Sind Sie schon bereit für die neue Hitze? Im Moment fühlen sich die Temperaturen wie eine echte Pause von der Sommerhitze an. Doch wenn man den Meteorologen glaubt, könnte es mit der Entspannung schon bald vorbei sein. Der Grund: Ende Juli rollen die Hundstage auf uns zu – und dann sollen die Temperaturen noch einmal in größere Höhen klettern. Eine Wetterkarte, die im Netz kursiert, schießt nun den Vogel ab: Hier werden bis zu 47 Grad in Deutschland angekündigt. Die Hundstage kommen, aber kommen sie wirklich so extrem?
Wetterkarte zeigt halbe Republik in „giftigem Pink“
Über die besondere Wetterkarte schreibt auch Wetter-Experte Dominik Jung in einer seiner Kolumnen. „Für den 26. Juli leuchtet die halbe Republik in giftigem Pink, und die Zahlen darin haben es in sich“, sagt er. Bis zu 47 Grad werden angekündigt. Immerhin: Hitzerekorde mit mehr als 40 Grad gab es in diesem Jahr bereits vor wenigen Wochen. Und die Hundstage stehen noch vor der Tür.
Die Hundstage haben dabei aber nichts mit Hunden zu tun, sondern bezeichnen die heißeste Zeit des Jahres. Traditionell dauern sie vom 23. Juli bis zum 23. August. Der Name geht auf den Stern Sirius zurück, den Hauptstern im Sternbild Großer Hund. In der Antike beobachteten die Menschen, dass Sirius in dieser Zeit gemeinsam mit der Sonne am Himmel erschien. Sie glaubten, seine Strahlkraft verstärke die Sommerhitze – daher der Begriff „Hundstage“.

Tatsächlich entstehen die hohen Temperaturen natürlich nicht durch den Stern, sondern durch die starke Erwärmung von Land und Luft während des Sommers. Da sich die Erdoberfläche über Wochen aufheizt, werden die heißesten Tage oft erst Ende Juli oder im August erreicht. Mit den Hundstagen verbinden sich zahlreiche Bauernregeln und Wetterweisheiten. Früher galten sie als Zeit großer Hitze, Trockenheit, aber auch von Gewittern. In der Landwirtschaft spielten sie eine wichtige Rolle für die Ernteplanung.
Wird es an den Hundstagen 47 Grad heiß?
Heute steht der Begriff vor allem für die typischen Hochsommertage mit Temperaturen von über 30 Grad, schwüler Luft und tropischen Nächten. Und genau die könnten jetzt wiederkommen.
Aber: Wirklich mit 47 Grad? Nein! Die Karte, die sich rasant im Netz verbreitet hat, hat laut Jung ihre Tücken. Sie stamme aus einem einzigen Modelllauf, die Temperaturen seien nur für einen einzigen Zeitpunkt in zwei Wochen berechnet worden. „So weit im Voraus sind einzelne Spitzenwerte reine Spielerei der Rechner.“

Der Rekord liegt aktuell bei rund 41 Grad in Deutschland – und es erscheint schon physikalisch unrealistisch, dass es einen Sprung von sechs Grad über diesen Höchstwert gibt. „Wer die 47 Grad also schon in den Kalender schreibt, dürfte enttäuscht werden. Und trotzdem: Ganz vom Tisch ist die Hitze nicht.“
Danach sieht es auch in den aktuellen Wetterprognosen aus. Je näher wir dem Wochenende kommen, desto kühler wird es zwar. Das Wetter verschafft uns aktuell Erleichterung. Aber: Danach lauert bereits ein neuer Temperaturanstieg, der die Hundstage begleiten könnte.

