/dpa

Hunderte auf der Eisfläche in der Rummelsburger Bucht

Auch an der Rummelsburger Bucht ignorierten viele die Gefahr: Am Samstag sollen sich dort zeitweise 200 bis 300 Menschen auf dem Eis getummelt haben. Die Polizei setzte auch hier Lautsprecherdurchsagen ein, um vor der akuten Einbruchgefahr zu warnen.

Parallel dazu musste die Feuerwehr am Morgen im Bezirk Spandau ausrücken. Ein etwa 50 Jahre alter Mann war von einem Schiff ins eiskalte Wasser gefallen. Er musste vor Ort wiederbelebt werden und kam anschließend ins Krankenhaus. Rund 40 Feuerwehrleute waren im Einsatz.

Güterschiff fuhr sich auf See fest

Die Eisdecke auf dem Jungfernsee in Potsdam macht auch dort eine Rettungsaktion knifflig. Ein polnisches Güterschiff hat sich auf dem Jungfernsee festgefahren. Das Boot sei außerhalb der Fahrrinne auf eine Untiefe geraten, sagte ein Polizeisprecher. Sämtliche Versuche, das Schiff zu befreien, blieben erfolglos. Die polnische Besatzung befindet sich noch immer auf dem Boot, ist aber versorgt und muss nicht evakuiert werden.

Polizei und Feuerwehr appellieren erneut an die Berliner: Auch wenn das Eis stabil wirkt – es ist trügerisch und kann jederzeit brechen.

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