Nach dem Gewitter ist vor dem Gewitter. Meteorologe Dominik Jung von wetter.net kündigt für den heutigen Tag die nächste schwere Gewitter- und Unwetterrunde an. Doch schaut man auf die Warnkarte des Deutschen Wetterdienstes (DWD), sieht man zurzeit landesweit fast nur „Grün“. Und Grün heißt: keine Gefahr. Woran liegt das?
Gewitterwarnung trotz „grüner“ Karte
In seinem aktuellen Wetterbericht warnt Dominik Jung vor neuen Schauern und Gewittern, die vom Westen heraufziehen und wieder zu Starkregen, Hagel und stürmischen Böen führen können.
Doch die Warnkarte des DWD zeigt gerade überall Grün an, da sich die Gewitterfront erst langsam auf Deutschland zubewegt. Das neue Tief Nesrin drückt die Wolken zu uns, die zurzeit noch in einem breiten Band von den Niederlanden über Belgien bis nach Frankreich hängen, Nordrhein-Westfalen aber schon leicht touchieren.
Am Nachmittag trifft es den Westen Deutschlands
Am Nachmittag wird es den Westen voll erwischen, da sind sich wetter.net und der DWD einig. „Da, wo die Gewitter abladen, kann es zum Teil heftigen Starkregen geben“, sagt Jung. Er spricht von 30 bis 50 Litern Regen binnen weniger Minuten, von Sturzflutgefahr.
Der DWD warnt vor kräftigen Gewittern mit Starkregen zwischen 15 und 25 Litern pro Quadratmeter innerhalb kurzer Zeit, vor kleinkörnigem Hagel, stürmischen Böen und Sturmböen mit bis zu Windstärke 9. Im Südwesten seien auch schwere Sturmböen mit bis zu 100 km/h (Windstärke 10) möglich. Lokal begrenzt könne auch Starkregen von mehr als 25 Litern niedergehen.
Der Meteorologe Dominik Jung gibt einen genauen Unwetterfahrplan vor. „Gegen 14 Uhr geht es im Westen los mit den kräftigen Gewittern“, sagt er. Bis 17 Uhr zieht die Gewitterfront in die Landesmitte herein. Ganz im Osten passiert erst einmal bis 20 Uhr gar nichts, ein wenig Regen geht in Sachsen-Anhalt und Thüringen nieder. In der Nacht aber wird die Unwetterfront langsam in sich zusammenfallen, ehe sie den Berliner Raum erreicht.
Warme Nacht, durchwachsener Mittwoch
In der Nacht zu Mittwoch wird es vor allem nach Westen hin stärker regnen. Auch im Osten (Thüringen, Sachsen-Anhalt) gibt es hier und da ein paar kurze Gewitter. In Berlin, Brandenburg und Mecklenburg dürfte es trocken bleiben. Und es wird wieder eine sehr warme Nacht: bis zu 15 Grad in Berlin und Brandenburg, 14 Grad an der Ostsee. Nur im Westen und in der Mitte des Landes kühlt es bis auf 10 Grad ab.

Der Mittwoch bleibt dann durchwachsen. Die Temperaturen pegeln sich bei 18 bis 21 Grad ein, selbst in Berlin und Brandenburg gehen ab und zu Schauer nieder. Das sei eher ein Sommer mit angezogener Handbremse, sagt der Experte von wetter.net.
Am Donnerstag wird es wieder etwas wärmer. Ganz vorne liegt Bayern mit bis zu 26 Grad, gefolgt von Berlin und Brandenburg mit 24 Grad. Im Rest des Landes wird es 18 bis 23 Grad warm. Im Norden und Nordosten schauert es immer mal wieder.

