Kälte, Schnee, nasser März

Warum uns der Frühling eiskalt erwischt

Die großen Wettermodelle wagen den Ausblick auf das Frühjahr. Aber die Aussichten sind keine guten. Es könnte kühler bleiben als gewohnt.

Author - Stefan Henseke
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Am Montag ziehen wieder Schneewolken Richtung Osten. Dann droht auch wieder Glätte wie auf dieser Landstraße im brandenburgischen Sieversdorf.
Am Montag ziehen wieder Schneewolken Richtung Osten. Dann droht auch wieder Glätte wie auf dieser Landstraße im brandenburgischen Sieversdorf.Patrick Pleul/dpa

Wir müssen darauf hoffen, dass die Meteorologen mal wieder unrecht haben. Denn glaubt man den großen Wettermodellen, bleibt nicht nur der Februar recht kalt. Nein, danach verzögert sich auch der Start in den Frühling. „Die neuesten Prognosen deuten nicht wirklich darauf hin, dass es der Frühling sehr eilig hat in diesem Jahr“, sagt Meteorologe Dominik Jung von wetter.net.

Keine Hoffnung auf T-Shirt-Wetter im März

Laut Jung bringen die neuesten Langfristprognosen vom europäischen Wettermodell und der US-Wetterbehörde kaum Hoffnung auf eine deutliche Erwärmung, gar auf T-Shirt-Wetter. Die Monate März, April und Mai sollen kälter werden als erhofft.

Im Februar geht das Wetter seinen in diesem Jahr gewohnten Kältegang, sagt das europäische Wettermodell. Wir sehen in der kommenden Woche weiterhin die Wetterzweiteilung. „Im Nordosten kühler im Vergleich zum Mittel 1991 bis 2020, im Südwesten eher etwas milder“, sagt der Meteorologe. Dazu könnte es sehr nass werden.

Die Woche darauf kommen die sogenannten Mildabweichungen zwar etwas weiter in den Nordosten voran. Aber nordwärts der Linie zwischen Hamburg und Berlin bleibt es leicht zu kühl.

Und danach? Es gibt keinen warmen Start in den März, sagt Dominik Jung. Auch in der zweiten und dritten Märzwoche sei nichts von großer Märzwärme zu spüren. Einen Verwöhnmärz mit deutlich zu hohen Temperaturen schließe das europäische Wettermodell eher aus.

Warmstart ins Frühjahr ist unwahrscheinlich

Auch die US-Wetterbehörde nähert sich inzwischen den Prognosen des europäischen Wettermodells an. „Noch vor kurzem hätte der März zwei, drei Grad zu warm ausfallen sollen“, sagt der Meteorologe von wetter.net, jetzt aber sei ein Warmstart ins Frühjahr eher unwahrscheinlich.

Die US-Amerikaner sind sogar noch etwas wagemutiger mit ihren Wetterprognosen – und geben einen Ausblick auf das gesamte Frühjahr. Demnach zeigt auch der April keine großen Ausreißer nach oben. Gefühlt wäre das nach den sehr warmen Aprilmonaten der letzten Jahre ein recht kühler Monat.

Mit hochgekrempelten Ärmeln sieht Dominik Jung frühlingshaft angezogen aus. Hoffnung auf einen warmen Frühling macht er aber nicht. Laut Prognosen des US-Wettermodells CFS sind selbst für den April „keine Temperatursprünge nach oben“ zu erwarten.
Mit hochgekrempelten Ärmeln sieht Dominik Jung frühlingshaft angezogen aus. Hoffnung auf einen warmen Frühling macht er aber nicht. Laut Prognosen des US-Wettermodells CFS sind selbst für den April „keine Temperatursprünge nach oben“ zu erwarten.wetter.net/youtube

„Das sieht für mich nicht nach einem sehr warmen Frühjahr aus“, sagt Dominik Jung. Denn auch der Mai zeige keine Anstalten, sehr warm sein zu wollen. Nach den neuesten Trends wird auch der Wonnemonat eher unterkühlt.

Zum Glück aber irren Wetterforscher sehr häufig. Der Blick Monate im Voraus hat etwas vom Blick in eine Glaskugel. Die Hoffnung aber bleibt – wenn auch nicht für die nächste Woche.

Ab Montag kommt wieder Schnee zu uns

Am Montag zieht wieder der Schnee Richtung Osten. Im Südwesten wird es milder, dort geht der Schnee in Eisregen und Regen über. Am Nachmittag lockert es im Westen auf, doch neue Schauer folgen – Schnee, Regen, Graupel. Die Temperaturen reichen von -2 Grad im Nordosten bis 10 Grad im Breisgau.

Am Dienstag gibt es in der Südwesthälfte viele kräftige Schauer – Regen, Schnee, Graupel. An den Alpen stauen sich die Wolken, es droht viel Neuschnee. Im Nordosten bleibt es grau, aber meist trocken. Nur vereinzelt fällt etwas Schnee. Die Höchstwerte liegen zwischen--1 Grad auf Rügen an der Ostsee und 7 Grad am Niederrhein.

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