Frühsommer wieder weg

Unwetter im Anmarsch: Wieder Kälte, viel Starkregen – so krass wird diese Maiwoche

Innerhalb weniger Tage kühlt es um mehr als 20 Grad ab. Der Meteorologe Dominik Jung kündigt Unwetter an. Was der Hundertjährige Kalender dazu sagt.

Author - Stefan Henseke
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Der Meteorologe Dominik Jung steht vor der Wetterkarte, die Niederschläge ankündigt. Ein Tiefdruckgebiet, das viel Regen mitbringt, zieht über die Mitte Deutschlands.
Der Meteorologe Dominik Jung steht vor der Wetterkarte, die Niederschläge ankündigt. Ein Tiefdruckgebiet, das viel Regen mitbringt, zieht über die Mitte Deutschlands.wetter.net/youtube

Nach dem superwarmen Wochenende waren wir alle schon auf Sommer eingestellt. Aber das gute Wetter macht sich gerade auch in Berlin und Brandenburg von dannen. Wolken ziehen auf, ein Vorzeichen für einen krassen Wetterumschwung. Nach 29 Grad kommen jetzt der große Temperatursturz und Regenmassen bis zu 70 Litern und mehr, erklärt der Meteorologe Dominik Jung von wetter.net. Was der Hundertjährige Kalender zum Maiwetter sagt.

Ein ungemütliches Regenband trifft die Mitte Deutschlands

Dass es wieder kühler wird, hatten Meteorologen schon am Wochenende angekündigt. Doch von Starkregen war bisher nicht die Rede. Hoch Winfried macht den Abflug und die Bahn frei für eine sehr wechselhafte Wetterwoche und einen krassen Temperatursturz.

Die Nacht zum Dienstag bringt den großen Wetterumschwung. Ein Tief aus Richtung Großbritannien schleicht sich heran – und die warmen Luftmassen ziehen langsam Richtung Osten aus Deutschland ab.

Auf Wärme folgt kühle Nässe. Ein sehr ungemütliches Regenband nähert sich aus Richtung Paris und wird sich über Köln, Frankfurt, Kassel und Leipzig bis nach Berlin und Brandenburg ausbreiten.

Nord- und Süddeutschland bekommen weniger Niederschläge ab, Starkregengefahr besteht für die Mitte Deutschlands – von Nordrhein-Westfalen bis nach Berlin-Brandenburg. Zum Teil gibt es bis zu 70 Liter Regen pro Quadratmeter, kündigt der Meteorologe Dominik Jung an.

So kühl und nass wird das Wetter ab Dienstag

Schon die Nacht zu Dienstag wird ziemlich nass. Dabei fällt länger anhaltender Regen in der Mitte Deutschlands. Allerdings bleibt es noch recht warm. Zum Teil über 10 Grad, bis zu 13 Grad.

Der Dauerregen bleibt am Dienstag auch tagsüber. „Es wird ordentlich prasseln“, sagt Dominik Jung. „Da gibt es Starkregengefahr.“ Bei nur  noch 12 bis 15 Grad, im Süden sind es immerhin noch bis zu 20 Grad.

Der Mittwoch wird der ungemütlichste Tag der Woche. Es ist weiterhin sehr nass – und die Temperaturen stürzen bei Dauerregen endgültig in den Keller.

In Berlin und Brandenburg wird es mehr als 20 Grad kühler als am Wochenende. Nur noch 8 Grad. Für NRW und die Mitte Deutschlands werden sogar 7 Grad angekündigt. Nur der Süden bekommt Frühling ab und erreicht 20 bis 21 Grad. Auch hier ein paar Wolken, ab und zu Gewitter.

In dieser Woche zieht eine Starkregenfront über Deutschland, auch für Berlin ist Dauerregen angekündigt.
In dieser Woche zieht eine Starkregenfront über Deutschland, auch für Berlin ist Dauerregen angekündigt.Rolf Kremming/imago

Erst am Donnerstag lässt der Regen so langsam von uns ab. „Aber es gibt noch Nachwehen“, sagt Dominik Jung. In der Mitte Deutschlands bleibt es sehr kühl mit dichten Wolken. Bei 7 bis 9 Grad in NRW, 11 Grad im Osten. Auch im Süden ist es etwas frischer – bei 15 bis 19 Grad.

Freitag klart es auf, langsam gibt es wieder mehr Sonnenschein. NRW erwärmt sich auf 16 Grad, bis zu 23 Grad werden es im Süden. Nur Berlin und Brandenburg haben Pech in der Wetterlotterie. Noch ein nasskalter Tag bei 11 Grad und Regen.

Zum Wochenende kehrt dann das schöne Wetter zurück. Richtig warm wird es im Süden bei 25 bis 27 Grad und Gewittergefahr am Sonntag. Auch der Nordosten verabschiedet sich von der Kälte. Am Samstag ist es noch frisch (11 bis 17 Grad), am Sonntag gibt es auch hier Sonnenschein bei 16 bis 21 Grad.

Das Wetter bleibt dann auch in der kommenden Woche ziemlich durchwachsen. Viele Wolken, immer wieder Schauer und Regen, für Himmelfahrt (Donnerstag) werden 16 bis 20 Grad vorhergesagt.

Was der Hunderjährige Kalender über das Maiwetter sagt

Der Hundertjährige Kalender sagt übrigens für den Mai 2026 ein Wetter voller Gegensätze voraus, berichtet die Berliner Zeitung. Demnach startet der Monat erst warm (stimmt): Bis zum 5. Mai (stimmt fast) sollen die Temperaturen angenehm bleiben. Danach kippt die Lage – drei Tage lang sind Wind und deutlich raueres Wetter angekündigt (könnte auch stimmen).

Der Hundertjährige Kalender hat eine lange Geschichte: Er geht zurück bis ins 17. Jahrhundert. Verfasst wurde das Werk vom Abt Mauritius Knauer, der sieben Jahre lang akribisch Wetterbeobachtungen notierte. Seine Aufzeichnungen erschienen später unter dem Titel „Calendarium oeconomicum practicum“ – und gelten bis heute als eine der bekanntesten historischen Wetterquellen.

Gedenktafel für Mauritius Knauer am alten Rathaus in seiner Geburtsstadt Weismain in Oberfranken
Gedenktafel für Mauritius Knauer am alten Rathaus in seiner Geburtsstadt Weismain in Oberfrankenimagebriker/imago

Doch die Meteorologen von heute halten wenig von den daraus abgeleiteten Wetterprognosen. „Der 100-jährige Kalender sagt nichts vorher“, schrieb Jörg Kachelmann auf X. Übereinstimmungen seien nur Zufall.

Laut dem Hundertjährigen Kalender soll es übrigens zwischen dem 8. und 18. Mai sehr heiß werden. Eine Hitzewelle wird vorhergesagt. Doch das steht im krassen Widerspruch zu dem Tiefdruckgebiet, das gerade zu uns zieht.

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