Nächstes Unwetter

Meteorologe Dominik Jung warnt vor Sturzflutgefahr: Bis zu 50 Liter Regen möglich

Meteorologen warnen vor neuen Gewittern, Starkregen und Sturmböen. Am Nachmittag trifft es den Westen besonders heftig. Der Unwetterfahrplan von wetter.net.

Author - Stefan Henseke
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Meteorologe Dominik Jung von wetter.net zeigt auf die aufziehende Gewitterfront, die am Nachmittag den Westen Deutschlands treffen wird.
Meteorologe Dominik Jung von wetter.net zeigt auf die aufziehende Gewitterfront, die am Nachmittag den Westen Deutschlands treffen wird.wetter.net/youtube

Nach dem Gewitter ist vor dem Gewitter. Meteorologe Dominik Jung von wetter.net kündigt für den heutigen Tag die nächste schwere Gewitter- und Unwetterrunde an. Doch schaut man auf die Warnkarte des Deutschen Wetterdienstes (DWD), sieht man zurzeit landesweit fast nur „Grün“. Und Grün heißt: keine Gefahr. Woran liegt das?

Gewitterwarnung trotz „grüner“ Karte

In seinem aktuellen Wetterbericht warnt Dominik Jung vor neuen Schauern und Gewittern, die vom Westen heraufziehen und wieder zu Starkregen, Hagel und stürmischen Böen führen können.

Doch die Warnkarte des DWD zeigt gerade überall Grün an, da sich die Gewitterfront erst langsam auf Deutschland zubewegt. Das neue Tief Nesrin drückt die Wolken zu uns, die zurzeit noch in einem breiten Band von den Niederlanden über Belgien bis nach Frankreich hängen, Nordrhein-Westfalen aber schon leicht touchieren.

Am Nachmittag trifft es den Westen Deutschlands

Am Nachmittag wird es den Westen voll erwischen, da sind sich wetter.net und der DWD einig. „Da, wo die Gewitter abladen, kann es zum Teil heftigen Starkregen geben“, sagt Jung. Er spricht von 30 bis 50 Litern Regen binnen weniger Minuten, von Sturzflutgefahr.

Der DWD warnt vor kräftigen Gewittern mit Starkregen zwischen 15 und 25 Litern pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit, vor kleinkörnigem Hagel, stürmischen Böen und Sturmböen mit bis zu Windstärke 9. Im Südwesten seien auch schwere Sturmböen mit bis zu 100 km/h (Windstärke 10) möglich. Lokal begrenzt könne auch Starkregen von mehr als 25 Litern niedergehen.

Der Meteorologe Dominik Jung gibt einen genauen Unwetterfahrplan vor. „Gegen 14 Uhr geht es im Westen los mit den kräftigen Gewittern“, sagt er. Bis 17 Uhr zieht die Gewitterfront in die Landesmitte herein. Ganz im Osten passiert erst einmal bis 20 Uhr gar nichts, ein wenig Regen geht in Sachsen-Anhalt und Thüringen nieder. In der Nacht aber wird die Unwetterfront langsam in sich zusammenfallen, ehe sie den Berliner Raum erreicht.

Warme Nacht, durchwachsener Mittwoch

In der Nacht zu Mittwoch wird es vor allem nach Westen hin stärker regnen. Auch im Osten (Thüringen, Sachsen-Anhalt) gibt es hier und da ein paar kurze Gewitter. In Berlin, Brandenburg und Mecklenburg dürfte es trocken bleiben. Und es wird wieder eine sehr warme Nacht: bis zu 15 Grad in Berlin und Brandenburg, 14 Grad an der Ostsee. Nur im Westen und in der Mitte des Landes kühlt es bis auf 10 Grad ab.

Um 11.59 Uhr zeigt die Warnkarte des DWD für alle Landkreise Deutschlands die Farbe Grün an. Das heißt: Zurzeit droht keine Unwettergefahr.
Um 11.59 Uhr zeigt die Warnkarte des DWD für alle Landkreise Deutschlands die Farbe Grün an. Das heißt: Zurzeit droht keine Unwettergefahr.Deutscher Wetterdienst DWD

Der Mittwoch bleibt dann durchwachsen. Die Temperaturen pegeln sich bei 18 bis 21 Grad ein, selbst in Berlin und Brandenburg gehen ab und zu Schauer nieder. Das sei eher ein Sommer mit angezogener Handbremse, sagt der Experte von wetter.net.

Am Donnerstag wird es wieder etwas wärmer. Ganz vorne liegt Bayern mit bis zu 26 Grad, gefolgt von Berlin und Brandenburg mit 24 Grad. Im Rest des Landes wird es 18 bis 23 Grad warm. Im Norden und Nordosten schauert es immer mal wieder.

Zum Wochenende hin: Sommer-Comeback in Sicht

Erst am Wochenende erholt sich das Wetter wieder, die Temperaturen legen den Vorwärtsgang ein. Im Südwesten kann das Thermometer am Samstag schon bis auf 27 Grad steigen, für den Rest des Landes werden 21 bis 26 Grad vorhergesagt. Dazu gibt es viel mehr Sonne und kaum noch Schauer.

Ist der Regen endgültig weg? Nein, noch nicht ganz. Am Sonntag ärgern uns noch einmal ein paar Regenwolken, die durchs Land ziehen – vor allem im Norden und Nordosten. Bei Temperaturen von 20 bis 23 Grad, der Westen bekommt sogar noch einmal sehr frische 16 Grad ab.

Erst in der kommenden Woche kehrt der Sommer so richtig zurück. Ab Montag (bis zu 26 Grad) wird es von Tag zu Tag wärmer: Dienstag bis zu 28 Grad, Mittwoch bis zu 31 Grad.

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